Um die Entwicklung in der Bundesrepublik und den Nationen der EU zu bezeichnen, nutzen wir von Beginn unserer Arbeit an das Wort „Euro-Wahnsinn“. Es ist an der Zeit, zu beschreiben, was genau mit dem Begriff „Euro-Wahnsinn“ gemeint ist.

File:Freud.jpg

Bild: Wikicommons, Siegmund Freud, Gründer der Psychoanalyse, Verfasser u.a. von „Totem und Tabu“, einem im Zusammenhang hier nicht unwichtigem Grundlagenbuch.

1. Was ist der Euro-Wahnsinn?

Der Euro-Wahnsinn gleicht einer Psychopathologie. Er bezeichnet einen Verlust der normalen menschlichen Fähigkeit, die Wirklichkeit wahrzunehmen, sach- und realitätsgerecht zu interpretieren und entsprechende Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Ein wesentliches Merkmal des Euro-Wahnsinns ist der Verlust von Werten und moralischen Normen. Menschen und Institutionen werden zu entseelten Instrumenten der Pathologie: Lügen, einseitige Wahrnehmungen, extremer Egoismus, pathologische Furchtlosigkeit, generell der Verlust von Achtung vor anderen Menschen, alles nur um die eigene Fantasie nicht aufgeben zu müssen. Der Euro-Wahnsinn ist psychopathologisch eng verwandt mit religiösen und anderen politischen Wahnvorstellungen, Allmachts- und Erlösungsfantasien, wie sie immer wieder gerade nach Katastrophen wie der Pest, Hungersnöten oder Kriegen aufgekommen sind.

2. Wer ist vom Euro-Wahnsinn befallen?

Praktisch die gesamte etablierte „Elite“ der Bundesrepublik in Legislative, Exekutive und Judikative sowie in Medien, Wirtschaft und Verwaltung sind dem Euro-Wahnsinn verfallen, zumindest soweit diese öffentlich und im Sinne maßstabsetzender Entscheidungen auftritt. Einzelne mögen „nur das Spiel mitspielen“, ohne selbst dem Euro-Wahnsinn verfallen zu sein. Analoges gilt für alle Direktoren, Kommissare und Mitarbeiter der EU, der EZB sowie aller weiteren „Euro-„Institutionen. Interessantes Merkmal der Euro-Psychopathologie ist, dass Entscheidungsträger (z.B. Issing, Stark und andere) nach Rücktritt oder Verlust ihres Euro-Amtes nicht selten zu Kritikern des Euro-Wahnsinns werden, ohne allerdings dieses Wort zu nutzen oder die tatsächliche Tragweite und den primär moralischen und psychologischen Charakter der Euro-Pathologie zu erkennen oder zu verstehen.

Aufgrund der umfassenden, jahrzehntelangen Propaganda und geschickten Manipulation der Öffentlichkeit durch unter anderem neurolinguistische Programmierung sind die Begriffe EU, Euro, Europa auch in breiten Teilen der Öffentlichkeit psychologisch mit positiven Bildern verankert – die eine Wahrnehmung der wirklichen Entwicklung oft verhindern. Die systematische Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche auf „Europatauglichkeit“ ist weiter soweit fortgeschritten, dass objektive Daten – soweit diese überhaupt noch erhoben und veröffentlicht werden – auf Grund fehlender Institutionen, die diese Daten und Entwicklungen aufnehmen und kommunizieren, viele Menschen gar nicht mehr erreichen und daher gesellschaftlich praktisch irrelevant bleiben. Der Wahnsinn ist der Mainstream. Folge hiervon ist, dass auch viele normale Bürger implizit, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein oder sich auch nur die Frage zu stellen, Mitläufer des Euro-Wahnsinns sind und nur durch grobe kognitive Dissonanzen davon abgebracht werden können (also durch schockartige Erlebnisse, die so stark sind, dass sie die Mauer des Wahnsinns zum Einbruch bringen.

