Die EZB hat heute die Geldschleußen noch etwas weiter als völlig offen geöffnet und die Zinsen auf ein neues Rekordtief gesenkt (Link). Und für die nicht-Ökonomen als kurze Erklärung: Niedrigere Zinsen ist gleich mehr Gelddrucken, via Geschäftsbanken (die den Profit machen) vor allem zur Finanzierung der Staaten. Am 1. März 2013 schrieben wir unter dem Titel „Der nächste Schritt der Euro-Wahnsinnigen“ den unten in Auszügen stehenden Beitrag (Link). Wir denken, er ist noch genauso aktuell und wir dürfen erwarten, dass bald neue Ausgabenprogramme effektiv finanziert per Zwangszugriff auf die Vermögen der Bürger auf uns zurollen:

„Welche Alternativen der Entwicklung gibt es nun?

Kurz gesagt sind dies nur zwei.

Die erste Alternative besteht darin, die Eurozone zu „modifizieren“, Italien und andere Länder, deren Bürger den Euro nicht mehr wollen, „fallen zu lassen“.

Die zweite Alternative ist, via EZB massiv Geld zu drucken, das den Staaten der Eurozone und der EU für „Investitionen“, also zur Finanzierung der Staatshaushalte mehr oder weniger bedingungslos (offiziell wird das natürlich anders beschreiben werden), überlassen wird.

Es ist nun relativ klar, dass die Nomenklatura den zweiten Weg wählen wird. Die Gründe dafür sind:

Die Erfahrung: Die grundlegende Situation ist nicht neu und bisher hat sich die Nomenklatura immer für die Handlungsalternative entschieden, die zum EU-Zentralstaat führt (man denke zum Beispiel an den Mai 2010 und die erste Griechenlandkrise, als der ganze Wahnsinn erst so richtig losging).

Die kurzfristigen Interessen der „Elite“ in Deutschland: Frau Merkel und die CDU/CSU wollen wiedergewählt werden. Sie werden Alles tun, um eine große Krise vor Herbst 2013 zu vermeiden.

Die kurzfristigen Interessen der „Elite“ in den Krisenländern: Ein großes, letztlich von der EZB finanziertes Ausgabenprogramm wäre ein großer politischer Erfolg für alle „EU-Eliten“ von Griechenland über Italien, Spanien, Frankreich bis Irland. Es würde wahrscheinlich (Risiko siehe unten) kurzfristig zu Wachstum und einem Sinken der Arbeitslosigkeit führen.   

Die Angst: Der erste Weg riskiert, dass die Bürger selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Die „Elite“ wird das nicht riskieren wollen, zumindest solange nicht, wie das Militär noch nicht hinreichend „europäisiert“ ist.

Dass „Gelddrucken“ letztlich zur Verarmung aller führt (außer jener Eliten natürlich, die profitieren und ihre Gewinne rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben), wird vor diesem Hintergrund keine Rolle spielen. Man wird einfach ein paar Argumente finden, um diese Wahrheit umzukehren, nach dem Motto: Was nützen langfristige Lösungen, wenn wir kurzfristig unsere Macht verlieren?

Das einzige echte Risiko aus Sicht unserer Nomenklatura ist, dass die Finanzmärkte das ganze Theater durchschauen. Wohlbemerkt: Nicht die Bürger. Die Bürger, das zeigt die Entwicklung der letzten Jahre, können medial und politisch kontrolliert werden, solange die wirtschaftliche Entwicklung nicht gar zu schlecht wird.

Die Finanzmärkte auf der anderen Seite werden sowohl in den USA als auch in der EU immer stärker „in die Zange“ genommen. Dass es der kritischen Ratingagentur „Egan-Jones“, die die USA bereits auf AA- herabgestuft haben, verboten wurde, die USA in den nächsten 18 Monaten noch einmal neu zu bewerten, ist nur ein kleines Beispiel. Außerdem sind die EZB und die FED ja auch noch da.

Die Euro-Diktatoren werden jedenfalls davon ausgehen, dass sie die Finanzmärkte unter Kontrolle werden halten können.

Was bedeutet diese Lage nun für uns, die im demokratischen Widerstand engagierten Menschen?

Die Folgerung aus der beschriebenen Lage ist, dass wir unseren Protest möglichst wirkungsvoll in die Finanzmärkte hineintragen sollten. Wir sollten in Banken, in den Börsen, in den Finanznetzwerken dieser Welt und nicht zuletzt in der EZB Aufklärung betreiben und Protest und Widerstand ausüben.

