Direkte Demokratie ist die notwendige Antwort auf die sich stetig verschärfende Lage der Gesellschaft. Dieser Satz beantwortet eigentlich die Frage, warum direkte Demokratie notwendig ist, aber bedarf der Begründung und Erläuterung. Es sind im Kern drei Fragen zu beantworten:

1. Inwiefern verschlechtert sich die Lage der Gesellschaft?

2. Warum verschlechtert sich die Lage der Gesellschaft?

3. Was verändert sich durch direkte Demokratie?

File:Welti Landsgemeinde3 1912.jpg

Bild: Wikicommons, Welti Landsgemeinde.

Zur ersten Frage: Inwiefern verschlechtert sich die Lage der Gesellschaft?

Die Verfalls- und Zerfallserscheinungen der freiheitlich-demokratischen Bürgergesellschaft sind unübersehbar. Dieser Verfall zeigt sich in vielen Daten aber auch und vor allem vielen qualitativen Entwicklungen.

Vielen Menschen ist zum Beispiel nicht bekannt, dass der Höhepunkt des realen Einkommens pro gearbeitete Stunde tatsächlich bereits Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts erreicht wurde. Die „Wohlstandsgewinne“ seit dem wurden vor allem dadurch erreicht, dass immer mehr Menschen immer mehr arbeiten mussten oder wollten: Die Arbeit wurde und wird immer mehr, der reale Lohn immer schlechter (nur als ein Beispiel: die Mehrwertsteuer betrug Anfang der siebzieger Jahre 5,5%, heute sind wir bei 19%, das heißt: Allein für die MwSt wurden damals 2 h pro Woche gearbeitet, heute sind dafür 8 Stunden oder ein ganzer Tag notwendig).

Die Daten zeigen: Der Staat beansprucht einen immer größeren Anteil am Volkseinkommen ebenso wie die Unternehmer und Kapitaleigentümer (die zumeist nicht einmal mehr in Deutschland ihren Sitz haben, für die Deutschland nur eine beliebige, austauschbare Geldquelle ist und die keinerlei Identität mit dem Gemeinwesen verspüren). Verloren haben die normalen Menschen, die Arbeitnehmer, Rentner und angestellten Führungskräfte, die in immer größerem Umfang gezwungen werden, auf die von ihnen durch Arbeit geschaffenen Werte zu verzichten.

Diese Entwicklung hin zur Verarmung und faktischen Versklavung der normalen Menschen (verstanden als Arbeit ohne gerechten Lohn) wird sich im Zeichen der demografischen Entwicklung verstärken. Hinzu kommt noch der ökonomische und soziale Wahnsinn der Euro-Rettung, die ohne Not über die unerträglichen Lasten hinaus noch weitere unerträgliche Lasten schafft – die letztlich alle von den Bürgern zu bezahlen sein werden (die sehr Reichen werden, siehe den Fall Zypern – Finanzierung der Kapitalflucht der Superreichen durch die EZB -, rechtzeitig gewarnt und können ihr Vermögen jeweils in Sicherheit bringen).

Auf der qualitativen Seite stehen als unvollständige Aufzählung Entwicklungen wie der der ständige Auf- und Ausbau des totalen Überwachungsstaats, der Abbau des Grundgesetzes als freiheitlich-demokratisches Rechtsgebilde oder die Angleichung der politischen Agenden der Fraktionen der großen Blockpartei bis in die Details. Die Menschen haben nur noch die scheinbare Wahl zwischen unterschiedlichen Verpackungen mit dem gleichen Inhalt. Und ihre Bürger- und Freiheitsrechte werden systematisch abgebaut – bis hin zum neuerdings möglichen Schießbefehl an die Bundeswehr auf die eigenen Bürger.

Man kann die Entwicklung der Gesellschaft kurz auf zwei Begriffe bringen, die alles Wesentliche beinhalten:

1. Verarmung.

2. Entmündigung.

Ausgehend von diesen beiden Begriffen ist die zweite Frage: Warum verschlechtert sich die Lage der Gesellschaft?

Zunächst ist festzuhalten, dass alle hier behandelten Phänomene soziale Phänomene sind. Und das Wort „sozial“ bedeutet: Von Menschen gemacht. Weder Verarmung noch Entmündigung sind in irgend einer Weise notwendige Entwicklungen. Sie sind Entwicklungen, die von Menschen herbeigeführt wurden und werden. Und sie sind deshalb veränderbar.

Es ist nun wichtig zu verstehen, dass diese Entwicklungen so oder so ein Versagen der gesellschaftlichen Führungsschicht verkörpern, denn:

1. Entweder die Verarmung und Entmündigung der Menschen ist von den Eliten bewusst gewollt – dann sind sie verbrecherische Unmenschen, die eine Diktatur erschaffen wollen.

2. Oder die Verarmung und Entmündigung der Menschen ist die nicht-intentionale Folge des Handelns der Elite – dann sind sie verbrecherisch dumm und unfähig.

