Es gibt viele Statistiken, manche besser, manche schlechter, manche manipulierbar, andere weniger oder gar nicht.

Ein Datensatz ist für die Bürger besonders wichtig: Das ist die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze. Warum? Weil diese Daten den tatsächlichen, (relativ) unverfälschten Konsum wiedergeben. Geld, das zum Einzelhandel fließt, ist echter Konsum: Für Hosen, Handy, Essen, Trinken und so weiter.

Weiter sind diese Daten relativ schlecht verfälschbar, weil sie direkt vom Einzelhandel stammen – man müsste also sichtbar und öffentlich etwas an der Erhebungsmethode ändern, um sie zu verfälschen.

Was sagt uns nun die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze? Und, diese Aussagen sind sehr gewichtig:

1. In der angeblich so tollen Bundesrepublik… hat sich gar nichts verändert. Die Menschen können gerade noch genau so viel ausgeben wie 2007 (hier nicht gezeigt, liegen sie auch etwa auf dem Niveau 1999, vor Einführung des Euro).

2. Die „tolle“ Bundesrepublik entwickelt sich viel schlechter, als die nicht-Euro-Mitglieder Polen, Schweiz und UK!

3. Selbst das beinahe-Pleite-Land Frankreich gönnt seinen Bürgern eine real bessere Entwicklung als die Bundesrepublik.

4. Die einzigen Länder, gegenüber denen die Bundesrepublik gut dasteht, sind die abstürzenden Volkswirtschaften des Südens – ein Absturz, der uns dank Euro früh genug auch hier noch erreichen wird.

 

Einzelhandel_2

 

Man kann das Versagen unserer politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen „Elite“ angesichts dieser Zahlen gar nicht genug kritisieren. Viele Länder – mit Millionen von Menschen – stürzen komplett ab. Und die Retter… haben nichts von ihrer Arbeit, bis sie dann selbst auch noch abstürzen. Alles nur im Nahmen eines moralfreien Euro-Fanatismus.

Wahnsinn.

ADD: Gegen den Wahnsinn.

 

Kommentare zu: "Manche Daten lügen nicht – und offenbaren den Wahnsinn des Euro." (9)

  1. Das ist auch meine Erfahrung im täglichen Leben. Legt man den festen Wechselkurs zugrunde, dann müßte es eigentlich so sein, dass wir uns heute bei unserer persönlichen Gehaltsentwicklung etwa das 2 1/2 fache müssten leisten können. Das ist überhaupt nicht so. Wir haben noch Glück – unser Einkommen hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre mehr als verdoppelt – daher können wir uns schon etwas mehr leisten, z.B. kaufe ich öfter Bioprodukte und wir konnten ein Haus finanzieren hier auf dem Land. In der Stadt wäre ein vergleichbarer Lebensstandard überhaupt nicht möglich. Da würde in so mancher Stadt schon eine große Mietwohnung mehr kosten, als das, was wir hier fürs Haus abbezahlen. Ich wollte aber einen Garten, um mich im Ernstfall mit Obst und Gemüse selbst versorgen zu können und mein Mann hat das Glück, dass es bei seinem Job nicht darauf ankommt, direkt in irgendeiner Stadt zu wohnen. Die Mietpreise in den Städten sind nämlich exorbitant gestiegen. Wir kaufen im Ernstfall weiterhin bei Aldi und Lidl und richtig in Urlaub waren wir in den letzten 10 Jahren ganze 3 mal. So sieht es aus. Wir würden aber auch niemals einen Kredit für Urlaub aufnehmen, wie andere.

  2. Chris schrieb:

    Tja – im Euroland herrscht halt ein Arm – Reich – Gefälle und Gefälle passen sich halt an. Wir passen und nach unten an (sagt natürlich so kein deutscher Politiker) und der Süden passt sich leicht nach oben an. Wir werden vom Euro niemals profitieren. Das ist politisch aber auch nicht gewollt.

    Im Übrigen ist die Statistik dadurch „geschönt“ dass zur Zeit alle deutschen in Sachwerte flüchten und kaum noch sparen. Wenn dieser Effekt irgendwann in ca. 1 Jahr abflaut, weil entweder die Ersparnisse verkomsumiert sind, wird die Kurve steil nach unten zeigen.

  3. Thorsten Kortmann schrieb:

    Was haltet ihr denn davon? Insbesondere von den beiden Videos.

    http://brf.be/nachrichten/regional/574077/

    • dieandereperspektive schrieb:

      Nun, das Problem ist doch darin zu suchen, dass Banken Geld durch Buchgeld generieren dürfen, was identisch mit Falschgeld ist. Denn Kredite, die nicht gedeckt sind, sind Falschgeld. Das geschieht dadurch, dass nicht die Banken für die Risiken haften, sondern der Steuerzahler. Sprich, das Falschgeld wird vordergründig reingewaschen. Da aber jedes Rettungspaket wiederum durch Kredite finanziert ist, handelt es sich auch wiederum nur um Falschgeld.
      Der hier beschriebene Effekt ist lediglich der, dass durch die enormen Kapitalverschiebungen praktisch dem Motor, der das alles finazieren soll, der Sprithahn abgedreht wird, also der Steuerzahler zahlungsunfähig wird.
      Doch ganz am Ende stehen da noch die durch das Falschgeld superreichen Gläubiger, die dann alles zum Spottpreis aufkaufen dürfen und wollen. Es geht letztlich um die Staatsvermögen. Wer was anderes glaubt, nun was soll es denn sonst sein?
      Um zu verstehen wie das ganze Systen funktioniert, sollte man sich die Person des Herrn Assmussen genauer anschauen und siehe da es steckt System dahinter. Hier wird schnell deutlich, mit welchen Methoden der Bock zum Gärtner gemacht wurde.
      http://politropolis.wordpress.com/2013/03/31/erste-sendung-des-storsenders-finanz-casino-kapitalismus/
      Daher ist die Analyse zwar richtig, aber die Wurzel des Problem ist nicht genannt. Zuerst muß die Geldmenge dem real existierenden Vermögen angepasst werden und zwar zu Lasten der Finanzinstitute. Kredite dürfen nur in Höhe der vorhandenen Einlagen gewährt werden und zwar im Verhältnis von 1:1. Spekulationsgeschäfte (Wettgeschäfte) sind zu verbieten.
      Hilfsleistungen müssen da ankommen, wo sie in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen, also auch nicht bei den Banken.

  4. Reblogged this on deutschland-luege.

  5. Baade schrieb:

    Noch viel deutlicher wäre das krasse Missverhältnis zum Ausdruck gekommen, wenn man das Jahr 1995 (oder zumindest die Euro-Einführung) als Maßstab genommen hätte. Selbst gegenüber 1995 hat die Kaufkraft der Deutschen abgenommen, während nach der Euro-Einführung auch die inzwischen abgestürtzten Krisenstaaten erst mal ordentlich zugelegt/zugelangt haben.

    Und jetzt sollen wir die Alcaselza-Tabletten liefern, um den Kater der Völlerer zu lindern.

  6. Arkadi schrieb:

    Wessen Einkommen hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, liebe Maren? Na meins nicht auch nur annähernd!

  7. […] Manche Daten lügen nicht – und offenbaren den Wahnsinn des Euro. […]

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