Dort wird unser Widerstand voraussichtlich bis auf weiteres die größte Wirkung haben.

ADD: Den Bürgern die EZB!“

Kommentare zu: "Alles wie erwartet: Die EZB senkt die Zinsen… Gähn…" (6)

  1. Heidrun Büsers schrieb:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ihre aufklärenden Mitteilungen lese ich sehr aufmerksam.

    Heute habe ich eine Bitte: Verbreiten sie in Ihrem nächsten E-Mail-Rundbrief folgendes Video – dafür bedanke ich mich im voraus und werde sehen, ob Sie meiner Bitte um Aufklärung, die Sie ja massiv betreiben, nachkommen.

    Vielen Dank also und beste Grüße

    Heidrun Büsers

  2. Die Direkte Demokratie ist im GG verankert! Die Macht geht vom Volke aus. Somit ist und bleibt, bisher, der Bürger der Eigner der Deutschland AG, mit absolutem Stimmrecht. Auch in einer parlamentarischen Demokratie und einem Parteiensystem heißt dies, dass die Direkte Demokratie, IMMER, ohne Vorbehalt als rechtlich souverän anerkannt sein muss. Eine außerparlamentarische Direkte Demokratie ist zulässig, sobald instituiert und von jedem Politiker, der sich Demokrat nennt, zu respektieren, da jede Vertretungsvollmacht in dem Moment relativ wird, sobald sie widerrufen oder konditioniert würde!
    Somit muss die Direkte Demokratie, d.h., Hoheit des Volkes, formal ausgeübt werden, wenn man die Handlungsweisen der beauftragten Vollmachtnehmer (z.B. Parlamentarier, Regierungsbeamte) für kritikwürdig, rechtsbrüchig erachten werden.
    Wenn die EZB, die von unseren Parlamentariern dazu freigestellt wurde, etwas entscheidet, was dem Volk schadet und was das Volk nicht will, darf das Volk, in der Tat, einschreiten (GG § 20 ff)
    Dem Bürger, nicht nur die EZB, sondern auch das BVerfG, die BB, das Präsidialamt und die Kanzlerschaft. Allerdings auch die nötige Aufklärung und Wahrheit! Wem sonst!?

  3. Lilly schrieb:

    Gibt es zu diesem Gesetz auch eine Petition oder sonstiges?? Dagegen war die Stasi ein Kindergarten.

    http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-05/bestandsdaten-bundesrat-beschlossen

  4. Zum Thema Reichtum bin ich durch meine Sozialisierung vorbelastet. Ich habe mein halbes Leben in der DDR verbracht. Während meines Militärdienstes besichtigte ich 1986 oder ’87 das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt. In den 1950ern waren die ersten Hochöfen, später ein Kaltwalzwerk und von der österreichischen Voest Alpine ein Konverterstahlwerk errichtet worden. Das fehlende Glied des metallurgischen Zyklus, das Warmwalzwerk, wurde durch Auftragsfertigung von Salzgitter ersetzt. Auf meine Frage, warum wir denn nicht selbst ein Warmwalzwerk bauten, wurde mir erklärt, dass das die Investitionsmittel des gesamten Landes für ein Jahr binden würde. Da war für mich zum ersten Mal völlig klar, dass die DDR wirtschaftlich nicht überleben könnte. Das bisschen Geld, das die DDR erwirtschaftete, wurde seit Honecker auf Kosten industrieller Investitionen in Wohnungsneubau (Platte) und Konsum (Preissubventionen) gesteckt.

  5. Wie der Goldpreis reagieren wird, darüber sind Experten geteilter Meinung. Die Erfahrung hat jedoch gelehrt, dass Gold in der Regel an Glanz verliert, wenn die Notenbanken auf den Plan treten und die Zinsen als Mittel gegen steigende Preise erhöhen. Gold wird vor allem wegen seiner Wertbeständigkeit gekauft. Bei stabilen Preisen verliert Gold an Attraktivität. Denn Gold wirft im Unterschied zu Geld in „guten Zeiten“ keine Zinsen ab. Nach dem über 30-prozentigen Preissprung im vergangenen Jahr rechnen verschiedene Experten deshalb auch mit deutlichen Kursrückschlägen. Wohlgemerkt: Es gibt auch andere Stimmen, die dennoch einen deutlichen Anstieg des Goldpreises erwarten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke