Der Übervater der Linken, Oskar Lafontaine, hat heute in einem Interview eine Abwicklung des Euro und die Rückkehr zum System semi-variabler Wechselkurse gefordert (Link):

„Der frühere Vorsitzende der Linken und ehemalige Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine hat sich für eine Wiedereinführung des früheren Europäischen Währungssystems ausgesprochen, „das Auf- und Abwertungen nach gegenseitigen Absprachen ermöglicht.“ Lafontaine sagte der „Saarbrücker Zeitung“, neben dem Euro müssten dazu wieder nationale Währungen eingeführt werden. „Ich selbst habe als überzeugter Europäer den Euro lange Jahre befürwortet. Denn ich ging davon aus, dass es gelingen würde, die Wirtschaftspolitik der Mitgliedsländer zu koordinieren, vor allem die Lohnpolitik. Das ist leider nicht eingetreten“, sagte Lafontaine.“

Ist diese Aussage nur Wahlkampfpropaganda? Vermutlich. Offenbar versucht die „Linke“ den eher Linken Occupy-Protest politisch an sich zu binden: Politisch „links“-eingestellte Euro-Gegner sollen wissen, wen sie wählen sollen.

Und es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass bald auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums, aus der CSU / CDU ähnliche Töne kommen, um die „konservativen“ Euro-Gegner anzusprechen.

Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei nur um Wahlkampflügen handelt bzw. handeln wird. Vor jeder der letzten Bundestagswahlen seit 1990 haben die etablierten Parteien die Bürger nach Strich und Faden belogen.

Trotzdem ist es bemerkenswert, dass ein so gewiefter Politiker wie Lafontaine nun auf die „anti-Euro“-Karte setzt. Jenseits aller Parteienstrategie ist dies in sich selbst ein sehr positives Zeichen für einen gesellschaftlichen Wandel. Es wird nun darauf ankommen, ob dieser gesellschaftliche Wandel nur wieder zum Gleichen im neuen Gewand führt, egal unter welchem neuen oder alten Namen. Oder ob dieser Wandel zu einer echten Reformation des Staates und seiner politischen Verfasstheit im Sinne echter Demokratie führt.

Letzteres wäre großartig!

ADD: Für echten Wandel!

 

Kommentare zu: "Zeichen des Wandels: Lafontaine (?!) gegen Euro" (5)

  1. Knut schrieb:

    Lafontaine ist ein alter Hase. Seine Aussagen sind mit Vorsicht zu geniessen. Die Euro-Gegner dürfen sich diesmal nicht blenden lassen von derartigen Aussagen. Lange genug hatten die etablierten Parteien Zeit, sich eines besseren zu besinnen. Viel zu viel Zeit! Und der Affront gegen die Euro-Gegner war zu heftig, als dass man diesem Lügenpack auch nur eine Silbe glauben darf. Es geht denen nur um MACHT ! Vom puren Machterhaltungstrieb werden sie geleitet von nichts anderem. Auch ein Herr Schäffler (FDP) ist mit Vorsicht zu geniessen. Wer die FDP wählt und meint damit Schäffler stärken zu können, irrt fatal. Auch die Clique um Merkel und Schäuble wird das Feld nicht kampflos abgeben. Bitte, liebe Wählerinnen und Wähler, glaubt nicht den sogenannten Wirtschaftsprognosen. Alles Lüge. Sie dienen nur ein positives Klima zu schaffen zugunsten der Blockparteien. Lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen! Macht diesmal den Wahltag zum Zahltag!

  2. Frigga Gützlaff schrieb:

    Auch den Linken scheint nun die Muffe vor der „Alternative für Deutschland“ zu sausen. So springen sie nun auf deren Zug/Thema auf.

  3. yota berlin schrieb:

    Ich habe da eine andere Theorie: Lafontaine hat von Sahra gelernt und Sahra versteht, im Gegensatz zu den meisten Linken, tatsächlich was von Ökonomie.

  4. Norbert Tegge schrieb:

    Oskar Lafontaine ist seit Jahren gegen EU Diktatur. Hat die Verfehlungen der EU klar, sachlich formuliert. Aber Lafontaine ist nicht „Die Linke“. Die „Linke“ hat seit 2009 ihren Weg verändert. Keiner der etablierten Parteien wird das System verändern.

    Wir müssen uns vor Ort für unsere Inhalte einsetzen. Da muss der Wunsch der Veränderung entstehen. Nur mit Plakate hochheben werden wir nichts verändern.

    Der Widerstand muss vom Volke ausgehen. Es wurde in den letzten Jahrzehnten genug getäuscht, gelogen, verunsichert. Freiheit kann die direkte Demokratie bewirken.

    Aber dazu ist erforderlich, dass unsere Gesellschaft sich nicht vom System ein Leben
    diktieren lassen. Wir müssen definieren, was bedeutet Freiheit. Nach Darwin, Merkel, Rothschildt,Lafontaine?
    Noch sind wir durch Mainstream manipuliert.
    In Deutschland verhungern Menschen, werden wegverwaltet auf dem Müllplatz der Elite.

    Wir streiten dies natürlich ab, schauen lieber weg, leben in Vorurteilen.
    Der Hartz IV Empfänger ist faul, der schwerkranke Mensch auch, erneuerbare Energie ist nicht sicher, Windkrafträder enthaupten Vögel, Kohle ist umweltschädlich ect.pp.

    Wir verteidigen den Hindukusch (mit unserer Bundeswehr!!!). Töten 90 Prozent Zivilisten und zerstören die Umwelt durch Atommunition. Wem soll der Bürger jetzt noch vertrauen?
    Hilft dir selbst, hilft dir Gott. Gewinne Menschen mit gleichen Visionen.

  5. Die Spitzen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen haben in den Niederlanden entscheidenden Einfluss auf die Rentenerträge, da sie gemeinsam die betrieblichen Pensionsfonds verwalten – Ende 2002 ein Vermögen von rund 400 Milliarden Euro. Die klassischen Gegner bei Tarifverhandlungen treten der Politik gegenüber gemeinsam als mächtige Pensionslobby auf und bestimmen so in Rentenfragen den politischen Kurs mit. Jedes Jahr legen die Vorstände der Pensionsfonds aufs Neue fest, wie viel Beiträge die Arbeitnehmer zahlen müssen und wie viel die Rentner ausgezahlt bekommen. Deren Rentenzahlungen werden dabei an die Preisentwicklung angepasst (indexatie). Die Pensionsfonds arbeiten mit ihrem Kapital auf den freien Finanzmärkten, um Erträge zu erwirtschaften. Während des Börsenbooms der neunziger Jahre ging das gut, Rentner bekamen angenehme Rentenanpassungen und die Beiträge waren stabil. Angesichts der aktuellen Konjunktur- und Börsenflaute wird nun darüber gestritten, welche Teilnehmer die finanziellen Einbußen ausbaden sollen – die Beitragseinzahler oder die Rentner. In den Niederlanden stehen die Vorstände der Pensionsfonds unter strenger Aufsicht. Dennoch können Arbeitnehmer einen Teil ihrer Pensionsansprüche verlieren. Die bekanntesten Beispiele sind der Autohersteller DAF und der Flugzeugbauer Fokker. Beide Unternehmen gingen Anfang der 90er Jahre in Konkurs und konnten noch ausstehende Arbeitgeber-Beiträge nicht mehr an die Fonds zahlen. Teilweise stehen die Forderungen noch heute aus. Die bei den Arbeitgebern bisweilen übliche Praxis Beiträge erst nachträglich an die Fonds zu überweisen wurde darauf hin verboten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke