Auf Zerohedge erschien heute diese Analyse der Situation Frankreichs (Link).

Der nicht ganz einfache Inhalt der Analyse lässt sich wie folgt zusammen fassen:

– Ein sehr zuverlässiger Frühindikator zeigt einen starken Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in Frankreich an.

– Bereits nach den aktuellen Werten des Frühindikators wird Frankreich die drittstärkste Rezession seit Anfang der 90iger Jahre erleben.

– Durch Verschuldung und Staatsquote ist es Frankreich praktisch unmöglich, so wie in der Vergangenheit, durch staatliche Ausgaben die Rezession aufzuhalten.

– Die zu erwartende Rezession wird wahrscheinlich noch stärker ausfallen, als 2008 und wird Frankreich vor grundlegende Herausforderungen stellen.

– Die offizielle Planung der französischen Regierung geht von einem Rückgang des Staatsdefizits aus, was angesichts der realen Daten vollkommener Unsinn ist.

 

 

Die Fragen, die sich ergeben, sind:

1. Wie lange wird Frankreich noch die Lügenfassade, dass es bald „besser wird“ aufrecht erhalten können?

2. Was folgt daraus, wenn Frankreich in eine tiefe Rezession fällt?

Nach den obigen Grafiken dürfte Frankreich vielleicht noch ein halbes Jahr die „Fassade“ aufrecht erhalten können. Im Herbst / Ende 2013 werden die Daten über den realen wirtschaftlichen Einbruch nicht länger zu verheimlichen sein, wird das Staatsdefizit explodieren und Frankreich auch offiziell den Weg Italiens einschlagen.

Wenn Frankreich in eine tiefe Rezession fällt, so wird hieraus eine soziale und finanzielle Krise neuer Dimension entstehen. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist schon heute höher als vor Einführung des Euro. Diese Arbeitslosigkeit wird weiter explodieren. Der Staat wird nicht mehr in der Lage sein, die sozialen Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs zu finanzieren. Folge werden Massendemonstrationen ungeahnten Ausmaßes sein. Der Einbruch der wirtschaftlichen Leistung wird zugleich zu einer Explosion der Verschuldung führen. Frankreich wird einen gigantischen Finanzierungsbedarf haben – und kein rationaler Investor wird dem Land noch etwas leihen wollen.

Hieraus folgt nun leider nicht notwendig der lang ersehnte Zusammenbruch der Todes-Euro-Zone.

Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die Krise in Frankreich – nach den Bundestagswahlen, versteht sich, – den Startschuss zur endgültigen Haftungs-, Transfer- und Inflationsunion geben wird. Die Bundesrepublik wird schlicht und einfach vor die Wahl gestellt werden: Den Euro aufgeben und die Feindschaft Frankreichs zu riskieren oder die EZB vollständig zum Staatsfinanzierer zu machen und sowohl der Haftungs- als auch Transferunion zuzustimmen. Nach aller Erfahrung wird die Blockpartei den zweiten Weg wählen.

Der öffentliche Widerstand gegen den Euro-Wahnsinn muss daher weitergehen. Wir, die Bürger, müssen ein öffentliches Klima gegen den Euro-Wahnsinn schaffen. Frankreich muss wieder „Luft zum Atmen“ bekommen und der Zwangsjacke des Euro entfliehen dürfen. Wahre, gute Europäer sind gegen diesen Euro.

Der Herbst wird auf jeden Fall wieder interessant.

Aufregende Zeiten. Nutzen wir sie für die Umgestaltung unserer Gesellschaft in eine mündige, direkte Demokratie!

ADD.

Kommentare zu: "Wenn Frankreich fällt…" (5)

  1. Heidrun Büsers schrieb:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ihre täglichen Informationen lese ich sehr genau.

    Zum Schluss der heutigen:

    „…..Aufregende Zeiten. Nutzen wir sie für die Umgestaltung unserer Gesellschaft in eine mündige, direkte Demokratie!“

    Und wie wäre dazu bitte Ihr Vorschlag???

    MfG Heidrun Büsers

  2. urmehl schrieb:

    Die meisten deutschen sind zu blöd oder desinformiert die zusammenhänge zu verfolgen und schlußfolgerungen zu ziehen. weg mit de reurokratie in deutschland und brüssel.abwählen oder besser stürzen!!

  3. Cyberpunk schrieb:

    “ kein rationaler Investor wird dem Land noch etwas leihen wollen.“
    Doch!
    Ms. Holland hat einen Deal mit den BRICS. Die geben ihm seine benötigten Mittel. Dafür wollen die BRICS natürlich Sicherheiten. = Gold! Und wo holt das Holland? In Mali !

  4. und schon gar nicht um verklärte nationale Nostalgien. Es geht um die Wiedereinführung von zielorientierter Vernunft. Und die stellt, unter Berücksichtigung der von den EURO- Partnern geforderten Rücksichtnahmen und der erreichten wirtschaftlichen und politischen Katastrophe, den EURO in Frage. Weil, wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir etwas anders machen.

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