4. Woher kommt der Euro-Wahnsinn?

Letztlich ist der Euro-Wahnsinn die politisch-psychologische Gegenreaktion auf die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bzw. das dahinter stehende moralische und soziale Wertegerüst. Der Euro-Wahnsinn ist also nicht  nur eine Reaktion auf die Schrecken des 2. Weltkriegs, wie oft gesagt wird. Seine Genese reicht weit in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Vereinfacht gesagt, ist der Euro-Wahnsinn die übertriebene Abwehrreaktion auf die Geisteswelt von vor 1914, vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs: Die ins gegenteilige Extrem verkehrte Ablehnung der Nation, des Nationalismus, der männlichen, „weißen“, wirtschaftsliberalen und wissenschaftlichen Gesellschaft.  Der Euro-Wahnsinn ist in seinem Extremismus in der Form das Gleiche wie der deutsche Wilhelmismus der späten Kaiserzeit, aber inhaltlich dessen ins andere Extrem getriebene Position des totalen Internationalismus, Sozialismus und einiger anderer -ismen. Er ist weiter durch die konstruktivistische, internationalistische und sozialistische Weltvision wissenschafts- und unternehmerfeindlich. Wissenschaft ist für ihn primär Mittel zur Verwirklichung der eigenen politischen Utopie (so wie im Kommunismus). Wirtschaftlich ergibt sich daraus die Förderung großer, politisch beherrsch- und kontrollierbarer, beständiger Konzerne und die Feindschaft gegenüber dem Unternehmertypus (kreative, freie, unberechenbare Erschaffer von Neuem).

5. Warum ist der Euro-Wahnsinn so weit verbreitet?

Im Geist des Euro-Wahnsinnigen besteht die Welt nur aus Euro-Wahn (Gut!) und dessen Gegenteil in Gestalt der Werte und Moral von „Vor 1914“ (Böse!) (letzteres nur mit dem Wort „Nationalismus“ zu beschreiben, würde viel zu kurz greifen. Es geht um viel, viel mehr, als nur um das Gegenteil von Nationalismus). Wer also in der Geisteswelt der Euro-Wahnsinnigen gegen die Euro-Idee ist, der ist für Krieg, Mord und Totschlag, Nationalismus, Patriarchat, gegen das Wahlrecht für Frauen, für Imperialismus und wer weis‘, was sonst noch alles. Kurz: Es ist für die Euro-Wahnsinnigen in der Tat alternativlos, bis in den Untergang die eigene Wahnvorstellung zu verteidigen, die „Gegner“ ohne wenn und aber auszuschalten, denn es steht ihre Identität auf dem Spiel.

Der Euro-Wahnsinn ist ein Totalitarismus, der nach Gleichschaltung der gesamten Gesellschaft strebt und darin sehr weit fortgeschritten ist.

Dass dieser Totalitarismus überhaupt so dominant werden konnte, hat sicherlich viel mit der Situation nach den Weltkriegen zu tun. Die europäische Bewegung als Friedens- und humanistische Bewegung nach den Weltkriegen hatte alles moralische Recht auf ihrer Seite. Der Euro-Wahnsinn ist letztlich die ins pathologische, monströse gewachsene Idee der europäischen Bewegung, die gerade dadurch die ursprünglichen humanistischen Werte verrät. Er ist die Verselbständigung einer Ideologie, die sich nun ihrerseits der Menschen bedient statt ihnen zu dienen.

Die Gründe für die weite Verbreitung des Euro-Wahnsinns sind also: Der ursprünglich gute Keim der Bewegung. der noch in vielen Menschen nachhallt, die modernen Möglichkeiten zur Steuerung der Gesellschaften (Zentralbank, Medien) aber vor allem der inhärente kompromisslose Totalitarismus der Euro-Ideologie, die sich ebenso wie Kommunismus oder Faschismus ohne Rücksicht auf die Kosten an der Macht hält, wenn sie diese erst einmal erlangt hat.

6. Wie kann man den Euro-Wahnsinn überwinden?

Das ist die offene Frage, auf die nur die Geschichte eine Antwort gegen wird. Sicher ist: Der Euro-Wahnsinn als eine inhärent anti-humanistische, anti-liberale, entmündigende und verarmende, letztlich gegen die Chancen auf Selbstverwirklichung der Menschen gerichtete Idee wird scheitern. Notwendig ist ganz im Sinne einer dialektischen Geschichtsentwicklung die Überwindung des Dualismus von Thesis (Wilhemismus) und Anti-Thesis (Euro-Wahnsinn), um auf ein neues, reifes, in sich ruhendes und tragfähiges Niveau der menschlichen Entwicklung zu gelangen, der das Gute beider Extreme in sich vereint. Diese nächste Stufe der sozialen Selbstbestimmung ist unseres Erachtens in politischer Hinsicht die direkte Demokratie. Unklar ist allerdings, was auf dem Weg dahin geschehen und wann dieser Weg zum Ziel führen wird. Hoffen wir, dass der Übergang friedlich und schnell erfolgt.

Und was die Handlungsoptionen für den Einzelnen angeht, haben wir diese hier und hier dargestellt.

