„Wer die Freiheit aufgibt, um die Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin

Um es vorweg zu sagen: Wir halten den Kauf von Gold oder anderen Sachwerten für richtig. Gleichwohl stellen wir die Frage, ob der Kauf von Gold politisches Engagement ersetzen kann. Die Beantwortung dieser Frage ist deshalb wichtig, weil viele Edelmetallkäufer glauben, dass sie sich mit einem Vorrat an Gold und anderen Sachgütern bereits gut auf eine mögliche Umbruchsituation vorbereitet haben, das Notwendige und Mögliche bereits getan haben. Manche Goldkäufer ziehen sich sogar bewusst ins Private zurück, haben vielleicht sogar eine „Fluchtburg“ auf dem Land, und verzichten bewusst auf jede sichtbare öffentliche Äußerung.
So berechtigt und nachvollziehbar dieses Verhalten ist, so muss doch die Frage gestellt werden, ob dieser Rückzug in die mit Gold und Vorräten gesicherte private Welt letztlich Aussicht hat, den gewünschten Erfolg zu erzielen.
Was versucht nun ein Bürger durch den Kauf von Gold und anderen Sachwerten zu erreichen? Kurz gesagt ist es vor allem Sicherheit und Schutz des Vermögens. Manche Käufer mögen zusätzlich nach Spekulationsgewinnen streben, aber Gold als Anlageklasse steht vor allem für einen existenziellen Krisenschutz. Mit Gold versucht der Käufer sich gegen einen Zusammenbruch der Welt, wie man sie bisher kannte, abzusichern.
Was dabei aber oft übersehen wird, ist der soziale Charakter von Eigentum. Eigentum ist kein objektiver Zustand wie ein Baum oder eine Straße, sondern ein Recht. Eigentum ist nicht primär das, von dem „ich“ glaube, dass es mir gehört. Eigentum ist, was andere anerkennen, dass es mir gehört. Noch genauer: Eigentum ist, was die Staatsgewalt als mir zugehörig anerkennt und gegen die Ansprüche anderer Menschen schützt.
Um diese Aussage an einem Beispiel zu verdeutlichen: Ob ich der Meinung bin, dass ein bestimmtes Auto mir gehört, besagt noch nicht, dass ich tatsächlich Eigentümer des Autos bin. Erst wenn der komplette Rest der Menschheit anerkennt, dass das Auto mir gehört (letztlich geschieht das durch die staatliche Ordnung) habe ich das Eigentumsrecht an einem bestimmten Auto. Wäre es anders, so könnte ich ja einen Eigentumsanspruch auf jedes Auto erheben.
Gold ist hier nun insofern ein Sonderfall, als dass UNTER DER GEGENWÄRTIGEN RECHTSORDNUNG (!) der Besitz von Gold in der Regel gleich dem Eigentum an Gold ist. Wer also einen Barren Gold in der Hand hält, kann UNTER DEM SCHUTZ DER AKTUELLEN STAATLICHEN ORDNUNG sein Eigentum an diesem Barren geltend machen (und damit den Eigentumsanspruch anderer Menschen zurückweisen).
Das Entscheidende ist nun: Damit ist die Funktion von Gold als Krisenschutz an Voraussetzungen gebunden. Diese Voraussetzungen sind unter anderem:
– Dass Privatpersonen überhaupt persönliches Eigentum haben dürfen (wir also nicht im Kommunismus leben).
– Dass Privatpersonen überhaupt Gold besitzen dürfen (man denke an das Goldverbot in den USA nach 1932).
– Dass Händler berechtigt sind, von Privatpersonen Gold zu kaufen (mögliches Goldhandelsverbot).
– Dass für Gold freie Marktpreise gelten (und nicht von der Zentralgewalt ein verbindlicher Preis vorgeschrieben wird).
– Dass die öffentliche Ordnung nicht in einem solchen Maß zusammenbricht, dass auf der Straße das Faustrecht des Stärkeren gilt und Goldbesitzer schlicht bestohlen werden.
Und viele andere Voraussetzungen mehr.
