Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Occupy Wall Street? Occupy Reichtstag! EZB! BVerfG!

Occupy Wall Street hat große Wirkung erzielt: Menschen in vielen Städten der USA und auch in Europa erheben sich unter dem Slogan „Wir sind die 99%“ gegen die Ausbeutung und Schuldversklavung durch das 1% der Bankster und Politiker. Eine solche Bewegung ausgelöst zu haben, ist eine große Leistung und zeigt, dass mehr und mehr Bürger verstehen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird.

Um es also ganz klar zu formulieren: Occupy Wall Street und das Aktionsbündnis erheben Protest gegen den gleichen Gegner!

Gleichzeitig sehen wir zwei Dinge, die uns unterscheiden:

1. Die konkrete politische Forderung nach Veränderung

2. Die Verhältnisse in Deutschland versus die Verhältnisse in den USA

Zu 1. Die konkrete politische Forderung nach Veränderung

Occupy Wall Street ist ihren Charakter nach eine Protestbewegung. Das einigende Element ist vor allem der Protest. Ein gemeinsames Bild für eine andere Staatsorganisation wird, zumindest soweit wir es verstehen, nicht entworfen (hier). Das Aktionsbündnis hingegen sieht den EURO-Rettungswahnsinn nur als die Folge einer grundlegenden Abkoppelung der Politik von den Menschen. Und es gilt, diese Bindung der Politik an das Wollen der Menschen wieder herzustellen. Das Aktionsbündnis strebt nach der klaren Vision einer besseren Gesellschaft: Einer Gesellschaft, die auf Direkter Demokratie basiert!

Zu 2. Die Verhältnisse in Deutschland versus die Verhältnisse in den USA

Deutschland und die USA sind trotz vieler Gemeinsamkeiten an vielen Stellen sehr unterschiedlich. Der Unterschied mit Blick auf Occupy Wall Street ist vor allem: In den USA ist die Wall Street letztlich der Sitz der Macht. Die FED wird als private Institution letztlich von den Banken der Wall Street kontrolliert. Die Wall Street zu besetzen, ist mit Blick auf die USA genau der richtige Weg, denn er führt ins Zentrum der Macht.

Für Deutschland gilt das nicht. Die Frankfurter Banken (um von den anderen Standorten schon gar nicht zu reden) sind nachgeordnete Spielbälle am Gängelband der Londoner und New Yorker Märkte. Soweit in Europa und Deutschland „Politik“ gemacht wird, geschieht dies durch die Nationalstaaten. Weiter gilt: Die EZB gehört den Nationalstaaten (nicht den Banken). Der EFSF, ESM die EU – dies alles sind Organisationen, die letztlich am Band der Nationalstaaten hängen. Sprich: Was das private Banksterkartell in den USA ist, ist das Politikerkartell in Deutschland! Der neue Bundesbankchef kam nicht aus einer privaten Bank – sondern aus dem Bundeskanzleramt. Der neue Chefökonom der EZB kommt nicht von einer privaten Bank – sondern ebenfalls aus der deutschen Politik.

Der Protest in Deutschland muss deshalb vor allem auf die Politik zielen! Die Banken sind auch wichtig, aber eben nur ein Nebenschauplatz. Die EZB, die deutsche Bundesbank, der EFSF und vor allem die deutschen Staatsorgane Bundesregierung, Bundestag und Bundesverfassungsgericht, diese müssen besetzt werden (bzw. soweit man halt an diese Gebäude öffentlich herankommt)! Der Ruf in Deutschland müsste sein:

Occupy Reichtstag!

Occupy Karlsruhe!

Occupy EZB!

Die Besetzung der öffentlichen Flächen vor der Frankfurter Börse, der Commerzbank oder der HRE wird wenig bringen, denn in diesen Banken „wird nicht die Musik gemacht“! Das Besetzen der zugänglichen Flächen vor dem Reichstag, dem Bundesverfassungsgericht oder der EZB wäre für Deutschland und Europa ein machtvolles Signal! Wir rufen der Occupy Wall Street Bewegung in Deutschland deshalb zu:

Besetzt den Reichstag!

Besetzt das Bundesverfassungsgericht!

Besetzt die EZB!

Denn dort sitzen die Männer und Frauen, die die Enteignung, Schuldversklavung und Entmündigung der Menschen immer weiter vorantreiben!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Direkte Demokratie in der FDP?!?!

Unser Held: Frank Schäffler setzt einen Mitgliederentscheid in der FDP durch! Bravo! Nun wird man sehen, wie das „Establishment“ zurückschlagen wird… Wir wünschen dem Mitgliederentscheid: Viel Erfolg! Leider wird Merkel dann einfach mit der SPD koalieren – aber nun gut. Jede Revolution muss irgendwo anfangen!