Wer im übrigen die Arbeit des ADD unterstützen möchte, kann auf dieses Konto eine Spende überweisen:

Aktionsbündnis Direkte Demokratie e.V., Konto: 182249000, Voba Stuttgart, BLZ 60090100.

Der ADD e.V. wird von der Bundesrepublik nicht als gemeinnützig angesehen (worauf wir sehr Stolz sind) und kann daher keine steuerlich abzugsfähigen Spendenquittungen ausstellen.

Kommentare zu: "Was ist der Euro-Wahnsinn?" (11)

  1. Copyright Bürgerbewegung „Stoppt die Enteignung“

    Kranken kann man helfen, Irren nicht! (last call for exit)

    Verdammt noch mal, was ist denn eigentlich los?! Dies ist ein Appell an die Vernunft, an Ihre Vernunft! Hat sich denn überhaupt mal jemand Gedanken gemacht über die Gesundheits- bzw. Geisteszustände unserer Politker/innen, insbesondere die Herrschaften und Damenschaften (das ist Neusprech) in Brüssel?

    Wahrscheinlich niemand. Und genau hierin liegt das Problem. Wir, die Bevölkerung, die hoffentlich noch über einen halbwegs gesunden Menschenverstand verfügen, lassen die Brüsseler gewähren und beschweren uns lediglich über deren Kontroll- und Regulierungswut, ihrem Beeinflussungs- und Umerziehungswahn, Besserwisserei usw.

    Dabei liegt es auf der Hand. Die politische Verantwortlichkeit in Brüssel ist krank, schwer krank! Die Diagnose ist klar und eindeutig, sie sind allesamt schizophren.

    Ein Blick in die Psychowelt lässt uns schlauer werden. Wird doch da gesprochen von Geistern, die ich nicht rief, nämlich die EU in ihrer jetzigen und insbesondere zukünftigen Form und den katastrophal Existenz vernichtenden Euro.

    Was kann und muss man mit an Schizophrenie erkrankten Menschen tun? Heilen kann man sie nicht, denn sie haben schon den Status der Irren erreicht. Kranke kann man heilen, Irre nicht. Was bleibt uns übrig, was ist zu tun? Wir machen es wie die Ärzteschaft. Wir müssen sie irgendwie ruhig stellen. Nur wie?

    Ja, wo sind sie denn eigentlich, die Weißkittel der Psychowelt? Haben die nicht die notwendigen Kenntnisse, die uns allen weiter helfen können? Sie können in die Menschen hinein schauen und uns die Wahrheit über das Innenleben preisgeben, was die Friedensnobelpreisträger in Wirklichkeit im Schilde führen.

    Ist nicht gerade ein Buch erschienen von einem namhaften Psychiater mit dem Titel „Irre“, in dem er erläutert, dass höchst wahrscheinlich die Falschen in der Klapse gelandet sind? Es ist allerhöchste Zeit zu handeln! Es gibt einen ärztlichen Ehrenkodex, unterlassene Hilfeleistung ist strafbar wegen weiterer Gefährdung des Gemeinwohls.

    Wir wollen nicht von kranken Irren regiert werden, die enorme Verantwortung tragen und wir dabei Haus und Hof verlieren!!!

    Die Psychiater sind unsere letzte und einzigste Chance, machen doch die Deutschen erst mobil, wenn ihr Auto zerkratzt oder die Antenne abgebrochen wird oder das Fernsehbild beim Fußball oder Casting ausfällt!

    Psychiater in Europa, rauft Euch zusammen und rettet Europa! In Euren Händen liegt unser Schicksal und zückt endlich den Kuli und stellt die so notwendigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus oder besser noch, schickt sie unverzüglich ohne über Los zu gehen per Zwangseinweisung direkt in die Irrenanstalt!

  2. Die Antwort auf die Frage „6. Wie kann man den Euro-Wahnsinn überwinden?“ ist gefunden, und Sie irren also, wenn Sie schreiben:“Das ist die offene Frage, auf die nur die Geschichte eine Antwort gegen wird.“

    Die Antwort heißt Übergang unter die Ordnung des KREATIVEN Evolutionspfades und Exodus aus der verursachenden Tyrannei des 2%Wachstumszwang-Kapitalismus. Die Erkenntnisse dazu sind vorhanden. Angela Merkel handelt auf dieser Grundlage. Das hat ADD nur noch nicht kapiert.

