File:Flag-map of Greece.svg

Bild: Wikicommons.

Über Griechenland wird kaum noch gesprochen. Und in Griechenland wird zur Zeit, sagen die Hauptstrommedien, alles wieder besser… Man strengt sich an (Link), Wirtschaftswachstum wird erwartet (Link) und sogar die Arbeitslosigkeit sinkt angeblich (Link).

Naja.

Verlogene Hauptstrommedien halt. Die Realität sind über 60% Jugendarbeitslosigkeit und ein Absturz der Wirtschaft ohne gleichen.

Und um diese Aussagen zu veranschaulichen, hier als Reblog ein Augenzeugenbericht aus dem „Gelben Forum„:

„… ein kurzer, wütender Einwurf. Die Medien (griechische wie internationale) feuern ja aus allen Rohren, wenn es darum geht, Griechenland gesund zu beten. Angeblich sei ja alles auf dem aufsteigenden Ast.

Nur entspricht dies leider nicht der Wahrheit, hier geht alles nach wie vor den Bach runter. Gerade heute ist wieder (eingezogen mit der Stromrechnung) ein Drittel der Immobilien-Sondersteuer fällig. Keiner, ich betone: keiner, meiner Bekannten und Freunde weiß mehr, woher das Geld nehmen.

Ich brauche nicht schon wieder ausführlich über die Not der Menschen hier zu schreiben, das habe ich oft genug getan. Was mich nur schier ankoXXt ist die PR-Trommel, die da gerührt wird. 

Wohltuend da der Artikel im Guardian, der es auf den Punkt bringt – es geht nur un einzig darum, die bekloppte Austeriätspolitik der EU zu rechtfertigen. Nur, damit ich hier nicht gleich wieder angemacht werde nach dem Motto „die Griechen müssen aber sparen“, ja, müssen sie. Viel, viel, ist nötig, viele Veränderungen zwingend. Aber so, wie es läuft, ist es grundfalsch. Die Rechtsradikalen liegen jetzt schon bei 15 Prozent, Danke auch.

Die griechische Staatsverschuldung liegt jetzt exakt wieder auf dem Level von 2010, als alles begann. Drei Jahre Zerschlagung einer Gesellschaft – mit Null Ergebnis. Die sollen endlich zu geben, dass es so nicht geht, Griechenland aus dem Euro entlassen und einen weiteren Schuldenschnitt erlauben – aber das ginge ja gegen die Banken, ja, ja.

Viele Grüße“

Und auf die Frage, wie die Griechen zur Frage eines Euro-Austritts stehen, kommt diese geradezu depressiv stimmende Antwort (Link):

„ganz ehrlich? Alle, mit denen ich in den vergangenen Jahren teilweise leidenschaftliche Diskussionen über das „wie weiter“, „Austritt – ja, nein“, „Drachme vs. Euro“ geführt habe und die (egal welchen Standpunkt sie dabei vertraten) damit ja auch immer noch eine gewisse Hoffnung verbunden haben („irgendwann gibt es eine Lösung, dann wird es wieder besser“) sehen einfach – nichts mehr. 

Sieben Jahre Rezession, von den Wirtschaftsdaten her schlimmer als, das, was die USA in den 30ern durchgemacht haben, die Leute haben keine Kraft mehr, überhaupt noch was „zu meinen.“

Das einzige, was sie derzeit sehr aufwühlt, sind die Ereignisse in der Türkei. Vor allem, weil „die da drüben“ wenigstens den Arsch in der Hose haben das zu tun, was man hier zu Lande schon längst hätte tun sollen.

Facebook ist voll von Solidarität der Griechen mit den jungen Türken. Und diese rufen auch danach.“

Dies ist nun das Volk, das sich die EU-Diktatoren wünschen: Gefügig. Gebrochen. Entmündigt. Verarmt. Hilflos. Wehrlos.

Und man täusche sich nicht: Dies ist auch die Zukunft, die auch uns in der Bundesrepublik bevorsteht.

Und deshalb sagen wir:

ADD: Nein zum Euro-Rettungswahnsinn!

Kommentare zu: "Augenzeugenbericht aus Griechenland: „Hier geht alles nach wie vor den Bach runter.“" (6)

  1. Werner schrieb:

    „…Gefügig. Gebrochen. Entmündigt. Verarmt. Hilflos. Wehrlos…“

    Das ist das gerechte Resultat von unverantwortungslosem griechischen Schuldenmachen und die EU belügen !
    Keine Gnade mit den rücksichtslosen griechischen Schuldenmachern , EU-Belügner und „Schulden-Schnitt-Spekulanten“ !!
    Die Griechen müssen ihre Schulden bezahlen (wie jeder andere auch ) !
    Die bittere Medizin wird sie lehren in Zukunft nicht mehr rücksichtslos Schulden zu machen und bei der Bezahlung auf die „Solidarität“ ihrer Nachbarn zu spekulieren . Sorry , liebe Griechen , hier zieht keine griechische Midleidshascherei !
    Und war es denn die EU die die griechischen Schulden gemacht hat ?

    mfg Werner

    • Realist schrieb:

      Ist das ernst gemeint? Versuche ja tolerant zu sein, aber das geht gar nicht. Übelstes Stammtischniveau. Die Griechen haben nix gesehen von dem Geld, genauso wie wir. „Die Deutschen“ lassen doch auch zu, dass wir inzwischen über 80% Staatsverschuldung haben. „Die Deutschen“ haben auch immer fleißig etablierte Parteien gewählt, weil sie Versprechungen gemacht gaben. Man hat ohne drüber nachzudenken, genommen was man kriegen konnte… in Griechenland wie in Dtl. Wer ein bisschen Ahnung von Währung, Geld und Volkswirtschaft hat weiß, dass es systembedingt nicht möglich ist, dass Griechenland die Schulden zurückzahlt. Den Griechen wird immer genau so viel Geld gegeben, dass die Gläubiger (i.d.R. Banken) ihr Geld bekommen, Anschubfinanzierung für irgendwas gibt es nicht. Und auf wen spekulieren wir eigentlich? Wir schaffen trotz höchstem BIP aller Zeiten, höchstem Steueraufkommen aller Zeiten und historisch niedrigen Zinsen keine Rückzahlung unserer Schulden. Was wohl passiert, wenn unsere Konjunktur mal abflaut (wie es sich gerade abzeichnet)…

  2. Gabriele Niggenaber schrieb:

    Dies ist nun das Volk, das sich die EU-Diktoren wünschen: Gefügig. Gebrochen. Entmündigt. Verarmt. Hilflos. Wehrlos.
    genau, wie wir, die Deutschen!
    Nur, unser Gang durch die Gasse der Ruten geht schon seit 1945!

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