Hompage Frank Schäffler:

Mitgliederentscheid: Unterschriftenziel erreicht

Spiegel Online:

FDP-Euro-Skeptiker setzen Mitgliederentscheid durch

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Flyer zur Zentralen Kundgebung in Frankfurt am 22.10.!

Flyer zur Zentralen Kundgebung:

Für Direkte Demokratie! Gegen den EURO-Rettungswahnsinn!

Am 22.10. ab 11.00 h in Frankfurt, vor der EZB

Der Demonstrationszug wird von der EZB zur Paulskirche führen, dem einzigen Ort in Deutschland, an dem jemals eine unmittelbar von den Bürgern ausgehende demokratische Neugestaltung der deutschen Staatsorganisation fast zum Erfolg geführt hätte.

Bitte diesen Flyer weiterleiten, weiterverbreiten, verteilen usw. Wer Flyer im Raum Frankfurt verteilen kann, melde sich bitte! Die Flyer werden voraussichtlich bis Anfang nächster Woche gedruckt vorliegen!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Download Flyer

Aktionsbündnis im Spiegel (print-Ausgabe)

Wir freuen uns über die erste Erwähnung des Aktionsbündnisses Direkte Demokratie – Gegen den EURO-Rettungswahnsinn im Spiegel! Der Artikel befasst sich eigentlich mit Olaf Henkel, aber dass ein Bild unserer Bürger-Demonstration in Stuttgart so prominent hier wiedergegeben und das Aktionsbündnis explizit erwähnt wird, sehen wir als einen wichtigen Erfolg!

Wir hoffen, dass dieser Bericht mehr Menschen zum Protest gegen den EURO-Wahnsinn motiviert und weisen auf unsere nächsten Veranstaltungen hin:

Spontandemo in Berlin am 6.10., Leipnizstr. 10, vor der Niederlassung Berlin der Deutschen Bundesbank, ab 10.30 h.

Zentrale Kundgebung in Frankfurt am 22.10., vor der EZB, ab 11.00h.

Nationaler Tag des Protests mit Veranstaltungen in möglichst vielen Städten am 5.11. ab 11.00 h.

Alle Bürger sind zum Mitmachen eingeladen!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Spontanaktion Berlin 6.10.!

In Berlin wird am Donnerstag, den 6.10. der EZB-Rat tagen und hält anschließend eine große Pressekonferenz.

Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, um die wirkliche Stimmung und Meinung der Bürger wiederzugeben! Eine entsprechende Veranstaltung in unmittelbarer Nähe des Ortes des voraussichtlichen Geschehens (Niederlassung Berlin der Deutschen Bundesbank, Leibnizstr. 10) haben wir angemeldet.

Dazu suchen wir 30 Menschen, die ab ca. 10.30 h mit uns in Berlin demonstrieren!

Wir wissen, dass das an einem Werktag und so kurzfristig nicht ganz einfach ist. Um Sicherheit über die Teilnehmerzahl zu haben, bitten wir deshalb jene, die teilnehmen können und wollen, uns eine kurze Mail zu senden an:

aktion-direkte-demokratie@email.de.

Wir werden dann jene, die sich melden, über die weiteren Details informieren.

Protest Jetzt! Sagen wir der EZB die Meinung!

Von der Clownunion: Aktuelle Kamera – Das EURO-Ermächtigungsgesetz

Wieder ein traurig-komisch-treffender Beitrag der Clownunion. Wir empfehlen: Anschauen!

Ein paar Worte zur Erläuterung, weil das vielleicht nicht jeder weis:

– Die Aktuelle Kamera war die Nachrichtensendung der DDR.

– Die Musik während der letzten drei Minuten war die Hymne der UdSSR. Sinngemäß: Folgt dem Genossen Lenin auf dem Weg des Kommunismus…

Wie treffend.

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Noch kein Held, aber wirklicher Mut! Bravo!

Frank Schäffler im Bundestag, heute:

Bravo! Wir drücken unseren tiefen Respekt aus! Da gehört richtiger Mut dazu. Ein Held wird er, wenn er es schafft, dass die FDP als Partei seinem Kurs folgt (woran wir nicht glauben) oder dann die Konsequenz zieht.

PS: Die Fraktionsvorsitzenden sorgen dafür, dass Schäffler nie mehr eine solche Rede wird halten können.

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

In eigener Sache: Wer ist das Aktionsbündnis? Was will es erreichen?