    Es wird keine Direkte Demokratie kommen, sondern eine KREATIVE Demokratie von Goethepolitikern. Wer mein kybernetisches Evolutionsprozess-Modell kennt und Chaosphysik dazu, der freut sich über den von Ihnen benannten definierten ‚Euro-Wahnsinn‘.

    Er wird den Exodus aus dem 2%Tyrannei erzwingen. Die hegelsche List der Geschichte war hbier am Werke.

  3. Hat dies auf Rogalist rebloggt und kommentierte:
    „Es ist an der Zeit, zu beschreiben, was genau mit dem Begriff “Euro-Wahnsinn” gemeint ist …“ […]

  4. goetzvonberlichingen schrieb:

    Sehr interessante These..
    Bildlich gesehen ist der Euro-Wahn vergleichbar mit einer psychopathischen-Spinne:

    Die Spinne braucht Futter und das ist das aus dem Nichts erzeugte Fiatmoney und die nicht eingehaltenen Reglen…
    Die Fäden der Spinne ist das System aus Fachleuten(Idioten..) unwissender und überforderter Politiker, den Börsen, dem Bankendruckmittel der Rating-Privat-Agenturen, und einer EURO-Ideologie.Psychopaten erkennen sich untereinander und spielen das Spiel weiter….mit.
    Euro–Gift.
    Was passiert, wenn die Spinne zuviel giftiges Futter bekommt?Eine Spinne lebt vom Beutefang, also verkümmert oder stirbt sie.
    Sicherungsleine!
    Das spielt bei der Spinne auch eine gr. Rolle…sie kann sich nicht mehr schützen und flüchten, bleibt im eigenen Netz verfangen.
    Bezogen auf den EURO-Wahn…: Da aber die Regeln des ESM nicht eingehalten werden ist das System zum Tode verurteilt.
    Euro-Spinne tot..

  5. goetzvonberlichingen schrieb:

    Was macht ein Psychiater mit den PsychoPaten?
    Wenn er nur zwei findet, versammeln sich die Anderen von ganz alleine.
    Da braucht man nur nach Brüssel zu schauen… :-)

    Direkte Demokratie?Ob die Menschheit dafür reif ist?
    Klingt wie „fluid-democrazy.“.der Piratenpartei…
    Seit wann ist Demokratie direkt und flüssig?
    Illusionen und Ideologien, Experimente hatten wir schon genug…

  6. Norbert Tegge schrieb:

    Artikel ist gut, die Kommentare besser. Nur eine Frage wird hier nicht gestellt.
    Von welchen Psychiatern reden oder schreiben wir?
    Die von der Weltgesundheitsorganisation hypnotisierten?
    Welche die den hypokratischen Eid geschworen haben?
    Oder die, die Lehren aus der germanischen oder asiatischen Heilmedizin?

    Auch möchte ich noch erwähnen das vor einem System der Mensch steht. Der sich unterdrücken lässt. Wenn jeder Mensch vor allem sein Selbstwertgefühl voran stellt, mit seinen ethischen Überzeugungen ergänzt, wird er in Freiheit leben.

    Ein System wird von uns erschaffen und wieder zerstört. Wie schlimm ist es um uns bestellt, wenn wir glauben, dass wir irgendjemanden dienen müssen?

    Die Argen Jobcenter lassen Mandanten als psychisch krank diagnostizieren.
    1. Enteignung des Menschen (Betreuer wird installiert, Eigenheim weggenommen)
    2. Da er AU ist, wird er nicht mehr als ALG II Empfänger in der Statistik erwähnt.

    Es ist nicht nur die EU Diktatur, sondern auch das neoliberale darwinsche System, dass zu dieser Wirtschaftskrise geführt hat.

    Man sollte sich objektiv mit diesen Verwerfungen beschäftigen.

    Das Wirtschafts und Sozialsystem weltweit führte dazu. Das System ist zu hinterfragen.
    Wenn wir dies nicht tun, werden wir anstatt einer jetzigen EU Diktatur uns in einer nationalen wiederfinden.

    Eine dezentrale Politik gekoppelt mit einer direkten Demokratie vor Ort könnte uns ein Stück weiterbringen. Die Lobbyisten würden entmachtet.

    Es gibt viele Menschen die Leiden und sind wütend. Ein „moderner“ Psychiater würde eine Verbitterung diagnostizieren. lt. WHO. Ist diese Erkrankung seit mehr als 6 Monaten nicht geheilt, so ist lt. dt. Rentenversicherung die MdE auf bis zu 75 Prozent zu werten.

