Update: Wie zur Bestätigung unseres Artikels heute im Handelsblatt „Riskante Planspiele der EZB sorgen für Empörung“ (Link). Die „Empörung“ ist natürlich nur Show und nicht ernst gemeint.

 

Will man die Bankenkrise in ihrem Kern verstehen, dann ist dieser Satz sehr wichtig: Geld verschwindet nicht, es gehört nur jemand anderem.

Dieser Satz gilt zwar im modernen Zentralbankensystem nicht mehr ganz – denn die Zentralbanken können Geld im Prinzip genau so gut entstehen wie verschwinden lassen – doch lassen wir das hier einmal außen vor. Lassen wir den Satz erst einmal so stehen: Geld verschwindet nicht, es gehört nur jemand anderem.

Und lassen wir auch die politische Dimension der Eurokrise, den Versuch die EU-Diktatur zu errichten, hier jetzt außen vor. Konzentrieren wir uns auf die finanzielle Dimension der Eurokrise.

Die finanzielle Dimension der Eurokrise sind riesige Defizite, riesige Verluste. Diese Verluste konzentrieren sich bei den Banken. Was haben diese Banken getan? Nun, sie haben Kredite vergeben, für Häuser, Autos, Investitionen, usw. Die Schuldner können nun diese Kredite nicht mehr bedienen: Konsumkredite können wegen Arbeitslosigkeit nicht mehr bezahlt werden. Hauskredite ebenso und aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs besteht auch kaum mehr Nachfrage nach Häusern, so dass auch eine Zwangsversteigerung aus Sicht der Bank keine Lösung ist. Unternehmen, die Investitionskredite aufgenommen haben, gehen Pleite und können ebenfalls ihre Kredite nicht mehr bezahlen.

Dieses passiert nun nicht nur einzelnen Personen, sondern Millionen von Menschen, zehntausenden von Unternehmen.

Die Folge ist: Viele Kredite der Banken sind nichts mehr wert. Sie müssen abgeschrieben werden. Die Rede ist von einem Abschreibungsbedarf von 1.000 bis 2.000 Mrd. Euro  oder noch mehr in der ganzen EU, das sind 3 bis 6 komplette Bundeshaushalte. Netto. Einfach mal so. Nur damit einige Bankenbilanzen wieder „sauber“ sind.

Die deutsche und EU-Politik will nun im Ergebnis, dass via ESM und EZB oder über andere Wege (Stichwort Bail-ins) dieser Betrag sozialisiert, also auf alle Bürger umgelegt wird. Die EZB diskutiert aktuell einen möglichen Weg: Den „Ankauf“ wertloser „Wertpapiere“ der Pleitebanken. Der Kauf erfolgt dabei zum Nominalwert, so dass im Ergebnis die Pleitebank Verluste vermeidet.

Die Verluste sind aber natürlich trotzdem da. Merke: Geld verschwindet nicht.

Der Ankauf wertloser Immobilienkredite durch die EZB bedeutet, die Verluste von den Banken auf die Bürger zu übertragen. Es ist die klassische Variante des Diebstahls an den Unschuldigen zugunsten der Profite der Schuldigen: Wohlstandstransfer von den Produktiven zu den Bösen.

Die Sozialisierung der Verluste ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite ist die Privatisierung der Gewinne. Denn auch hier gilt: Geld verschwindet nicht.

Und das Schlimme ist: Die Profiteure kann man kaum mehr fassen. Denn der Profit wurde in den „Boom-Jahren“ verteilt. Der Kredit, den die Bank zur Finanzierung eines Hauses vergeben hat, ist der Kaufpreis und damit das Einkommen jener Personen, die das Haus verkauft haben. Sicher, zum Teil stand hinter dem Kaufpreis auch echte Arbeitsleistung zum Beispiel für den Hausbau. Doch die Preisentwicklung in Irland, Spanien und anderen Ländern war zu einem großen Teil spekulativ: Die Marktpreise hatten nichts mehr mit den wahren Baukosten zu tun. Häuser wurden gekauft und verkauft – und im Prozess machten alle Beteiligten, inklusive der Banken, riesige Profite.

Merke: Geld verschwindet nicht. Es gehört nur jemanden anderen. Diese Anderen sind jene Personen, die am Immobilienboom verdient haben. Der Makler, die Bank, der Eigentümer, die ein Reihenhaus in Dublin für 500.000 Euro verkauft haben. Diese 500.000 Euro gehören nun ihnen. Der letzte Käufer ist inzwischen aber pleite, die Bank, die den Kredit vergab, faktisch ebenso und die Verluste? Ja die Verluste werden sozialisiert. Über die ganze Eurozone.

Was also am Ende geschieht, ist: Die deutschen Bürger werden gezwungen, den in der Vergangenheit liegenden Gewinn und Einkommen vor allem der Immobilienspekulanten in der Peripherie zu bezahlen.

Geld verschwindet nicht. Es gehört nur jemand Anderem. Im größten Raubzug der Geschichte.

Und damit das gleich noch klargestellt ist: Verantwortlich für diesen Raub an den Bürgern ist nicht das Ausland. Verantwortlich ist der deutsche Staat und die große Blockpartei vonCSUbisGrüne, denn diese haben gegen und ohne die Bürger den Euro und die EU-Verträge beschlossen und sich damit ein Amt angemaßt, das ihnen nicht zukommt.

Und weil sie selbst persönlich davon profitieren – aber das ist eine andere Geschichte (Link).