Letztlich muss man davon ausgehen, dass die Verarmung und Entmündigung der Menschen Folge bewusster Entscheidungen des maßgeblichen Teils der „Elite“ ist. Der Grund hierfür ist, dass die Dummen und jene Mitglieder der „Elite“, die die Wahrheit nicht erkennen wollen oder können, letztlich das formbare Material für den maßgeblichen Teil der „Elite“ sind.

Der maßgebliche Teil der globalen und nationalen Führungsschicht arbeitet also bewusst und vorsätzlich auf die Verarmung und Entmündigung der Menschen hin – was im Rahmen der einen, gemeinsamen Welt auf der anderen Seite gleichbedeutend ist mit zunehmendem Reichtum und zunehmender Macht in den Händen sehr, sehr weniger Menschen.

Der Grund für die Verarmung und Entmündigung der Menschen ist also die Bereicherung und Machtergreifung einer sehr, sehr kleinen Zahl bereits sehr reicher und mächtiger Menschen. 

Damit stellt sich die dritte Frage: Was verändert sich durch direkte Demokratie? 

Direkte Demokratie ist der Gegenpol zum Feudalismus, zum uralten und alten ebenso wie zum modernen im Gewand der EU oder der Neuen Weltordnung. Wohlbemerkt ist direkte Demokratie aber keine Absage an internationale oder sonstige Kooperation oder an soziale Ordnung. Der entscheidende Punkt ist: Jede internationale oder sonstige Ordnung bleibt immer unmittelbar an das Wollen der Menschen gebunden.

Der derzeitige Versuch, internationale Machtstrukturen zu schaffen ist ebenso unmoralisch, illegitim wie auch ökonomisch unsinnig. Wohlstand und Mündigkeit waren schon immer die zwei Seiten der gleichen Münze. Die Wahnsinnigen des internationalen Zentralismus erschaffen einen neuen Feudalismus – einer verarmten Gesellschaft in der wenige zulasten Aller märchenhaft reich und mit unendlichen Freiheitsrechten ausgestattet sind.

Wenn nun aber die Entwicklung umgekehrt wird, mehr und mehr Entscheidungen direkt durch die Völker und Menschen getroffen werden, dann werden sich notwendig nationale und internationale Strukturen bilden, die den Menschen dienen – zumindest mehr dienen als die gegenwärtigen. Warum? Weil die Menschen unter den Alternativen, die sich ihnen bieten, in der Regel jene auswählen werden, die ihnen am meisten nützen. Letztlich löst die direkte Demokratie das ganz klassische Agenten-Problem, dass nämlich jeder Agent (z.B. Regierungsmitglieder, angestellte Manager) seinen Wissensvorsprung und seine Macht für SEINE Interessen ausnützt. 

Wer die weitere Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Gesellschaft will – muss für direkte Demokratie sein. Denn nur so bekommt man das Rückbindungsproblem der Agenten in den Griff und kann dafür Sorge tragen, dass in der einen realen Wirklichkeit Alle von der vielfältigen und immer komplexeren sozialen Ordnung profitieren.

Es ist wohl dieser Satz, den die Feudalisten der EU, des EURO und der neuen Weltordnung nicht verstehen (sofern es wenigstens ein paar gibt, die eigentlich für die Menschen Gutes tun wollen und nicht gerade alle nur kleine Adolfs und Pol Pots sind, wobei wahrscheinlich real letztere wohl den Ton angeben, denn wer für das Gute ist, kann niemals für diesen Wahnsinn sein).

Natürlich kann man direkte Demokratie richtig oder falsch machen. Natürlich muss man sich praktisch überlegen, wie genau direkte Demokratie gestaltet werden soll. Doch das ist nicht die heutige historische Herausforderung. Die historische Herausforderung lautet: Verarmung und Entmündigung oder Wohlstand und Mündigkeit. Moderner Feudalismus oder direkte Demokratie. 

Und auf dieser Ebene ist die Wahl völlig klar.

Kommentare zu: "Warum direkte Demokratie notwendig ist." (5)