    Hier ein Link: Hirnschäden

    http://www.medizinfo.de/pflege/behinderung/grade.shtml

    Ich denke, dass hiernach mindestens 30 Mio. Menschen in Deutschland eine Rente erhalten müssten. Da haben sie ein Anrecht drauf.

    Unser System ist bittere Satire. Sorry, wieder Verbitterungssyndrom. Mist.

  7. Hat dies auf ein pirat auf land rebloggt.

  8. manni schrieb:

    aus FID:
    Erinnern Sie sich noch? Schon im Mai war es Mario Draghi höchstpersönlich, der darauf hinwies, dass die EZB technisch bereits auf negative Einlagezinsen vorbereitet sei. Aktuell bekommen Banken, die über Nacht freie Mittel bei der EZB parken, schon keine Zinsen mehr. Und auf der jüngsten Zinssitzung am vergangenen Donnerstag war ja anscheinend das Thema negativer Einlagezins“ ganz oben auf der agenda.
    Belebung der Kreditvergabe?
    Einer jüngsten Umfrage von Morgan Stanley zufolge überwiegen für die Mehrzahl der Investoren die positiven Effekte eines negativen Einlagenzinses ganz klar die negativen Folgen für die Finanzbranche. Die Finanzinstitute sollen mit diesem Mittel dazu bewogen werden, mehr Kredite an Unternehmen zu vergeben. Andere Mitglieder des EZB-Rats und Vertreter der Finanzbranche äußerten sich sehr skeptisch zum Thema negativer Einlagenzinsen. Allen voran sei hier der Ökonom Prof. Thorsten Polleit erwähnt, der schon Anfang Juno 2013 in seinem Marktreport ausführlich auf das Thema Negativzins einging.
    http://news.degussa-goldhandel.de/newsletter/X2L155WD50.pdf
    Vier Effekte
    Laut Prof. Polleit seien es vor allem vier Effekte, die im Hinblick auf einen negativen Einlagenzins wahrscheinlich eintreten werden. Erstens würde ein solcher Negativzins seiner Einschätzung zufolge die Gewinne der Banken reduzieren. Folglich gebe es für die Banken weniger Spielraum, das Eigenkapital aus einbehaltenen Gewinnen zu erhöhen. Zweitens erhöhe Polleit zufolge ein Negativzins den Anreiz für Banken, in möglichst „risikoarme“ Wertpapiere – wie Anleihen von vergleichsweise guten Staatsschuldnern – zu investieren. Der Absatz von Staatsanleihen werde auf Kosten der Kreditgewährung an Unternehmen und Konsumenten künstlich begünstigt. Drittens werden dadurch ausländische Investoren abgeschreckt. Die Folge sei eine nachlassende Euro-Nachfrage, und das dürfte den Wechselkurs gegenüber anderen Währungen drücken. Das sei ein Ergebnis, über das sich all jene freuen würden, die meinen, dass die Exportindustrie so gefördert werde.
    Entreicherung der Sparer
    Und viertens werde ein negativer Einlagezins von den Banken an die Bankkunden weitergereicht werden. Ein negativer Zins auf Sicht-, Termin- und Spareinlagen bedeute aber, dass diese Verbindlichkeiten, die auf der Passivseite der Bankbilanz ausgewiesen würden, im Zeitablauf sprichwörtlich immer weniger würden. Und in gleichem Maße würde dann das Eigenkapital der Banken ansteigen. Ein solcher Negativzins würde also vor allem Regierungen und Banken helfen, die Kosten der Euro-Kreditkrise durch ein Entwerten des Geldes und vor allem der Ersparnisse mehr oder weniger still und heimlich zu finanzieren.
    Altersarmut droht
    Das führe zu großen volkswirtschaftlichen Schäden, denn das weitere Absenken der Sparzinsen lasse die Deckungslücke für die Altersvorsorge der Sparer unbarmherzig ansteigen. Dem Gros der Sparer werde es nun nicht mehr möglich sein, die notwendige Altersvorsorge überhaupt aufzubauen. Altersarmut werde die Folge sein. Hinzu komme, dass die Barwerte der Pensionsverbindlichkeiten der Unternehmen ansteigen, was wiederum die Eigenkapitaldecke schwäche. Als Folge dessen würden Finanzierungskraft und Investitionstätigkeit nachlassen mit verheerenden Auswirkungen auf Produktion und Arbeitslosigkeit.
    Vernichtendes Fazit
    Last but not least zum Fazit von Prof. Polleit. Der Negativzins für Bankeinlagen sei im Grunde nur die logische Konsequenz einer Geldpolitik, die versuche, die Überschuldung, für die sie gesorgt habe, durch ein Entwerten des Geldes aus der Welt zu schaffen. Dabei handle es sich um ein Schurkenstück, über das man sich empören müsse. Abschließend konzediert Herr Polleit, dass es sich dabei um ein sehr intelligentes Schurkenstück handeln würde.
    Fazit: also nix mit Hirnschäden, ist eiskalte Politik