Aufgrund verschiedener Rückmeldungen wollen wir heute einen Beitrag in eigener Sache veröffentlichen. Dieser Beitrag soll vier Fragen beantworten:

1. Wer ist das Aktionsbündnis Direkte Demokratie – Gegen den EURO-Rettungswahnsinn?

2. Was wollen wir erreichen?

3. Welche Rolle spielt diese Webseite dabei?

4. Wer kann im Aktionsbündnis mitmachen?

Zu 1. Wer ist das Aktionsbündnis Direkte Demokratie?

Das Aktionsbündnis ist ein gemeinsames Anliegen, das ursprünglich von ca. 10 Bürgern in Stuttgart ins Leben gerufen wurde. Keiner dieser Bürger ist Berufspolitiker, fast alle stehen berufstätig „mitten im Leben“. Davon ausgehend ist das Netzwerk in Stuttgart gewachsen und es haben sich erste Netzwerke in Hamburg, Berlin und Frankfurt gebildet, weitere Kontakte bestehen nach Bayern, NRW und in andere Regionen. Das Aktionsbündnis hat bisher keine eigene Rechtsform. Der Grund dafür ist, dass wir bisher schlicht keine Zeit hatten, um ihm eine Rechtsform zu geben. Weiter wollen wir eigentlich keine Rechtsform haben, denn wir wollen ein Verbund freier Bürger und Organisationen sein, in dem jeder Bürger, jede Organisation selbst seine Verantwortung und seine Rolle bestimmt und wahrnimmt, solange diese mit unseren Zielen in Einklang stehen. Das Aktionsbündnis ist explizit keine Partei und will auch keine werden! Das Spannungsverhältnis ist, dass wir natürlich trotzdem eine gewisse gemeinsame Steuerung brauchen. Bisher gelingt dies über Vertrauen und das gemeinsame Anliegen. Diese Struktur wollen wir so lange wie möglich erhalten.

 Zu 2. Was will das Aktionsbündnis erreichen?

Der Anlass unserer Gründung ist der EURO-Rettungswahnsinn, aber das Ziel des Aktionsbündnisses ist die Einführung der Direkten Demokratie in Deutschland. Wir wollen:

1. Die Bürger informieren über das Ausmaß der Schuldversklavung und Entrechtung, das durch den „EURO-Rettungswahnsinn“ über sie gebracht wird.

2. Die Bürger auffordern, ihre Gesellschaft in ihre Hände zu nehmen und im Sinne der Direkten Demokratie neu zu gestalten.

3. Einen Bürgerentscheid darüber, ob wir uns am „EURO-Rettungswahnsinn“ beteiligen sollen.

4. Eine neue Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, die sich die Bürger in freier Entscheidung selbst geben und die auf Direkter Demokratie als Prinzip gründet.

5. Die Umgestaltung der EU in ein flexibles System europäischer Gemeinschaften, denen die Nationen in unmittelbarer Abhängigkeit des Willens ihrer Völker beitreten und aus denen sie auch wieder austreten können.

Zu 3. Welche Rolle spielt diese Webseite dabei?

Wir sind politische Laien. Aber wir lernen. Eine Sache, die wir gelernt haben, ist, dass wir mit dieser Webseite in Zukunft sehr eng an den eigentlichen Themen des Aktionsbündnisses bleiben, das heißt: Information über Aktionen, Werbung für Aktionen, Verknüpfung von Menschen. Darüber hinaus sollen einzelne Hintergrundartikel formuliert werden, soweit sie wesentlich Neues enthalten.

Zu 4. Was sind die Voraussetzungen, um beim Aktionsbündnis mitzumachen?

Die Voraussetzungen um beim Aktionsbündnis mitzumachen sind denkbar wenige:

1. Volle Unterstützung für die oben genannten Ziele.

2. Offenheit, mit jedem Bürger oder jeder Organisation zusammen zu arbeiten, der bzw. die ebenfalls diese Ziele teilt, unabhängig von dessen politischer, konfessioneller oder sonstiger Zugehörigkeit. Jeder, der die Ziele teilt, ist mit seinem Engagement und seinem Hintergrund willkommen! Ausgenommen hiervon sind lediglich Organisationen, die als Organisation insgesamt Werte oder Inhalte vertreten, die mit den genannten Zielen nicht vereinbar sind.

Es ist denkbar, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Art „Mitgliedschaft“ im Aktionsbündnis irgendwie formalisieren müssen. Bisher können wir das vermeiden – und wollen das auch weiterhin.

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Zentrale Kundgebung in Frankfurt am 22.10.! Nationaler Tag des Protests am 5.11.!

