Update: Link zu dieser Erklärung in Englisch.

Das ADD veröffentlicht heute diese Erklärung mit Blick auf die Ereignisse in Zypern:

130319 Zypern

Download der Erklärung als pdf (Link).

Menschen, die ihre Unterstützung dieser Erklärung zum Ausdruck bringen wollen, senden bitte eine Mail mit Name und Anschrift an: Kontakt@aktionsbuendnis-direkte-demokratie.de.

Wortlaut der Erklärung:

„An die Bürger der Republik Zypern: Für echte Demokratie – Gegen die Unterjochung im Namen des Euro

 Bundesrepublik, im März 2013

 Liebe Menschen auf Zypern, liebe Mitmenschen in Europa,

wir, das Aktionsbündnis Direkte Demokratie, haben mit Entsetzen zur Kenntnis genommen, was in der Nacht vom 15. auf den 16.03.2013 seitens der EU-Finanzminister in Brüssel beschlossen wurde. Wir sind seit mehreren Jahren gegen die sogenannte Euro-Rettung aktiv und versuchen, in Deutschland ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wer  – und auf wessen Kosten – da eigentlich gerettet wird.

Die Einführung des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) und des Fiskalpakts war für die meisten Menschen in Europa noch zu abstrakt; die Wenigsten haben verstanden, dass damit die Souveränität der einzelnen Staaten in der Euro-Zone  – zugunsten einer EU-Diktatur durch einen nicht demokratisch legitimierten Gouverneursrat – aufgegeben wurde.

Die Stufe der Eskalation, die jetzt durch den Beschluss der EU-Finanzminister in Zusammenarbeit mit dem IWF, erreicht wurde, ist für uns ein weiterer Beweis, dass unsere Regierungen in Europa den Boden der Demokratie verlassen haben. Wir hoffen, dass die Menschen in Europa dieses Signal verstehen und sich jetzt endlich zur Wehr setzen und ihren Regierungen mit demokratischen Mitteln aber auch mit Massendemonstrationen und einem Bank-Run die Rote Karte zeigen.

Wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit den Bürgern und Bürgerinnen Zyperns, die jetzt diese menschenverachtende Politik in ihrer ganzen Härte zu spüren bekommen.

Wir alle in Europa haben zu lange stillgehalten; wir haben zugesehen, wie Griechenland in den Ruin getrieben, wie Irland, Portugal und Spanien durch ein aberwitziges Währungs- und Wirtschaftsregime erst in den Ausgabenexzess, dann seit 2010 in einen bizarren pseudo-Sparsamkeitsexzess und in die wirtschaftliche Sackgasse gedrängt wurden. Wir haben sehenden Auges zugelassen, wie sich Massenarbeitslosigkeit und – vor allem – Jugendarbeitslosigkeit und damit Perspektivlosigkeit in diesen Ländern verbreiten konnte. Aber auch bei uns, in Deutschland – trotz aller gegenteiliger Propaganda – stagnieren die Reallöhne und fallen die real verfügbaren freien Einkommen der abhängig Beschäftigten. Auch bei uns ist der Arbeitsmarkt so gestaltet, dass jungen Menschen (und vielen anderen) zu wenig vom Lohn übrig bleibt und sie keine Familien gründen können, weil sie in Zeitarbeit oder anderen unfairen Arbeitsverhältnissen zu Dumpinglöhnen arbeiten und von dem geringen Verdienst immer noch hohe Steuern, Abgaben und Zinsen finanzieren müssen.

Zypern ist das Fanal einer gescheiterten Politik unter der wir alle, bis auf wenige Profiteure in den Banken, der Politik und einzelner Großkonzerne, leiden: Arbeitnehmer und Arbeitgeber, In- und Ausländer, Kinder, Frauen und Männer.

Wir, das Aktionsbündnis Direkte Demokratie, distanzieren uns von der menschenverachtenden und zerstörerischen Politik der Bundesregierung, der EZB und der EU-Institutionen. Wir alle in Europa sind aufgefordert, gemeinsam  an einem Europa der Menschen für die Menschen zu arbeiten. Wir müssen das Ausbluten ganzer Volkswirtschaften stoppen und auf Basis gelebter, echter, direkter Demokratie ein System installieren, in dem alle Menschen in Frieden und Respekt voreinander ein lebenswertes Leben leben können. Gemeinsam können wir das erreichen – lasst es uns tun. Bringen wir uns ein.

ADD: Für direkte Demokratie, Frieden und Wohlstand.“

Kommentare zu: "An die Bürger der Republik Zypern: Für echte Demokratie – Gegen die Unterjochung im Namen des Euro" (5)

  1. urmehl schrieb:

    ich unterstütze den wortlaut voll und ganz.

  2. murksel schrieb:

    sehr gut!!
    Aber es sollte vielleicht besser in den Medien der Zyprioten, in englisch?, veröffentlicht werden.

  3. klaus drehmenn schrieb:

    Zypern & 96 – Problemverzerrung bei der Berichterstattung

    In Zypern wurden übers lange Wochenende die Kleinstanleger (Sparer) von Politmarionetten enteignet und hier wird auf den Titelseite der Printmedien halbseitig über die Niederlage von 96 berichtet. – Gebt den Volk Brot und Spiele …….

    Nun ist es klar, Schäuble & Co. haben die Katze aus dem EU- Sack gelassen.

    Bei Bankenmisswirtschaft hat das gemeine Volk ganz offiziell durch Enteignung zu bluten. Diese Volks-Zwangsabgabe dürfte nicht nur in Zypern für Empörung sorgen.

    Allen Völkern der EU- Mitgliedstaaten wird nun ganz öffentlich vorgemacht, wie sicher die Spareinlagen bei den Banken sind.

    Was hat das gemeine Volk mit „Steuerdamping“ der Politmarionetten und/oder der „Geldwäscheofferten“ der Bankster zu tun?

    ACHTUNG: Bald steht auch bei uns ein langes (Oster-)Wochenende vor der Tür ……..

    Nicht 96 wird Europa evtl. verspielen sondern Schäuble & Co. haben bereits Europa verspielt!

    Und noch etwas:

    Schäuble und !!! 40 Prozent !!!

    !Der Zypern-Deal hätte für die kleinen Sparer offenbar noch viel schlimmer sein können: Bundesfinanzminister soll eine Zwangsabgabe von 40 Prozent gefordert haben.“

    Quelle: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/03/50849/

  4. […] Euro-Diktatur bewegt heute Medien und Gesellschaft. Auch das ADD hat sich mit der Mitteilung “An die Bürger der Republik Zypern: Gegen die Unterjochung im Namen des Euro” an dieser Debatte […]

  5. Irmgard Graf schrieb:

    Einzige Lösung: Alle Banken, und nicht nur auf Zypern verstaatlichen!!!

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