  9. Ina schrieb:

    Ich denke, dass der Euro-Wahnsinn sowohl von pervertierten sozialistischen als auch kapitalistischen Ideen geprägt wird – das ist unsere Tragik. Im europa-Magazin.ch wird z.B. die Ursache des Demokratie-Abbaus wie folgt beschrieben:
    Dikatur der Finanzmärkte, EU-Krise und Widerstand

    Die Nummer 61 des Widerspruchs liefert einige interessante, kritische Analysen der neuesten Entwicklungen in der EU. Klaus Dräger beschreibt die EU-Integration als eine Realisierung gewisser Hayekscher Ideen: Für Friedrich von Hayek, einem der geistigen Väter des Neoliberalismus, gründeten die Probleme Europas im Aufstieg der Volkssouveränität und demokratischer Kontrolle über die Wirschaftspolitik. Seine Lösung, die er 1939 veröffentlichte, war eine Europäische Föderation, welche den demoratischen ‚Weg in die Knechtschaft’ versperren würde, indem die europäischen Staaten vertragliche Verpflichtungen zur Beendigung öffentlicher demokratischer Kontrolle über die Wirtschafts- und Sozialpolitik eingehen. Unter internationalem Vertragsrecht könnten so die normalen parlamentarischen Gesetze und Politiken einzelner Staaten unterlaufen werden. So kann ein Vertrag, der innerstaatliche Angelegenheiten betrifft, demokratische Politikgestaltung blockieren. In der Tat verordnen die Bestimmungen des EG-Vertrags bis hin zum geltenden Vertrag von Lissabon regelgebundene Verfahren, um vor allem die Ökonomie vor Eingriffen des demokratischen Souveräns der Mitgliedstaaten zu bewahren. Die EU-Verträge bilden ein Korsett mit Verfassungsrang. Der neoliberale Bau der EU gelang durch die Einbindung der Sozialdemokratie und williger Teil der Gewerkschaften. Die neuesten Regeln zum raschen Abbau der öffentlichen Gesamtverschuldung unter 60 % des BIP wirken pro-zyklisch und verschärfen die Krise. Jede auch noch so moderate sozial-liberale Politik auf der Ebene der Mitgliestaaten wird im Prinzip unmöglich gemacht.

    Gregor Kritidis beschreibt unter anderem die Folgen der Ersetzung von Wechselkursflexibilität durch Lohnflexibilität in Griechenland. Das ohnehin bestehende Handelsbilanzdefizit wurde nach der Einführung des Euro durch die nun günstigen Kredite verstärkt. Die niedrigen Löhne und durch Staatskredit finanzierte Grossprojekte machten Griechenland zu einem idealen Ziel von Kapitalexport. Gleichzeitig sank das Steueraufkommen der immer weniger konkurrenzfähigen Exportindustrien. Zum Kapitalexport nach Griechenland gehören vor allem auch Rüstungsgüter (4 % des BIP). Anscheinend haben die französische und die deutsche Regierung die finanziellen Zusagen der EU auch davon abhängig gemacht, dass die griechische Regierung die laufenden Rüstungsauftraäg nicht storniert. Der Artikel ist vor allem auch interessant als eine griechische Darstellung des Widerstands zur EU-Sparpolitik.

    Giorgos Kassamatis, emeritierter Verfassungsrechtler der Universität Athen, beschreibt ausführlich, wie die EU durch ihr Spardiktat gegen Griechenland gegen die demokratische Rechtskultur verstösst. „Die Kreditabkommen Griechenlands mit den Ländern der Euro-Zone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie die ersten legislatorischen Mitteln, mit denen die Massnahmen für die Bedienung der Kredite durchgesetzt werden sollten, lassen ein methodisch geplantes Vorgehen beim rechtswidrigen Abschluss internationaler Verträge erkennen“ (S. 49). Das Vertragswerk wurde in Griechelands implementiert, ohne den von der Verfassung vorgeschriebenen Weg zur Ratifikation einzuhalten. Die Regierung informierte das Parlament darüber, dass Verträge abgschlossen wurden und diese ab Datum der Unterschrift gültig sind. Weder wurde ihr Wortlaut veröffentlicht, noch wurden die Vertragstexte an die Abgeordneten verteilt. Eine Ratifizierung mit der in der Verfassung geforderten 3/5-Mehrheit erfolgte nicht. Die Abkommen verletzen aber auch grundlegende Prinzipien und Rechte. Kassamatis kommt nach ausführliche Darlegung zum Schluss, dass der Vertrag völkerrechtswidrig, verfassungswidrig und EU-rechtswidrig ist, insbesonders auch durch die teilweise oder völlige Abschaffung von Rechten von Arbeitnehmern und Rentner, die gesetzlich verankert sind.

    Hans-Jürgen Bieling, Professor für Politik und Wirtschaft an der Universität Tübingen, legt dar, wie das EG-Binnenmarktprojekt und die Wirtschafts- und Währungsunion einen Bruch mit der alt-konstitutionalistischen Logik einer sukzessiv erweiterten Volkssouveränität bringt. Durch die wiederholt reformierten vertrags- und verfassungsrechtlichen Grundlagen wird die Gestaltungs- und Definitionsmacht des transnationalen Kapitals erweitert und werden die demokratischen Kontroll- und Einflussmöglichketien beschnitten. Es liegt ein anti-demokratisch ausgerichteter Prozess der Verfassungsbildung vor, der durch gegenläufige Entwicklungen wie z.B. den erweiterten Kompetenzen des EU-Parelaments nur punktuell abgeschwächt worden ist (S. 61). Die EU ist in mancher Hinsicht ein System weitgehend autonomer Regierungstätigkeit, die nur sehr selektiv an zivilgesellschaftliche Netzwerke zurückgebunden bleibt. Sie privilegiert eindeutig transnationale Konzerne, Wirtschaftsverbände sowie diesen nahestehende Wissenschaftler und Journalisten. Da viele zivilgesellschaftliche Einflusskanäle zugleich wenig transparent und demokratiepolitisch fragwürdig sind, scheint es angebracht, das EU-Politgefüge als „Kumulation informeller Herrschaft“ zu charakterisieren.

    Einer eingehenderen Analyse bedürfte der Umstand, dass alle EU-kritischen Autoren die Intergration als solche befürworten, obwohl die kritisierten Entwicklungen kaum Unfall, sondern Ausdruck kontinentaler Strukturen sind. Sie bevorzugen – auch wenn sie formal demokratischer organisiert wären – strukturell Multis und Wirtchaftsverbände zu lasten aller anderen Akteure und der Bevölkerungen. Die USA können diesbezüglich Anschauungsmaterial genug sein. Der Sehnsucht nach menschenfeindlichen Grossstrukturen, die die Individuen erst recht Prozessen aussetzt, die sie kaum beeinflussen können, wäre vielleicht mal eine eigene Nummer des Widerspruchs zu widmen.

    Widerspruch 61 (31. Jg/2. Halbjahr 2011), Diktatur der Finanzmärkte, EU-Krise und Widerstand, Beiträge zu sozialistischer Politik, Zürich.

  10. […] Wer ist vom Euro-Wahnsinn befallen? Woher kommt der Euro-Wahnsinn? Warum ist der Euro-Wahnsinn so weit verbreitet? Wie kann man den Euro-Wahnsinn überwinden? weiterlesen eurodemostuttgart.wordpress.com […]

  11. Traumy69 schrieb:

    „Der Euro an und für sich kann nichts für die Realität in dem der Einzelne lebt.
    Das Geld ist allgemein knapp und ob es nun Mark oder Euro heißt ist da egal.
    Wen man mich fragt, ist ein Grund der Geldverknappung die Zukunftsausrichtung der Olegatten, Großaktionäre, Headfounds, Banken und Versicherungen. Geldwäsche leicht gemacht.

    Zynismusmodus Pause…

    Zeigefingermodus ON/AN
    Deren Gier und der Zwang hohe Dividenden zu erwirtschaften ließ die Preise für Rohstoffe sich nahe zu verdoppeln. Kauft man z.B. Obligationsscheine für Erdöl, was noch gar nicht gefördert wird, günstig ein und verkauft es teuer, ist der VKP höher als es sein müsste.
    Der Aktienmarkt ist so wahnwitzig das der ursprüngliche Gedanke,“ Beschaffung von Geldern für hohe Investitionsaufwendungen.“ Total aus den Augen fiel. Das Prinzip der Verzinsung welche sich auf die Verschuldung wegen Geldmangels aufbaut würde ich hier noch gerne erwähnen.
    Zeigefingermodus OFF/AUS

