
Ja, es ist wichtig, dass es uns gibt.
Wir sagen das nicht, um uns wichtig zu machen. Nein, wir sagen das unter den heutigen Eindrücken aus Frankfurt. Doch dazu später. Kurz ein paar Daten zur Demo, damit wir zum eigentlich Bemerkenswerten kommen können.
Redner der Demo unter dem Motto „Frieden, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit“ waren Dr. Bernhard Seitz für das Aktionsbündnis Direkte Demokratie, Johannes Hüdepohl, der unabhängige Initiator der ESM-Petition, die aus dem Nichts und ohne Medien- oder organisationelle Unterstützung rund 14.000 Unterschriften fand, Jens Loewe, der in über 15 Jahren basisdemokratischer Arbeit die Bereicherungsmechanismen der Politik bis ins Detail und exzellent untersucht hat und zuletzt Thomas Maetzel, der für eine der mit dem Aktionsbündnis aktiven Parteien (pdv) und als ehemaliger Top-Manager einige wichtige Eindrücke aus Praxis und Politik beisteuerte.
Im Ergebnis haben die Redner unter anderem die folgenden Punkte verdeutlicht:
– Dass die EU und die EZB bereits heute feudalstaatliche, diktatorische Züge angenommen haben und diese zur vollständigen Diktatur ausgebaut werden sollen.
– Dass Politiker und Banken in verbrecherischer Weise zur eigenen Bereicherung zusammenarbeiten.
– Dass die Bürgerschaft die oberste Ebene der Verantwortung in einer Demokratie ist und die Bürgerschaft sich selbst ihr Gesetz gibt.
– Dass die Direkte Demokratie die einzige Antwort auf das völlige Versagen von Bundesregierung, Bundestag, Bundesverfassungsgericht, EZB und Bundesbank ist.
Die Demo fand auf dem Willy-Brandt-Platz statt gegenüber der EZB. Im Anschluss bewegte sich der Demonstrationszug zur symbolträchtigen „Paulskirche“. Jenem Ort, an dem die bisher einzige, fast erfolgreiche echte Bürgerrevolution in Deutschland ihren zentralen Ort hat. Kein Ort in Frankfurt verdeutlicht mehr die Freiheit und die Demokratie als die Paulskirche. Und kein Ort in Frankfurt versinnbildlicht mehr den EU-Feudalstaat als der „EZB“-Turm.
Nach unserer Schätzung haben rund 400 Menschen an der Demonstration teilgenommen. Für uns angesichts der Hetze im Vorfeld ein großer Erfolg.
Nun zurück zur Eingangsaussage. Weshalb glauben wir, dass es wichtig ist, dass es uns gibt?
Die Antwort ist, dass wesentliche Teile der Occupy-Bewegung – zumindest nach dem was wir in Frankfurt gesehen und erlebt haben – intolerant und gesinnungsgeschlossen sind. Wir wollen hier nicht auf die Einzelheiten eingehen, was alles zu uns gesagt wurde. Wichtig ist eigentlich nur dieses – Occupy wird nach unserer Einschätzung:
– Weder kompromisslos für die Direkte Demokratie eintreten
– Noch einen echten Systemwechsel anstreben
sondern eher einen verschärften Zentralstaat, womöglich sogar EU-Zentralstaat.
Wir kommen zu dieser Folgerung nicht aus dem, was „Occupy“ anstrebt. Sondern aus dem, was Teile von Occupy an uns ablehnen: Unser kompromissloses Eintreten für Direkte Demokratie. Unser relativ klares Benennen von Verantwortlichkeiten – und zwar nicht nur rechts sondern auch links. Unsere Offenheit für im Grundsatz jede Partei oder andere Organisation, die unsere Ziele teilt – was notwendig ist, um tatsächlich einen Systemwechsel zu bewirken.
Positiv ist anzumerken, dass es auch andere Stimmen innerhalb Occupys gibt. Wir können nicht einschätzen, wie stark diese Stimmen sind. Und: WIR SIND NACH WIE VOR OFFEN FÜR EINE ZUSAMMENARBEIT! Aber die Feindseligkeit, die uns spürbar mehrmals entgegenschlug, lässt uns zweifeln. Wir jedenfalls werden nach den Erfahrungen von gestern nicht weiter aktiv die Zusammenarbeit mit Occupy Frankfurt suchen. Und: Wir zweifeln im Moment sehr stark daran, dass Occupy im Ganzen eine positive Kraft der Veränderung ist.
Das nun aber bedeutet: Wenn es das Aktionsbündnis nicht gäbe, dann hätte die liberale und bürgerliche Mitte keine Stimme auf der Straße!
Deshalb müssen und werden wir weitermachen. Als Stimme der liberalen und bürgerlichen Mitte. Jener Menschen, die vielleicht noch nie in ihrem Leben demonstriert haben – aber mit ihrer Arbeitsleistung und ihrer friedfertigen Gesinnung dieses Gemeinwesen ermöglichen. Für diese Menschen müssen wir weiter machen.
In diesem Sinne: Auf zum nationalen Tag des Widerstands mit Aktionen in vielen Städten Deutschlands am Samstag, den 5. November 2011! Lasst die Mitte die Straßen besetzen! Wer mitmachen will, kontaktiere bitte die Personen rechts unter den Stadtnamen!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.