  1. Alles ist Prinzip richtig! Fast.
    Es gibt zwei Zusammenhänge, die besonders gewichtet werden müssen.
    Erstens: Die Direkte Demokratie, d.h., die transparente politische Mitbestimmung und Teil-Selbstverwaltung kann ohne verfügbare Zeit der Bürger nicht funktionieren. Klartext: Das heutige versklavende Schuldgeldsystem (FIAT Money) muss abgeschafft werden!!! Der Wahnsinn liegt hier in dem Dogma: „Zeit ist Geld“. Dies ist eine Zwecklüge, der Finanzeliten, die sich heute in der Evolution der Krise deutlich macht. Die Konzentration des Einkommens, aus Vermögen, ist Inhalt und nicht nur Wirkung. DESHALB ist Arbeit, proportional, immer weniger wert!
    Das Hamsterrad dreht sich so beschleunigt, dass der Bürger/Wähler über Mitbestimmung und Direkte Demokratie gar nicht mehr richtig nachdenken/handeln kann!
    Die Macht und Bürokratie nutzt dies knallhart aus und „erfindet“ immer mehr, um den Wähler, letztlich, fern von der Macht/dem Einfluss zu halten.
    Doktrinierung (Fernsehen/Mainstream-Presse) und Tunnel Erziehung sind weitere Methoden, um den Bürger zu verdummen.
    Zweitens: Die bittere Pille! Wir selbst sind Teil des Problems!!! Eine teuflische Wechselwirkung im System. Jeder freut sich mehr als der andere zu verdienen, oft mit unmoralischen Methoden oder mehr sagen zu haben, oft mit unlauteren Einflussnahmen!
    Tja, liebe Alle, wer eine Neue Demokratie/Gesellschaft will, der muss aufhören nach unten zu treten!!! Wir selbst haben eine kolonialistische, gesellschaftsfeindliche Tendenz. Logisch, die sogenannten Eliten haben nichts dagegen unternommen, warum auch!? Läuft doch prima. Die Schafe/Lemminge parieren wunderbar.
    Für die/eine Neue Gesellschaft muss man die Vorrausetzung schaffen, die, insbesondere, andere menschliche und gesellschaftliche Qualitäten gewichtet. Deshalb der Startschuss mit einer Mehrstimmendemokratie, direkt im Internet, natürlich, die, aber, die Bürger dazu, transparent, anleitet, anders zu denken und zu handeln, als zuvor. Der kreative Imperativ kommt nicht umsonst!!!

    Was man ablegen muss, ist der ganze Politscheiß, der zum Selbstzweck degradierte. Links oder Mitte oder Rechts oder Grün oder radikal oder sonstige Ideologie ist nur Beschäftigungstherapie und Ablenkung von der Macht, insbesonders, Finanzmacht. Brauchen wir alles nicht! Wir wollen nur gerecht bezahlt werden für unsere Arbeit und eine schlanke (Selbst-) Verwaltung in einem freundlichen Land/Heimat, ohne Krieg, wo man gerne Steuern zahlt, weil man selber darüber entscheidet, was mit dem Geld gemacht wird.
    Fertig! Holen wir uns das, was uns zusteht!!!

  2. […] Und sie ist ein weiterer Grund direkte Demokratie zu fordern (Link). […]

  3. Nachsatz:
    Die Neue Verfassung wird noch simpler:
    Keiner darf etwas tun, was einem Anderen schaden könnte.

  4. Karlheinz Anders schrieb:

    doch dazu muss das etablierte System erst ausgetauscht werden. Dann kann Volkes Wille und Menschenrecht in den gebührenden Stand versetzt werden. Nur wer souverän ist und diese Souveränität sich bewahrt kann direkte Demokratie leben.

  5. Karlheinz Anders schrieb:

    dafür steht der „Politscheiss“ der DNV.:

    Was sind die Ziele der DNV?

    Wir verfolgen im Grunde nur ein Ziel. Wir wollen mit allen gesellschaftlichen Kräften Deutschlands gemeinsam die staatliche Souveränität wiederherstellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Der Weg wird uns vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vorgegeben.
    Wir wollen auf seiner Grundlage die seit 1945 bestehende Besatzung und Treuhandverwaltung und die seit 1949 bestehende wirtschaftliche Verwaltung (Art. 133 GG) durch die Alliierten aufheben und unser Land wieder in die eigenen Hände nehmen. So gibt es der Artikel 146 vor.

    Die Bundesrepublik kann keine Friedensverträge mit den vom Zweiten Weltkrieg betroffenen Ländern abschließen. Wir wollen aber nach fast 70 Jahren ohne Kampfhandlungen nicht nur endlich Friedensverträge mit völkerrechtlich verbindlichen Grenzen zu unseren Nachbarn.
    Wir wollen auch militärische und politische Neutralität nach Schweizer Vorbild.
    Ohne Mitgliedschaft in NATO und EU. Wir wollen als souveräner Staat unsere Hoheitsrechte auf eigene Währung und eigene Rechtsprechung wieder selbst wahrnehmen und die Interessen des Volkes durch eine Nationalversammlung umsetzen lassen. Sie soll die für Lobbyarbeit anfällige Parteienlandschaft des Bundestages ersetzen.
    Wirkliche Demokratie wird es dann geben, wenn die Abgeordneten aus den Wahlkreisen
    direkt in das gemeinsame Parlament gewählt werden. Als Vertrauensleute ihrer Nachbarn,
    die sie als Stellvertreter ausgewählt haben.

    Aus diesem Grunde werden Sie, liebe Leser, auch keine Wahlparolen zu weiteren Fragen der Gesellschaft in unserem Programm finden. In der direkten, wirklichen Demokratie wird es keine Parteien mehr brauchen. Auch keine DNV. Wir versprechen nichts, was wir gar nicht halten können

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