Die Analyse in einem früheren Artikel (Link) des Standes und des Ausblicks für den Widerstand gegen den Euro-Wahnsinn endete mit der Einsicht, dass die Politik der großen Blockpartei mit immer nur noch größeren Geldorgien nur Zeit schindet und dabei die Fallhöhe für die Menschen nur noch immer weiter erhöht.

Diese Politik kommt zu ihrem Ende, wenn nicht heute dann morgen, und es wird sich die Frage stellen, ob die Teile der dann fallenden Gesellschaft in Richtung einer Euro-Diktatur fallen oder in Richtung einer verjüngten, wiederbelebten, echten und folglich direkten Demokratie.  

Der Beitrag endete mit der Frage: „Was kann der Einzelne, die Einzelne tun? Wo und wie sollte man sich engagieren?“ Und es soll hier versucht werden, darauf eine Antwort zu geben.

Diese Analyse schließt an eine Unterscheidung an, die wir bereits im Jahr 2011 formulierten (Link), der Unterscheidung zwischen Widerstand im System und Widerstand gegen das System. „System“ bezeichnet dabei die gewachsene Macht-, Staats-, Finanz- und Medienstruktur in Deutschland und Europa.

 Widerstand im System

 An den wesentlichen Optionen des Widerstands im System hat sich nichts geändert, diese sind:

– Wahlen

– Appelle an Bundestag und Regierung (Eingaben, Petitionen)

– Klagen, insbesondere die „Verfassungsbeschwerde“

– Demonstrationen für Änderungen am System

Die Erfahrung der letzten Jahre hat die Einschätzungen aus dem Jahr 2011 bezüglich dieser Optionen bestätigt:

– Wahlen: Die Fraktionen der großen Blockpartei von CSU bis Linke sind in keiner Weise vom Euro-Wahnsinn abgewichen, im Gegenteil, die Gegenstimmen insbesondere aus der FDP wurden mit Ausnahme der stimmenbringenden Gallionsfigur Schäffler (noch?) gnadenlos ausgeschaltet. Die Euro-kritischen Klein- und Neuparteien von PdV, FW bis Piraten sind letztlich organisatorisch, personell oder inhaltlich gescheitert.

– Appelle: Keine der den Euro betreffenden Petitionen wurde im Bundestag diskutiert oder hat medial einen der Sache entsprechenden Wiederhall gefunden.

– Verfassungsbeschwerde: Die ESM-Eilanträge wurden zurückgewiesen und das Verfassungsgericht hat sich durch diese und einige andere Entscheidungen als unabhängiger Schutz der Werte des Grundgesetzes diskreditiert.

– Demonstrationen: Keine der Demonstrationen gegen den ESM hat wesentliche oder nachhaltige öffentliche Aufmerksamkeit erreicht.

Der aus heutiger Sicht einzige Lichtstreif bezüglich der Option „Widerstand im System“ ist das Aufkommen der neuen Partei „Alternative für Deutschland“. Viele Fragen bezüglich dieser Partei mögen offen sein, Fakt ist aber, dass diese Partei programmatisch sowohl für direkte Demokratie als auch entschlossen gegen den Euro-Wahnsinn eintritt. Weiter zeigt sie Kraft und Organisation, erzeugt medialen Wiederhall und hat in kürzester Zeit sehr, sehr viele Mitglieder gewonnen. 

Sicher, manche fragen sich, ob diese Partei nicht nur eine neue Inszenierung im alten Spiel des „Identifizierens, Zentralisierens und Neutralisierens“ politischer Gegner  ist: Den Widerstand bündeln – um ihn besser vernichten zu können. Doch die Geschichte der Alternative spricht eine andere Sprache. Über die Wahlalternative und die Kooperation mit den Freien Wählern hat die Alternative echtes und offenes politisches Engagement gezeigt. Sicher werden jetzt interessierte Kreise versuchen, auch diese Partei unter ihre Kontrolle zu bringen. Und sicher besteht die Gefahr, dass diesen Kräften die politische Einordnung „weit rechts von der CDU / CSU“ und damit die politische Marginalisierung und Stigmatisierung gelingt.