Nach Sichtung aller Rückmeldungen haben wir uns entschlossen, unsere zentrale Kundgebung in Frankfurt auf:

Samstag, den 22. Oktober 2011, ab 11.00 h, vor der EZB

zu legen. Mit diesem Termin wollen wir eine optimale Vorbereitung der Kundgebung ermöglichen. Wir bitten alle Leser, die aktiv an der Vorbereitung mitwirken wollen, sich mit unserem Ansprechpartner in Frankfurt in Verbindung zu setzen (stoppt-den-euro-wahnsinn@freenet.de).

Weiter rufen wir dazu auf, in Stuttgart und allen anderen Städten, die sich beteiligen wollen, am:

Samstag, den 5. November 2011, ab 11.00 h

zu demonstrieren. Wir laden die Mit-Aktivisten und Interessenten in Hamburg, Berlin, München, usw. ein, sich zu beteiligen und selbst Aktionen und Kundgebungen zu organisieren, um einen breiten, nationalen Tag des Protests zu verwirklichen.

Weitere Informationen zu der zentralen Kundgebung in Frankfurt veröffentlichen wir in Kürze!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Neue Serie: Mittwochsartikel.

Liebe Leser,
um einen Blog mit Erfolg zu betreiben bedarf es Kontinuität, Hingabe und Sachverstand (siehe Hartgeld).
Da wir alle unsere freie Zeit für unsere gemeinsamen Ziele einsetzten, fällt es manchmal schwer, diese Anforderungen zu erfüllen.
Diese Serie ist ein weiterer Versuch, unsere Leser besser kennen zu lernen, und unsere Aufgabe der sachkundigen Information unserer Mitbürger ernst zu nehmen.

Mittwochsartikel.

Wir wollen wöchentlich Rezensionen über Artikel der Konzernmedien schreiben – Zusammen mit Ihnen.
Heute: sueddeutsche.de

 

Abstimmung über Euro-Rettungsschirm Rotkäppchen unter Fraktionszwang

28.09.2011, 15:01

Von Oliver Das Gupta

Seelenqualen, Gerüchte, Anrufe der Kanzlerin: Manche der schwarz-gelben Abgeordneten, die eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms offen anzweifeln oder ablehnen, erleben in diesen Tagen die Wucht politischen Drucks. CDU-Innenexperte Bosbach beklagt, Opfer „übler Nachrede“ zu sein.

„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“ Grundgesetz, Artikel 38, Absatz 1.

„Wie man sich fühlt?“ Karl-Georg Wellmann seufzt regelrecht die Frage. Er überlegt kurz und sagt dann: „Man fühlt sich wie Rotkäppchen im Schneesturm.“ Der Notar aus Berlin-Steglitz trat 1972 in die CDU ein, seit 2005 sitzt er im Bundestag. Und nun steht er wohl vor der schwersten Entscheidung seines Politikerdaseins: Soll er an diesem Donnerstag der Ausweitung des Euro-Rettungsschirmes EFSF zustimmen?

Wellmann ringt seit langem mit sich. Er holte sich den Rat von Fachleuten, sogar Nobelpreisträger habe er kontaktiert, sagt er sueddeutsche.de. Doch die Experten widersprechen sich, und aus dem fernen Washington, von der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF), dringt herüber, dass der 440-Milliarden-Rettungsschirm womöglich nicht ausreicht. Dass manche Euroländer darüber sinnieren, dem EFSF eine unlimitierte Kreditlinie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einzuräumen.

Da rede man nicht mehr länger von Milliarden, sondern plötzlich von Billionen, sagt Wellmann. Eine Billion, das ist eine Zahl mit einer Eins mit zwölf Nullen. „Angesichts solcher Summen verschwimmen die Zahlen vor den Augen“, sagt Wellmann, „und man will zum Cognac greifen“.

Bei einer Probeabstimmung der Unionsfraktion am Dienstag gehörte er zu den 13 Parlamentariern, die ihre Zustimmung für die EFSF-Reform verweigerten. Beim kleineren Koalitionspartner, der FDP, ergab ein Probelauf sechs Abweichler. Bleibt es dabei, dann würden die Regierungsfraktionen denkbar knapp die Kanzlermehrheit erreichen.

Die Gruppe der Abtrünnigen setzt sich aus ganz verschiedenen Charakteren zusammen: Da wären solche wie der geübte Renegat und CSU-Mann Peter Gauweiler oder der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler. Volksvertreter, die aus ihrer generellen Euro-Skepsis keinen Hehl machen und das schon lange in viele Mikrofone sagen.

„Zwecklos, mich zu bearbeiten“

Aber es gibt auch andere, die vor der Abstimmung ihre ablehnende Haltung kund getan haben, aber sonst in der Öffentlichkeit nicht so präsent sind. Viele dieser stilleren Parlamentarier empfinden Seelenqualen, weil sie die Kanzlerin eigentlich nicht im Regen stehen lassen wollen. Sie möchten auch auf keinen Fall mit den Euro-Skeptikern in einen Topf geworfen werden. „Ich bin für die Vereinigten Staaten von Europa“, sagt eine solche Stimme aus den Koalitionsfraktionen zu sueddeutsche.de. „Ich glaube nur, dass die Ausweitung des Rettungsschirms der falsche Weg ist.“

Welchen Druck die Fraktions- und Parteispitzen auf die Abweichler bei CDU, CSU und FDP ausüben, ist ungewiss. Man nennt das Fraktionszwang, und der ist laut Grundgesetz, Artikel 38, Absatz 1, eigentlich verboten. Die Parlamentarier, heißt es da, seien „nur ihrem Gewissen unterworfen“. Eigentlich.

Manche der Rettungsschirm-Verweigerer erwähnen vielsagend ihre kurze Parlamentszugehörigkeit und wollen nicht weiter reden. Manche berichten, es gäbe zwar einen gewissen Druck, aber beileibe keine Drohungen nach dem Motto: Du wirst nichts mehr, wenn du nicht spurst.

Andere wie der in Sachen Griechenland-Rettung als Hardliner geltende CDU-Abgeordnete Manfred Kolbe erklären, er sei keinerlei Pressionen ausgesetzt. „Es wäre auch zwecklos, mich zu bearbeiten“, sagt der Sachse zu sueddeutsche.de.

Wackelkandidaten wie der Berliner Wellmann berichten allerdings, dass sich CDU-Chefin Angela Merkel inzwischen selbst einschaltet, um „ihre“ Leute auf Linie zu bringen: Anfang der Woche hat die Bundeskanzlerin bei dem Berliner angerufen und für die Zustimmung geworben.

Bosbach CDU Bild vergrößern Sieht sich als Opfer von „übler Nachrede“: Christdemokrat Wolfgang Bosbach (© ddp)

Ein anderer, der einen Anruf von oben bekommen haben dürfte und vielleicht doch sein Plazet verweigern wird, ist der CSU-Abgeordnete Herbert Frankenhauser. Die „offenen Fragen“, die Frankenhauser schon „vor Wochen an das Bundesfinanzministerium gestellt“ habe, seien immer noch nicht beantwortet, heißt es aus seinem Büro.

Bislang habe Frankenhauser sein Abstimmungsverhalten noch nicht festgelegt. Der Münchner verfügt über langjährige Parlamentserfahrung, er sitzt im Haushaltsausschuss und gilt als kundiger Fahrensmann. Frankenhausers Wort hat Gewicht in der Fraktion, ebenso wie das von Wolfgang Bosbach.

Der namhafte Christdemokrat hat sich seit längerem festgelegt auf ein „Nein“, was seitdem für größeres Aufsehen sorgt. In der Folge wurde über Bosbach gestreut, er würde nur bocken, weil er es nicht zum Minister gebracht habe – ein Gerücht, das den stets loyalen Rheinländer schwer trifft. Er habe sich vor einigen Wochen noch nicht vorstellen können, dass so etwas passiert, sagt Bosbach zu sueddeutsche.de. Der Innenexperte sieht sich als Opfer von „übler Nachrede“.

Unter seinen Fraktionskollegen scheinen einige schon Mitleid mit Bosbach zu haben: „Nicht wenige, die mir auf die Schulter klopfen, sagen mir: ‚Ich will nicht in deiner Haut stecken'“. Bosbach bleibt bei seiner Haltung, er will nun erst recht gegen die Ausweitung des EFSF stimmen.

Anders Karl-Georg Wellmann. Er tendiert inzwischen zum „Ja“. Er wolle die Kanzlerin nicht alleine lassen, sagt er. Für ihn sei wichtig, dass die Koalition in einer so wichtigen Frage nicht auf die Unterstützung der Opposition angewiesen sei. Ganz will er sich allerdings doch noch nicht festlegen: Denn Voraussetzung für seine Zustimmung sei, dass nicht noch „etwas völlig Verstörendes aus Washington, aus Paris, aus Frankfurt oder sonst woher kommt“.

Da ist sie wieder, die Unsicherheit. Und das Gefühl, Rotkäppchen im Schneesturm zu sein.

Mit Material von Reuters.

Der Autor debattiert unter twitter.com/oliverdasgupta

 

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