Wenn es nicht so ernst wäre, wenn es nicht um unsere wirtschaftliche, politische und rechtliche Existenz ginge, man könnte es zum Lachen finden. „Unsere“ Massenmedien. „Unsere“ privat-staatliche Herrschaftsmedien…
Die Wahl in Italien war eine klare Abrechnung mit der EU, mit dem Euro und auch mit Rolle der Berliner Politik bei der Errichtung der Euro-Diktatur. Die Systemmedien stellten das „Movimento“ noch vor kurzem so dar (Link):
„Der „Clown“
Mit „Clown“ ist Beppe Grillo gemeint, seines Zeichens Komiker, Schauspieler und erfolgreichster Blogger Italiens. Grillo versteht sich selbst als Anführer einer Protestbewegung gegen die etablierte Politik. Sein „Movimento 5 Stelle“ („Fünf-Sterne-Bewegung“) vertritt die erwartbaren Standpunkte: Die Forderungen beinhalten Freiheit und Transparenz in Sachen Informationspolitik, sozialere Wirtschaftspolitik, Stärkung der direkten Demokratie und kostenlosen Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem. Über allem schwebt aber eine deutliche anti-europäische Grundeinstellung. Italiens Mitgliedschaft in der Währungsunion hält Grillos Partei für ein großes Übel. Obwohl die Bewegung wohl keinerlei Siegchance hat, wird sie mit Sicherheit eine große Anti-Euro-Fraktion im Parlament bilden.“
„Keine Siegchance“.
Realität ist, dass das „Movimento“ die größte Einzelpartei geworden ist. Berlusconi und Bersani haben nur deshalb mehr Stimmen für sich, weil sie Bündnisse mehrerer Parteien geschaffen haben. Die größte Partei Italiens ist das „Movimento“. Ende der Durchsage.
Hinzukommt, dass die drittgrößte Partei, jene Berlusconis, ebenfalls gegen den Euro und gegen die EU die Wahl gewonnen hat.
Witzig ist jetzt, welchen Spin die deutschen Herrschaftsmedien nun der Realität geben (Link, Link) und wie die gleiche Leier wie von Geisterhand gesteuert die Berichte durchzieht:
1. In Italien war schon immer Chaos, also Alles nicht so schlimm.
2. Jetzt haben die Bürger aber echt mal genug und fordern „Erneuerung“ oder sind gegen den „Muff“.
3. Berlusconi „bashing“, weil der ist ja so böse, böse, böse.
4. Möglichst wenig Auseinandersetzung mit dem „Movimento“, wenn überhaupt, dann abqualifizierend, ohne Respekt vor dem riesigen demokratischen Wahlerfolg.
5. Keine konkrete Aussage über das Wahlergebnis und wie sehr Monti, Bersani und die Euro-Diktatoren verloren haben.
6. Kein Wort über die EU oder den Euro.
Umprogrammierung, nennt man sowas. Die Realität wird umprogrammiert. Die unterschwellige, eigentliche Botschaft ist: Das Wahlergebnis hat nichts mit der EU und dem Euro zu tun. Das „Movimento“ ist bestenfalls eine Protestbewegung gegen ein jahrzehntealtes Problem und hat also nichts mit der EU und dem Euro zu tun. Zuletzt: Alles normal, Italien wird in Kürze wieder Italien sein und alles wird wie gehabt weitergehen – also die EU und der Euro werden nicht in Frage gestellt.
Die deutschen Medien sind ekelhaft. Ekelhaft. Man kann es nicht anders sagen. Wie „Journalisten“ in so etwas noch mitmachen können, ist nicht zu verstehen. Kein Geld der Welt kann dieses komplette professionelle und moralische Versagen rechtfertigen. Keines.
Man kann nur hoffen, dass dieser ganze mediale Mist endlich den Weg in die Pleite findet. Dass Handelsblatt, Web.de & Co. endlich einfach Pleite gehen.
ADD: Für neue Medien!
PS: Der siebte Schritt wird dann übrigens Todschweigen sein. Italien? Gibt’s einfach nicht mehr.