Doch gerade in diesen Gefahren liegt die Aufforderung an die unabhängigen, euro-kritischen Bürger sich einzubringen, von wertkonservativen über wirtschafts- und sozialliberale bis hin zu sozialdemokratisch und vielleicht sogar sozialistisch geprägten Menschen. In diesem Sinne besteht die Chance zu einer echten Erneuerung der Demokratie in der Bundesrepublik – und diese Chance ist die Gefahren und das Engagement wert. 

Neben dem Widerstand im System, kann der einzelne Mensch auch grundsätzlichen Widerstand gegen das System ausüben:

Widerstand gegen das System

Im Herbst 2011 nannten wir die folgenden Optionen des Widerstands gegen das System:

– Aufbau neuer Medien

– Finanzielle „Flucht“

– Demonstrationen und öffentlicher Widerstand

– Systemverweigerung

– Gewaltsamer Widerstand

– Auswandern

Schon damals waren wir skeptisch, inwieweit diese Optionen etwas bewirken können, denn entweder sind diese Optionen nur persönliche Rettungsmaßnahmen (Auswandern, finanzielle Flucht) oder irrelevant bzw. für sich alleine aussichtslos oder in sich abzulehnen (Systemverweigerung, Gewalt, Demonstrationen). Einzig der Aufbau neuer Medien ist und bleibt eine wichtige Option, um sich selbst und die Gesellschaft insgesamt neu zu formen.

Trotzdem gibt es auch im Sinne des Widerstands gegen das System eine neue Erkenntnis: Das Stichwort ist Beppo Grillo und die Bewegung der 5 Sterne, die zur größten Partei Italiens geworden ist und sich der Vereinnahmung durch die etablierte Politik verweigert und konsequent ein „Neues“ Italien einfordert.  

Die Bewegung der 5 Sterne zeigt, dass Widerstand aus dem System gegen das System möglich ist.

Für uns in der Bundesrepublik heißt das: Eine grundlegende Staatsreform im Sinne der direkten Demokratie, eine Neue Deutsche Republik ist möglich! Vielleicht warten die Menschen nur darauf, dass man ihnen endlich diese Chance gibt. Und vielleicht ist dieser Euro-Wahnsinn unsere Chance – um endlich das Versprechen des Grundgesetzes einzulösen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich selbst die Verfassung zu spenden.

So führt die Betrachtung der Optionen des Widerstands gegen das System am Ende fast wieder zur Analyse der Optionen des Widerstands im System zurück: Es braucht eine politische Kraft, die das System verändern will und kann. Es braucht eine bundesdeutsche „Bewegung der 5 Sterne“, die sich als breite Alternative zum System versteht. Und hoffen wir, dass die Alternative diese Alternative wird. Es liegt letztlich an jedem Einzelnen, an jeder Einzelnen, und an uns allen Gemeinsam.

ADD: Für Alternativen – so oder so!

Kommentare zu: "Der Widerstand gegen den Euro-Wahnsinn: Handlungsoptionen für den Einzelnen" (11)

  1. Liebe Alle!
    Fast kommen mir die Tränen bei dem Artikel. Alles richtig! Aber, meine Forderung bleibt unerhört, außer, ein paar Entschlossener, geht keiner auf die Diskussion dazu ein, welche ich seit Jahr und Tag fordere!!!
    Wo Direkte Demokratie drauf steht, muss auch Direkte Demokratie drin sein! Dazu gehört eine Internetplattform/Software zur Ausübung der Direkten Demokratie im Internet! Gerade ein überparteiliches, bürgerliches Aktionsbündnis könnte die Institution sein, welches für die Glaubwürdig und das Vertrauen, für das Betreiben einer solchen Plattform, vorbei an den Parteien und vorbei an der Mediendiktatur, steht.
    Die Qualitätsfrage einer solchen neuen Plattform, aber, muss diskutiert werden! Denn ohne Qualitätsanspruch wird sich kein Neues System und keine Neue Demokratie etablieren lassen. Qualitätsdiskussion, ohne Diskrimination, selbstkritisch, unter Ausschaltung, insbesondere des Faktors monetärer Macht (Das Finanz-/Geldsystem MUSS immer parallel zu jeder Neuerung in der Gesellschaft diskutiert werden) muss und soll Glaubwürdigkeit und damit Nachhaltigkeit fördern. Die Direkte Mitbestimmung in der Politik und den Institutionen MUSS erst wieder erlernt werden, muss einen neuen Freiraum und Selbstbestimmung erobern, in einer Gesellschaft, welche wieder an sich glauben lernen muss.
    Bem.: Es ist doch imperativ, dass wenn schon Beppo Grillo als Vorbild dient, dass das Internet das wichtigste Medium schlechthin darstellt!

