Was ist eigentlich „Demokratie“? Die „Herrschaft des Volkes“ ist sie ja nur dem Wort nach: Demos Kratia. Wikipedia bringt die politische Realität der Demokratie ziemlich gut auf den Punkt: 

Demokratie ist ein politisches System, bei dem das Volk eine wesentliche mitbestimmende Funktion einnimmt.“

Man muss den oft kritisierten Autoren der Wikipedia hier echt mal ein Lob aussprechen. Demokratie ist nicht mehr oder weniger, als die Mitbestimmung durch das Volk. Das reicht.

Und das finden wir ziemlich wenig und erinnert an das Zitat eines Altkanzlers:

„Ich bin diktatorisch, nur mit stark demokratischem Einschlag.“

Was man wohl so übersetzen muss, dass die „wesentliche Mitbestimmung des Volkes“ nur eine „unwesentliche“ ist.

Interessant finden wir weiter dieses Zitat eines anderen Altkanzlers:

„Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit.“

Mit dieser Aussage kommen wir, unseres Erachtens, schon näher an das Wichtige heran: Demokratie ist in sich die sittlich, die moralisch, die ethisch ausgezeichnete Form der Herrschaft – unabhängig davon, ob sie sich lohnt. Wir würden ja argumentieren, dass aus dem Richtigen, aus dem Sittlichen, das Gute erwächst, also Einkommen und Glück – aber lassen wir das jetzt einmal beiseite. Wenn es hart auf hart käme, dann wäre die Demokratie auch große materielle und immaterielle Verluste wert, allein deshalb, weil sie in sich die einzig richtige Herrschaftsform ist.

Der Blick auf die Zitate verdeutlicht zugleich, weshalb wir für direkte Demokratie eintreten. Demokratie allein ist zu wenig. Demokratie alleine entspricht nicht mehr dem Grad der Autonomie, der Aufklärung der Menschen. Wir brauchen direkte Demokratie. Wikipedia soll möglichst bald schreiben:

„Demokratie ist ein politisches System, in dem das Volk direkt und unmittelbar die wesentlichen Entscheidungen trifft.“

Wenn wir so weit sind, dass dieser Satz selbstverständlich die allgemeine Wirklichkeit der Demokratie beschreibt, dann, ja dann sind wir am Ziel.

ADD: Für direkte Demokratie. Ohne Kompromisse.

PS: Das zweite Zitat ist nicht von Kohl, obwohl es sehr gut zu ihm passen würde, sondern von dessen Ziehvater Adenauer. Das dritte Zitat ist von Willy Brandt. Quelle: zitate.net.

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Kommentare zu: "„Ich bin diktatorisch, nur mit stark demokratischem Einschlag.“" (3)

  1. Carlo Schmonzetti schrieb:

    Ein Schlauer hat vor vielen Jahren mal gesagt: “ Die zweitschlechteste Regierungsform nach der Tyrannei ist die Demokratie. Wenn nämlich was schief geht (gelinde ausgedrückt und stark vereinfacht), dann wars keiner „.
    (von den Pappnasen)
    Die waschen sich anschließend die Hände in Unschuld, berufen sich auf Koalitionszwang, etc. etc. lügen und betrügen weiterhin ungestraft.
    Wir haben das beste Beispiel vor Augen.

  2. Richtig! Ein Systemfehler, der viele Menschen in die Irre leitet!
    Herrschaftsform …. allein das Wort ist, genauso, seit Jahrhunderten irre. Die Demokratie, wie immer man sie historisch herleitet oder missbraucht, sollte viel mehr sein, nämlich die Befreiung von der Politik und Macht, die 5000 Jahre Totschlag und Hass produziert hat. Die Menschheit braucht keine Politik oder Macht, sondern (Selbst-)Verwaltung. Je mehr demokratisch, desto besser, weil mehr Menschen zur Mitbestimmung kommen, d.h., mehr Inspiration, mehr Meinung, mehr Kreativität, ohne Parteien-(Gegner-)Syndrom. Direkte Demokratie, Mitbestimmung Aller in der Selbstverwaltung.
    Die totgeschwiegenen Systemfehler Schuldgeldsysteme und Herrschaftsformen sollte man abschalten. Wie wär’s!?
    Die Menschheit erfindet sich einfach neu, geht einen neuen Weg. Das Internet, Ergebnis von Jahrhunderten blutiger technischer Weiterentwicklung (besonders in den Kriegen) gibt uns, heute, die Macht der Kommunikation (Verständigung), die immer von Eliten dominiert, (zur Unterwerfung und Ausbeutung) unter vielen Vorwänden (Kirche, Ideologie, Ismen, Herrschaft, Schuldgeld, Feindbilder) genutzt wurde.

  3. Werner schrieb:

    Unser Problem ist die Euro-Krise und der „Rettungs-Wahn“ , nicht die „Direkte Demokratie“ (oder gar die „Drohnen“) .
    Bitte beim Problem Euro-Krise (das unsere Kinder und Enkel verschuldet ! ) bleiben .

    mfg. Werner

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