Worauf wir hinaus wollen ist: Die Funktion von Gold als Krisenschutz ist an ein bestimmtes Minimum liberaler Rechtsstaatlichkeit gebunden. Bricht dieses Minimum an liberaler Rechtsstaatlichkeit weg, dann hilft der Besitz von Gold wenig bzw. kann im Extremfall sogar zur Bedrohung werden, denn gerade der „reiche“ Goldbesitzer wird dann zur Zielscheibe von Neid und möglicherweise Gewaltanwendung (man stelle sich nur zum Beispiel vor, es wird ein Goldverbot erlassen. Viele Goldbesitzer verstecken daraufhin ihr Gold. Werden nun Durchsuchungen vorgenommen und wird Gold gefunden, so wird der Goldbesitzer nicht nur sein Gold verlieren sondern bestraft werden).
Was folgt nun hieraus?
Es folgt hieraus nicht, dass man kein Gold mehr kaufen sollte. Ganz im Gegenteil. Unter den aufziehenden politischen Verhältnissen ist die Flucht aus den Systemen, z.B. durch den Kauf von Gold, nur anzuraten.
Zugleich aber ist politisches Engagement für den Erhalt eines liberalen Rechtsstaates absolut notwendiges Element einer rationalen Strategie der Krisenvorsorge. 1.000 oder 1 Mio. Euro in Gold umzuwandeln und sich nicht zugleich politisch für den Erhalt der liberalen Rechtsstaatlichkeit einzusetzen, ist unsinnig! Unter einer Diktatur sind ALLE Sklaven! Und ob der Sklave nun Gold besitzt oder nicht, ist für ihn selbst irrelevant, denn er kann seinen Besitz nicht rechtmäßig verwerten (Goldverbot) und er ist ohnehin nur ein recht- und besitzloser Sklave, auf dessen „Besitz“ die Mächtigen jederzeit zugreifen können.
Zugleich gilt: Der Kauf von Gold ist eine individuelle Sache, eine Rechtsordnung jedoch notwendig eine soziale Angelegenheit. Sprich: Jeder Mensch hat es unter der derzeitigen Rechtsordnung alleine in der Hand, Gold zu kaufen oder es bleiben zu lassen. Eine staatliche Rechtsordnung wird aber im der Gemeinschaft vieler Millionen Menschen geschaffen. Die soziale und politische Seite der Krisenvorbereitung im Sinne der Verteidigung eines liberalen Rechtsstaates ist daher notwendig frustrierend und mühsam, denn als Einzelner kann ein Mensch nur sehr wenig bewirken.
Positiv ist aber auf der anderen Seite, dass politisches Engagement – ganz im Gegensatz zum Kauf von Gold – wenig bis nichts kostet! Jeder Bürger darf demonstrieren! Jeder Bürger, unabhängig von seinen finanziellen Mitteln, hat bei Wahlen eine Stimme! Jeder Bürger darf beanspruchen, als Bürger gehört zu werden! Politisches Engagement für einen liberalen Rechtsstaat erfordert nichts weiter als: EINSICHT, etwas Zeit und vielleicht etwas Geld! Der mögliche Lohn für diesen Einsatz ist aber zugleich unendlich viel wertvoller als jede Menge Goldes: Der Erhalt der Freiheit! Der Erhalt der Rechtsstaatlichkeit! Der Erhalt der Demokratie! Ohne die jeder Goldbesitz eh idiotisch ist.
Das Zitat von Benjamin Franklin, das am Anfang dieses Textes steht, bringt exakt diesen Zusammenhang zum Ausdruck: Für den Sklaven gibt es keine Sicherheit, egal wie viel Gold er hat. Die Freiheit, das Recht, letztlich der freiheitlich demokratische Rechtsstaat ist die grundlegende Voraussetzung für individuelle Sicherheit. Und es ist eben der freiheitlich demokratische Rechtsstaat, der durch den Euro-Rettungswahnsinn, durch den ESM und die EU im Ergebnis aufgehoben wird. Die ESM-Junta wird über dem Recht stehen wie ein Kaiser oder König über seinen Untertanen. Wer sich jetzt nicht für Freiheit und Demokratie einsetzt, der ist der Sicherheit nicht wert!
Demonstrieren Sie mit uns! Für echte Demokratie und Bürgerrechte! Gegen den Euro-Rettungswahnsinn! Am Samstag, den 31.3.2012 ab 11.55 h in Karlruhe!

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