Die aktuelle Euro- und EU-Diskussion ist nicht pro oder contra Europa, sondern es geht um die Frage: Was für ein Europa wollen wir?

Wollen wir ein Europa als Zentralstaat oder wollen wir ein Europa der Europäer?

Das Wort „Europa“ zieht sich wie ein Bandwurm durch die Propaganda der Euro-Putschisten. Der Merkel-Satz „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ ist das Leitmotiv für eine umfassende Propaganda, die sich zuletzt in der unsäglichen Lobbyaktion der Großindustrie www.ich-will-europa.de  niederschlug. Und  natürlich versuchen sie ihre Vision, die Vision des EU-Zentralstaats, des „Imperium Europeanum“, als die einzig zulässige im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Der Kern dieser Manipulation ist denkbar einfach: Die Gleichsetzung der Aussagen „Ich bin für Europa“ mit „Ich will einen Euro-Zentralstaat.“ 

Tatsächlich hat beides natürlich nichts miteinander zu tun. Tatsächlich lassen sich unter der Aussage „Ich bin für Europa“ eine ganze Reihe politischer Konzepte für die Gestaltung der politischen Strukturen des Kontinents fassen. Wir wollen hier eine beschreiben, die eines Europas der Europäer.

Die Wortwahl der Euro-Fanatiker verrät viel über ihre Ziele. Der zentrale Punkt ist: Sie benutzen das Wort „Europa“ als eine Idee, als eine Chiffre für den Euro-Zentralstaat. Sie sagen Europa und haben dabei einen Staat im Kopf, eine „Macht“, eine Regierung, eine Armee und alles was sonst noch so dazu gehört. Sie sagen Europa und sie haben nicht die Vielfalt dieses Kontinents im Kopf, sondern den Stahl und den Beton der Brüssler Protzbauten.

Die Euro-Propagandisten wollen nicht überzeugen. Sie argumentieren nicht (und wenn, dann sind es meist Lügen). Was sie in Wirklichkeit durch ihre Manipulation erreichen wollen, ist Hingabe, Opferbereitschaft, Glauben – Eben: Alternativlosigkeit. „Europa ist alternativlos.“ Wir wissen nicht, ob dieser Satz so schon gesagt wurde, aber wichtig ist: Er könnte genau so direkt aus dem Mund Merkels oder Schäubles stammen. Was aber wird damit wirklich gesagt? Gesagt wird: Wir wollen um jeden Preis (alternativlos) den Euro-Zentralstaats herbeiputschen und ihr Bürger dürft keinesfalls auf eine andere Idee kommen.

Wir können nicht genug betonen, wie wichtig es ist, dieser Manipulation nicht aufzusitzen. Wie jeder politische Kampf so wird auch der Kampf um die politische Gestaltung des europäischen Kontinents vor allem in den Köpfen der Menschen geschlagen (Link). Und es ist etwas völlig anderes, ob man sich hier bewusst eine Meinung bildet oder unbewusst manipuliert wird. Die Worte der Euro-Nomenklatura sind wie Gift, sie wollen nicht heilen oder erhellen. Sie wollen abtöten, einschränken, nur noch eine Alternative, eine Heilserwartung zulassen…

 Wer den Satz „Europa ist alternativlos“ schluckt, der hat seine Mündigkeit schon verloren.

Was ist nun zum Beispiel eine Alternative? Und wir wollen betonen: Es geht nicht spezifisch um diese Alternative, sondern darum, dass es überhaupt Alternativen der politischen Gestaltung gibt, dass wir als Öffentlichkeit darüber diskutieren sollten und uns dann, als Öffentlichkeit – NICHT als Parlament bzw. dieses nur abgeleitet aus dem Willen des Volkes – eine Meinung bilden und entscheiden sollten.

Eine Alternative ist das Europa der Europäer. In einem solchen Europa der Europäer würden die Bürger das Recht haben, sich die politische Organisation zu geben, die sie sich wünschen. Ausgangspunkt dieses Europas der Europäer wären die bestehenden Staaten. Und zwar nicht weil die Staaten irgendwie besonders lobenswert wären, sondern schlicht in Akzeptanz der Tatsache, dass die Staaten im Moment (mit Ausnahme von vielleicht Belgien und einigen anderen) die gewachsene Form der politischen Willensbildung in Europa ist. So wie Schottland zum Beispiel Großbritannien vielleicht bald verlässt und die Unabhängigkeit erklärt (oder auch nicht!), so kommt jeder Region, jeder hinreichend großen und über ein Territorium verfügende Menschengruppe das Recht zu, sich politisch zu verfassen.

Welche Vision der Europapolitik entsteht hieraus? Es entsteht die Vision eines Bundes europäischer Staaten, unter denen ein wahrer Wildwuchs, eine unendliche Vielfalt der Vertragsbeziehungen besteht. Es gäbe einen intensiven institutionellen Wettbewerb um die effektivste und beste politische Struktur – und es wären die Bürger, die von diesem Wettbewerb durch Wohlstand und Freiheit profitieren. Zugleich kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass zum Beispiel der gemeinsame Markt im Grundsatz bestehen bliebe, denn die Vorteile, die er für jedes Gemeinwesen bietet, sind einfach real und substanziell.

