In einem Aufsatz setzt sich „German-Foreign-Policy“ heute mit dem Thema der militärischen Interventionsmoral des Westens auseinander (Link). Der Artikel arbeitet heraus, dass es heute offiziell als unmoralisch gilt, gegen militärische Interventionen zu sein:

„Der „Moraldiskurs der westlichen Öffentlichkeit“ spreche Interventionskritikern, etwa im Fall des Libyen-Krieges, mittlerweile „Moralität“ und „Mitgefühl für die absehbaren Opfer einer humanitären Katastrophe“ ab.“

„Die Idee der „Schutzverantwortung“ lässt auswärtige (militärische, ADD) Interventionen nicht nur in begründeten Ausnahmefällen zu, sondern macht sie unter bestimmten Umständen faktisch zur Pflicht.“

Die Worte, mit denen die neue Strategie bezeichnet wird, sind entlarvend: „Responsibility to Protect“ kurz „R2P“. Krieg heißt nicht mehr Krieg und Angriffskriege gibt es schon gleich überhaupt nicht mehr. Nein. Es gibt nur noch Aktionen im Rahmen der „Verantwortung zu Schützen“, der „Responsibility to Protect“ und 10.000 Tote ändern daran gar nichts…

Der kurze Aufsatz arbeitet die Kritik an dieser Strategie sehr gut heraus und ist aus vielen Gründen lesenswert. Bemerkenswert für uns: Selbst in dieser kurzen Analyse wird explizit auf den Drohnenkrieg eingegangen:

Dass man dabei auch in fremden Staaten mit Killerdrohnen operiere und nach eigenem Gutdünken Menschen töte, sei der bisherige Gipfelpunkt der Interventions-Entwicklung. Freilich unterminiere der Westen damit die schon jetzt äußerst fragile internationale Ordnung, die ja auf dem Prinzip der Souveränität der Staaten beruhe. Was mit diesem Prinzip ungeachtet seiner Unzulänglichkeiten verloren geht, darauf hat auch die aktuelle SWP-Studie zu R2P hingewiesen, die die Kernziele der Souveränitätsidee in Erinnerung ruft – „zum einen die Bewahrung zwischenstaatlichen Friedens und staatlicher Autonomie, zum anderen die Sicherung der Selbstbestimmung politischer Gemeinschaften und der in ihnen lebenden Individuen„.“

Genau darum geht es: Der Drohnenkrieg ist ein Mittel zur Aushöhlung des Selbstbestimmungsrechts. Der Drohnenkrieg ist ein Mittel, um permanent und überall jederzeit „im Krieg“ zu sein, um anonym jeden jederzeit ermorden zu können.

Auch die eigenen Bürger.

Interessant ist weiter, dass german-foreign-policy auf einen Artikel aus dem hochangesehen US-Fachblatt „Foreign Policy“ bezug nimmt. Zwei Zitate aus diesem Artikel (Link): 

„There’s been much comment on the Obama administration’s recently leaked Justice Department white paper on the targeted killing of U.S. citizens overseas, but most of the debate has focused on the administration’s Orwellian interpretation of the term „imminence.“ Less remarked upon has been its equally elastic theory of sovereignty. In a nutshell, the U.S. legal theory of sovereignty is this: „We have it; you don’t.“

Und später:

„the parallels between R2P and the understanding of sovereignty that undergirds U.S. drone policy are troubling. I’m no fan of the traditional legal conception of sovereignty, which has been used to mask many abuses. But in a world with no meaningful international governance structures, sovereignty — even a weak and hypocritical conception of sovereignty — is one of the few bulwarks against unilateral overreaching by great powers.

Our fragile international order rests less on „law“ than on implicit bargains between states, and insofar as U.S. drone policy further undermines traditional norms relating to sovereignty and the use of force, it risks undermining those tenuous bargains. It risks sending the message — to friends and foes alike — that we will no longer even offer much pretence of respecting sovereignty. As a result, it risks undermining the fragile order we so desperately need.

If we toss sovereignty into history’s dustbin, what will replace it?“

Oder in kurz: Der Drohnenkrieg ist ein weiteres Mittel zur Entmündigung der Menschen, zur Entdemokratisierung.

Und deshalb ist er abzulehnen.

ADD: Nur Bienendrohnen sind gute Drohnen! (Satire)

Kommentare zu: "Drohnenkrieg oder Selbstbestimmung: Stimmen aus der Debatte" (3)

  1. murksel schrieb:

    Die Souveränität der nationalen Staaten soll ja wohl auch abgeschafft werden.
    Sie steht der NWO doch nur im Wege.
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/ethan-a-huff/der-schwindel-der-nachhaltigkeit-monsanto-enthuellt-erneut-seine-wahre-natur-und-unterzeichnet-un.html

  2. Victor Zander schrieb:

    So werden bisher unerlaubte Einmischungen in innere Angelegenheiten anderer Nationen, Angriffskriege, Kriegsverbrechen und diktatorische Unterdrückungen im „eigenen“ Land legalisiert. Und die eigene Bevölkerung schaut hilflos bis gelangweilt zu. Ich empfehle den amerikanischen Kultfilm „Sie leben!“ von John Carpender aus dem Jahre 1988, komplett zu sehen auf youtube.

  3. In „GermanForeignPolicy“ wird ja, wie die Bezeichnung in amerikanischer Sprache ja schon sagt, die deutsche Außenpolitik in amerikanischen Interesse betrachtet, d.h. den deutschen Kretins wird per „GFP“ vorgegaukelt, sie würden „deutsche“ Außenpolitik formulieren. Dabei weiß doch jeder, daß die deutsche Außenpolitik sich identisch sieht mit den Interessen des Staates Israel und die Begründung eines deutschen Staates nach Hitler
    auf Auschwitz basiert, so auch die Worte eines ehem. dt. Außenministers mit dem Namen Fischer, der zuletzt in amerik. Diensten stand, bzw. weiterhin steht, weiterhin als Mitglied
    einer amerik. Außenministerin, die schon zu seinen Amtszeiten seine Vorgesetzte war, eine Mrs. Albright, geb. Korbel, gebürtig 1935 in Prag. Ihr Vater war zuletzt Staatssekretär des tschechoslowakischen Außenministers Jan Masaryk, der beim 3. Prager Fenstersturz im Februar 1948 aus einem hohen Stockwerk seines Ministeriums stürzte, dabei ums Leben kam. (Kommunistischer Umsturz des Clement Gottwald, Benesch wurde samt Regierung
    gestürzt, der Außenminister auch aus dem Fenster.) Professor Korbel, der Vater v. Albright, durfte kurz zuvor mitsamt Familie und Palastinhalt, Möbel, Gemälde, Schmuck eines deutschen „Vorbesitzers“ nach den USA emigrieren.
    Das „GFP“ ist eine Hilfsorganisation des CFR, des Councel on Foreign Relations, das jetzt unverblümt nur amerikanische Außenpolitik mit deutschen Helfern betreibt, v.u.z. Guttenberg und Cem Özdemir lassen grüßen.

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