Merke: Geld macht frei. Den der es hat. Und irgendjemandem gehört es immer.

ADD: Für direkte Demokratie. Ohne Kompromisse.

File:Jacek Wesolowski "GELD MACHT FREI".jpeg

Bild: Jacek Wesołowski, Wikimedia

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Kommentare zu: "Geld verschwindet nicht, es gehört nur anderen: Der Raubzug der Bankenkrise einfach erklärt." (3)

  1. murksel schrieb:

    Mit Verlaub: Da fehlt m.E. noch ein wichtiger Baustein.
    Diese Hauskredite wurden verbrieft, vermarmelt, gebündelt weiter verkauft und gehebelt.
    Dieses nur für die Kasinospiele der reichen Investoren. Schließlich wollte man doch hohe Gewinnmargen erreichen. Um das zu komplettieren wurden dann auch noch die Investments versichert. Diese Versicherungen werden und wurden aber auch zum Teil lediglich zu Spekulationszwecken von diesen Superreichen gekauft. Das heißt sie haben noch nicht einmal in dieses Derivat, das versichert wird, investiert.
    Kasinospielchen und Zockerei ist das auf Kosten der Steuerzahler und jetzt auch noch der Bankkunden.
    Also die ganz großen Gewinne hatten, haben (und werden) die hyperreichen Investoren (Soros,Rockefeller, Rothschild, Gates, Buffet usw) eingestrichen (einstreichen). Und sie tun dies noch. Über die Rettungspakete werden die Verluste sozialisiert, während die Gewinne von den Finanzoligarchen selbst einbehalten werden.

  2. Werner schrieb:

    „…Die finanzielle Dimension der Eurokrise sind riesige Defizite, riesige Verluste. Diese Verluste konzentrieren sich bei den Banken. Was haben diese Banken getan? Nun, sie haben Kredite vergeben, für Häuser, Autos, Investitionen, usw. Die Schuldner können nun diese Kredite nicht mehr bedienen: Konsumkredite können wegen Arbeitslosigkeit nicht mehr bezahlt werden. Hauskredite ebenso und aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs besteht auch kaum mehr Nachfrage nach Häusern, so dass auch eine Zwangsversteigerung aus Sicht der Bank keine Lösung ist. Unternehmen, die Investitionskredite aufgenommen haben, gehen Pleite und können ebenfalls ihre Kredite nicht mehr bezahlen….“

    Und KEIN HAUCH einer Silbe über den grössten Schuldenmacher : die Öffentliche Hand !
    Die finanzielle Dimension der Eurokrise sind riesige Defizite von überschuldten STAATEN die ihre Schulden nicht mehr bedienen können und daher „Rettungspakete“ brauchen (und weitere die da noch nachfolgen ) .
    Fast alle Staaten im Euro sind BANKROTT !!!!!!!

    „Auch Deutschland als das vermeintlich noch stabilste Land der Eurozone steckt also längst im Schuldensumpf. Die verdeckte Staatsschuld ist mit 6,2 Billionen Euro noch viel höher als die offene Verschuldung mit gut 2 Billionen Euro. Insgesamt hat Deutschland demnach (noch ohne die Eurogarantien!) gut 8 Billionen Euro Schulden und Verpflichtungen. Rein statistisch beginnt jedes Neugeborene sein Leben mit 100.000 Euro Schulden.“
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/18/oekonom-waehrungsreform-ist-der-einzige-ausweg-aus-der-schuldenkrise/comment-page-4/#comment-174476

    Warum blos redet die ADD bei den „finanziellen Dimension der Eurokrise , den riesigen Defiziten und Verlusten“ nur über die Kredite für Häuser, Autos, Investitionen usw. NICHT JEDOCH ÜBER DEN ALLLERGRÖSSTEN SCHULDENMACHER (die Öffentlichen Hände ) die ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können ?

    Dieses totale ignorieren der tatsächlichen Ursachen der Euro-Krise , die Schulden der öffentlichen Hände, seitens der ADD lässt tief in die ADD blicken !

    Werner

  3. verkaufen?Das Geld verschwindet allein in den Taschen einiger weniger!Beispiel:Ich gründe eine Baugesellschaft und baue billige Häuser, die mich 30 000€ kosten.Diese biete ich an für 300 000€.Kauft natürlich kein Mensch, es sei denn ich verpacke die Sache schön.Ich biete auch einen Kredit in der Höhe an, zahle aus diesem Kredit sogar noch Bargeld aus.Und nehme jeden als Kreditnehmer, der grade noch den Kuli halten kann oder ein Hemd und eine Hose hat.(Subprime)Diese Kreditverträge werden dann mit an die Banken weiterverkauft, die es nicht für nötig finden die Grundlage zu überprüfen. (geht ein Deutscher in Deutschland zur Bank, wird er durchleuchtet wie ein Schwerverbrecher)Genau so hat es auch die Deutsche Bank in Spanien gemacht, sie haben ihre Verträge nur nicht schnell genug auf den Markt bringen können.Es war von Anfang an die Absicht gewaltige Summen aus Deutschland und anderen Ländern abzuziehen.Auffallen muss hierbei die Tatsache, das die Postbank nicht in diesem Schwindel verwickelt war.Musste Zumwinkel deswegen gehen?Im Schachspiel denkt man immer einige Züge im Voraus, im Nachhinein erkennt man dann die Strategien, es gibt keinen Zufall.

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