    • bussard schrieb:

      So sehe ich das auch. Was wir brauchen ist eine Internetplattform, in der wir auch Demonstrationen unabhängig von irgendwelchen Parteien oder Gewerkschaften organisieren können. Nur dann sind wir nicht angreifbar. Auch ich plädiere dafür außer dem Thema Direkte Demokratie (ähnlich wie in der Schweiz) kein anderes Thema aktiv zu unterstützen. Denn alles anderes führt zur Verzettelung und schafft kein gemeinsames Ziel. Laut Emnid sind aktuell 87 % der Deutschen für die Einführung von Volksabstimmungen auf Bundesebene. Keine anderes Thema hat eine derartige Zustimmung. Deshalb sollte das einzige Ziel darin bestehen, dies umzusetzen. Da muss man auch nicht befürchten, als Neonazi verunglimpft zu werden.

    • bilbo schrieb:

      Direktdemokratie über Software? Das ich nicht lache, träumt weiter! Die Schweizer weheren sich gerade dagegen, wegen Manipulationsversuchen. Vorsicht bei solchen Forderungen…..

  2. Auszug/Zitat aus HB vom 2.4.13
    „Jeder gegen jeden“ – Regierungskrise in Italien
    ………Der vierte Spieler, Beppe Grillo, bleibt auf seinem Konfrontationskurs und kündigte via Twitter an, er werde einen neuen Präsidenten durch die Netzgemeinde wählen lassen. Ihn kümmern die Gesetze wenig. Goldman-Sachs-Chef Jim O’Neill sagte über Ostern in einem Interview mit Bloomberg: „Das wahre Problem der EU ist nicht Zypern, sondern Italien und der Faktor Grillo“.

    Was soll der Bürger/Beobachter glauben. Wer vor lauter Bäumen den Wald nicht erkennt, wird diesen Wald nicht verändern. Ohne Nachhaltigkeit/Qualität im Geldsystem wird es keine Neue Qualität in der Gesellschaft geben, wovon die Direkte Demokratie ein Teil eines Selbstverwaltungssystems und ein Teil der Machtkontrolle sein kann. Wer nicht erkennt, dass der Slogan „Time Is Money“ der Motor des Zinseszins Systems ist, der uns alle zum Sklaven desselben macht. Der Kapitalismus und die Marktwirtschaft, als solche, muss kritisch eingestuft werden, aber gehört nicht pauschal verdammt, weil die Leistung, als solche, des oder der Individien nicht ersatzlos sozialisiert gehört, genauso, wie der Sozialstaat seine Berechtigung hat, aber nicht nur zu Lasten der Leistenden sich selbst ad absurdum führen oder als Selbstzweck für opportunistische Politik/Stimmenfang entarten darf. Werte aus Leistung, ohne das Damoklesschwert „Time Is Money“ bedarf einer neuen Werteskala, eben einem Paradigmenwechsel, damit die Zeit für die Selbstverwaltung und Mitbestimmung mittels der Direkten Demokratie „übrig“ bleibt. Die Mehrkosten dieses Systems sparen wir bei, z.B. den Militärausgaben. Diese und mehr Gedanken sollte das
    Aktionsbündnis aufnehmen und diskutieren. Daraus entsteht Vertrauen und Qualität, die vom Volk gewünscht ist. Radikalität und Protest, wie Beppo Grillo, muss nicht der beste Weg sein. WIR müssen das System, welches wir nicht wollen, mit seinen eigenen Waffen schlagen und mit Qualität und Nachhaltigkeit, vor Allem.

  3. Victor Zander schrieb:

    Alle kleinen Rechtsparteien sind mit dem von Ihnen benannten Anspruch bei Gründung angetreten. Hier sei sowohl die NPD mit 4.99% ebenso genannt wie die REPs, die Wahrheit oder die PRO. Was ließ sie alle scheitern? Stigmatisierung in den Medien (Verleumdung ohne Abwehrmöglichkeiten), Unterwanderung durch den Verfassungsschutz (Agent Provocateure, Sabotteure und Verräter) und die Drohung mit Verbot, was potentielle Interessenten abschreckt. Und jetzt ersparen Sie mir die Diskussion, was rechts, konservativ oder sonst etwas ist. Eins aber darf noch vermerkt werden: Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde! Und der Vater dieses EU-Systems ist liberal…

  4. Michael schrieb:

    Bitcoins sind der Sargnagel im Bankensystem Weltweit und ermöglichen ein sicheres neues Geldsystem. Gold und Silber sind gut, Bitcoins jedoch die Zukunft.
    Geldverbote und Überwachung spielen für die Bitcoins keine Rolle.

    Kann gar nicht verstehen dass diese alternative Währung in den alternativen Medien nicht erwähnt wird.

    Bitcoins sind aktiver Widerstand.

  5. urmehl schrieb:

    ich unterstütze eine 5 sternebewegung um endlich die korrupten marionetten des grosskapitals in der bundesregierung zu entfernen.nur wundere ich mich über die trägheit der großen volksmassen, endlich ezwas verändern zu wollen.

    • Die „Trägheit der Massen“ ist ein Symptom der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“. So nenne ich die „Krankheit der Gesellschaft“, die in der Soziologie als die „Kollektive Neurose“ bekannt ist. Leider wird sie von den allermeisten verdrängt.

  6. […] Der Widerstand gegen den Euro-Wahnsinn: Handlungsoptionen für den Einzelnen […]

  7. Hermann schrieb:

    ADD bezeichnet die neue AfD-Partei als Lichtstreif am Horizont des Himmels der Direkten Demokratie.

    Meine Emnpfehlung ist:

    Schaut Euch alle den AfD-Standpunkt bzgl. Demokratie auf deren Webseite an !

    Da steht eindeutig wofür und für wen die AfD auftritt, und zwar steht als deren Partei-Standpunkt folgendes Bekenntnis, im Originaltext:

    „Dabei bejahen wir uneingeschränkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung der
    Bundesrepublik Deutschland ……“

    bzw. den Link anklicken: https://www.alternativefuer.de/partei/programm/

    Die AfD bejaht also uneingeschränkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung (auch abgekürzt FDGO), die es lt. Schäuble & Co. in der BRD gibt ???

    Diese FDGO, die vielleicht bis in die 1970er Jahre noch bestand hatte, die gibt es nicht mehr in der BRD !

    Erinnert Euch mal an die Abstimmungen der BT-Abgeordneten am 29.06.2012 – diskussionlose ESM-Zustimmung,
    so wie die Fraktionsleitungen vom Einheitsblock „CDUCSUFDPSPDGRÜNE“ es ihnen „empfahlen“.

    85 % der BT-Abgeordneten stimmten dem ESM zu. Das sind rd. 530 BT-Abgeordnete gewesen !

    Bei Petitionen vom Volk an die BT-Abgeordneten, z. B. gegen den ESM, fühlten sich einige BT-Abgeordnete bereits belästigt und drohten mit Klageerhebung gegen die Petitionsinitiatoren !

    Das ist der heutige Stand der FDGO und das wird also diese neue Partei AfD uneingeschränkt unterstützen !?

    Deshalb bekamen die noch vor Partei-Gründung auch ganz schnell die Bühne des Staatsfernsehens !

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