    Zynismusmodus EIN
    Wirtschaft muss ja wachsen sonst Rezession igitigitt…

    Um diese „selbst verschuldete Preisexplosion“ zu kompensieren werfen die Kapitalnehmer Ihr Auge auf die Niedriglohnländer. Läßt sich dort doch für ein Apfel und ein Ei Prima Produzieren und sch…ade egal ob hier noch mehr Kohle dem Markt entzogen wird und dort die Menschen für ein Hungerlohn arbeiten.
    Denn die Lohnkosten wurden ja um 70% reduzieret was die EBITA wunderbar aussehen lässt.
    Investitionen werden nur dann in Deutschland getätigt, wenn es Festvereinbarte Vergünstigungen vom Staat mit Garantien für dies und das gibt. Der Politiker, unterwandert von ihren nebenberuflichen Tätigkeiten in Aufsichtsräten, Geschäftsführung und gut dotierten Beraterpöstchen für Großkonzerne, lassen sich darauf ein.. Da ist das beschäftigen seiner 14 Jahre alten Kinder für 5000€ im Monat sicher nur ein Bspl. wie korrupt man sein kann.

    Zynmodus AUS

    Frage:

    Es gibt so viele Schwachsinns Gesetze warum nicht eins wo drin steht, dass die Politiker genauso behandelt werden wie ein Beamter? Die dürfen meines wissen nach nicht ohne weiteres eine Nebentätigkeit ausüben wegen Befangenheit oder so…)

    Meiner Meinung nach war der Euro eigentlich eine gute Idee um eine Währungen in Europa zu haben. „Jeder!“ …aber zur Einführung war schon klar das wird nix nur Halbherzig umgesetzt. Wen schon England nicht mit machen wollte und Länder mit Volksabstimmung den Euro ablehnten, habe ich mir gewünscht auch eine Stimme abgeben zu können.
    „Pustekuchen!“ seid Nürnbergerfenstersturzzeiten, WW2. und die RAF:-(
    Ok, wir haben jetzt einen Personalausweis und sind Bürger.
    Personal, beschäftigt, bezahlt und entlässt man. Bürger bürgen bis aufs letzte Hemd.
    Für uns brachte der Euro eine wahnwitzige Preissteigerung und Lohnerhöhung mit und die Heuschrecken konnten in verdeckten wachsen und gedeihen. Nun sind sie nicht mehr kleinzubekommen. Jup! Nu ist zu Spät die sind Dick und fett und werden noch fetter. Da hilft nur…. Hm was machen? Was den? Jeder der ansatzweise aufmuckt, wird entweder in die Linke oder Rechte Ecke gesteckt und eine Mediale Hetzkampagne ausgerufen die den ruf so schädigt, des selbst der Bestgemeinteste Vorschlag zur Inquisition vor dem Herren gebracht wird. Siehe Weightwatcher-Blödsinns-Skandal oder die Herrmann (obwohl ich manchmal denke die brauchte das^^)

    -Na ja weiter-

    Die von mir wahrgenommene Realität besagt, dass selbst nach dem die Vergünstigungen ausgenutzt wurden, einem Wechsel in die Billiglohnländer nichts im Weg steht und oftmals erfolgt. „Sei es durch Zerschlagung eines Konzerns oder den Verkauf von Firmeneinheiten.
    Out/Near- shoring.
    Erst schleichend, dann die komplette Produktion, usw.… zum Schluss wird nur noch ein 2 Mann/Frau Büro in Düsseldorf geführt um noch als Inländische Firma zu gelten.
    (bringt steuerliche Vorteile und hilft bei der Einfuhr der Waren, hab ich mir sagen lassen.) 2 Mio Arbeitsplätze sollen ja jetzt durch das Freihandelsgedönse entstehen.
    Ich sehe das nicht, im Gegenteil da wird abgebaut.

    Ein Witz ist eigentlich, das die Produktionskosten/Stückkosten z.B. im Osten dieser Erde geringer sind und wir, für einst hier hergestellte Produkte 100% Preisaufschlag (wenn nicht noch mehr) hinnehmen. ( Außer Butter die war schon vor 25 Jahren bei 2,40 DM^^)
    Wir Zahlen ja fröhlich und machen es an und für sich genau so wie der Kollege mit dem Saumagen. „Aussitzen!“
    Es gibt ein licht am ende des Tunnels. Laut einer These wiederholt sich ja alles nach 66 Mio Jahren. Hoffentlich sind die Kollegen, wenn auch nicht auf diesen Planeten, dann Schlauer.

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