Inhaltlich ist das Interview in der Presse mit Jürgen Stark für uns nichts Neues. Dennoch überrascht die Klarheit des Ausdrucks des früheren Chefvolkswirts der EZB. Mal sehen, wann Stark soweit ist, das Ganze mit den einzig richtigen Begriffen benennt, die wir auch nutzen: Mafia, Junta, Diktatoren.

Egal. Wichtig ist, dass mit zwei Jahren Verspätung ein weiterer Ex-Apparatschik fast die Wahrheit ausspricht. Einige Zitate (Link) aus dem Interview:

„…es gibt eine andere Gruppe von Verfassungsjuristen, die von einem fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch sprechen. Und das würde ich als Nichtjurist auch so sehen: Es gibt einen fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch (durch die EZB, ADD).“

„Ich glaube, man darf die Argumente, die von Jens Weidmann (Präsident der Deutschen Bundesbank, Anm.) vorgebracht werden, nicht lächerlich machen.“

„…Zäsur im Jahr 2010: Bis dahin ist alles gut gelaufen. Dann hat die EZB begonnen, sich in eine neue Rolle zu begeben – in Panik zu verfallen. Sie hat dem Druck von außen nachgegeben. Insbesondere jenen, die gesagt haben: „Ihr Europäer, ihr müsst über dieses zweite Maiwochenende 2010 eine Entscheidung treffen und viel Geld in die Hand nehmen“ (Heißt das, dass die Aushebelung der Demokratie und des bürgerlichen Rechtsstaats von außen verlangt wurde? Bedeutet das, dass wir von einer solchen Bande Luschen und Verbrecher regiert werden, die sich von außen sagen lassen: Schafft doch mal schnell die Demokratie ab? ADD)

Frage: Ist die Währungsunion in ihrer angedachten Form bereits gescheitert? Es kommt aber drauf an, was Sie darunter verstehen. In ihrer ursprünglichen Form ist die Währungsunion nie umgesetzt worden.“ Die Währungsunion: Eine riesengroße Lüge von Anfang an! Wo sind die Verantwortlichen? Warum laufen sie noch frei herum?

Zu den angeblichen Sparanstrengungen in der Eurozone: „Aber es wird doch nirgendwo gespart! Das ist eine semantische Irreführung. Die Nettoneuverschuldung steigt. Schwächer als vorher, aber sie steigt.“ („semantische Irreführung? Das kann man auch einfacher nennen: Lüge! ADD)

„Mario Draghi hat gesagt, alles zu tun, um den Euro zu retten. Aber es geht hier doch gar nicht um die Rettung des Euro. Wir haben es mit Problemen einzelner Länder zu tun. Und sollte ein Land ausscheiden, ist das nicht das Ende des Euro.“ (Sagen wir ja auch schon von Anfang an: Es geht nicht um den Euro. Man benutzt den Euro um eine Diktatur zu errichten. ADD)

„Die Zentralbank ist enorm unter Druck. Und da spielt das Mandat keine Rolle, denn der Politik ist das Hemd näher als der Rock. Man schiebt die Verantwortung an die Zentralbank und sagt: „Die können das machen, die können Geld drucken“. Dass dadurch die realwirtschaftlichen Probleme nicht gelöst werden, ist klar. Im Gegenteil: Mit dem weltweiten Fluten der Märkte werden Bedingungen geschaffen, die dazu führen können, dass neue Übertreibungen entstehen.“

„Nach meinem Urteil bewegt sich die EZB mit der Entscheidung von Anfang dieses Monats (künftig unbeschränkt Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten aufzukaufen, Anm.) außerhalb ihres Mandats.“

Rumms. Diese Sätze sitzen. Die EZB ist eine Räuberhöhle. Geleitet von einer Verbrecherbande. Ein Monstrum.

Und wir halten fest: Eine Gruppe Durchschnittbürger rennt seit 2010 durch die Gegend und erzählt das Gleiche (das sind wir, ihr geschätztes ADD).

Trotzdem Bravo, Herr Stark, allerdings stellt sich uns die Frage, weshalb Sie nicht bereits seit 2010 ehrlich und korrekt die Öffentlichkeit informieren. Immerhin: Besser spät als nie.

Info & Kontakt: Kontakt@aktionsbuendnis-direkte-demokratie.de.

 

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Kommentare zu: "Stark: EZB begeht „fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch“" (1)

  1. Genbauso, besser spät als nie, Herr Stark, aber leider wird diesem (verspäteten) Rat des Sachverständigen vom BundesGrundgesetzgericht (Wir haben keine Verfassung, bestätigt Voßkuhle selbst im ZDF-Interview v. November 2011) auch wieder nicht gefolgt, vielmehr wird er ebenso ignoriert wie viele andere sachverständige Ratschläge seither!
    Da das oberste Grundgesetzgericht den Rechtsbruch toleriert, muß eben jetzt der Artikel 20 befolgt werden, „denn andere Abhilfe ist leider nicht mehr möglich“!
    Conclusio: jetzt muß der Widerstand auch und vor allem gegen das Bundes-Grundgesetz=
    gericht adressiert werden als der letzten Instanz, „andere Abhilfe gibt es nicht mehr“!

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