Wir wollen die Idee eines Europas der Europäer hier nicht weiter ausarbeiten, denn es geht nicht um dieses Konzept an sich, sondern nur darum, überhaupt an Alternativen zu denken. Wichtig ist: Merkel, Schäuble und Co. reden immer nur von Europa, nie von den Europäern, den unterschiedlichen Menschen, die auf dem Kontinent Europa leben, in ihrer ganzen Vielfalt und Wunderlichkeit. Merkel und Schäuble wollen die Euro-Plantage, den Rasenmäher, den Zentralismus. Sie lügen vom „Reichtum der Kulturen“ und meinen in Wirklichkeit „die Vielfalt vereinheitlichen, standardisieren, liquidieren“.

Und allen Euro-Fanatikern rufen wir zu: „Wir wollen ein Europa der Europäer!“ und „Wir wollen kein Europa des alternativlosen Zentralismus, der Diktatur, der Enteignung und Entwürdigung!“

Und deshalb auf zur Demo…

Info & Kontakt: Kontakt@aktionsbuendnis-direkte-demokratie.de.

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Kommentare zu: "Europa oder Europäer? Zwei Konzepte der Europapolitik" (12)

  1. ghostdance schrieb:

    Diese Stiftungen sind enorm einflußreiche Dunkelmänner und Pestbeulen der Demokratie. An der beschriebenen Propaganda-Aktion beteiligt sind:
    Stiftung Mercator
    Allianz Kulturstiftung
    BMW Stiftung
    Hertie Stiftung
    Robert Bosch Stiftung
    Schering Stiftung
    Schwarzkopf Stiftung
    Stiftung Genshagen
    Stiftung Zukunft Berlin

    Schirmherr ist IM Larve (Gauck), ein Grusswort stammt von IM Erika (Merkel)

    Die Medienpartner sind u.a.:
    Axel Springer Verlag
    Badisches Tagblatt
    Deutsche Bahn AG
    FAZ
    Google Deutschland
    Gruner + Jahr
    Pro7 Sat 1
    RTL
    Spiegel Verlag
    Süddeutsche Verlag
    Handelsblatt

    Welche „Promis“ ihre Köpfe in die Kamera halten, können Sie selbst nachsehen (u.a. Florian Silbereisen, Helmut Schmidt und Herta Däubler-Gmelin. Ja! Genau die Däubler-Gmelin, die angeblich Verfassungsklage gegen den ESM erhoben hat!!! Aufwachen!!!)

    Jetzt wissen Sie, wem nichts zu teuer und zu aufwendig ist, um den Ausverkauf von Rechtsstaat und Demokratie voranzubringen.
    Ich schlage vor, die oben genannten Namen/ Organisationen ins grelle Scheinwerferlicht zu zerren und den Shitstorm des Jahrtausends zu entfachen! Wehren Sie sich!! Der Feind hat Name und Anschrift!

  2. NineBerry schrieb:

    Ein gemeinsamer europäischer Staat muss kein Zentralstaat sein und er muss nicht weniger demokratisch sein, als die Bundesrepublik oder andere europäische Nationalstaaten. Im Gegenteil: Mit einer neuen europäischen Verfassung haben wir die Möglichkeit, bisher weniger beachtete demokratische Elemente wie Informationsfreiheit und direkte Bürgerbeteiligung direkt in der Verfassung zu verankern. Das europäische Parlament arbeitet jetzt schon transparenter als der Bundestag.

    Natürlich ist ein gemeinsamer europäischer Staat nicht alternativlos, aber er ist wünschenswert.

    Wohin der hier propagierte „intensive institutionelle Wettbewerb um die effektivste und beste politische Struktur“ zwischen Nationalstaaten führt, sieht man zur Zeit in Europa und weltweit.

    Ein gemeinsamer Markt mit internationalen Unternehmen aber ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik bedeutet, dass der gemeinsame Markt nicht effektiv reguliert werden kann. Die verschiedenen Staaten stehen dann im starken wirtschaftlichen Wettbewerb zueinander, wobei es den Staaten besser geht, die die besseren Startvoraussetzungen mitbringen und/oder am ehesten bereit sind, ihre eigenen Sozialsysteme zu verkrüppeln.

    Menschen in Staaten, die aufgrund ihrer Geschichte, ihrer geographischen Lage oder ähnlichem schlechtere Wirtschaftsbedingungen haben und nicht bereit sind, ihr Sozialsystem zu beschneiden, verlieren an Wohlstand und Freiheit und müssen sich dann noch von anderen als faul oder korrupt beschimpfen lassen.

    Ein ESM löst das eigentliche Problem nicht, da er weiterhin die Prinzipien „Wettbewerb“ und „Wirtschaftlichkeit“ hoch hält und nicht soziale Gerechtigkeit als Ziel verfolgt. Ein Zerbrechen der Europäischen Union hilft aber genauso wenig. Wir brauchen größere staatliche Gebilde, die endlich wieder dazu in der Lage sind, dafür zu sorgen, dass eine demokratisch bestimmte Politik die Märkte regulieren kann und sich nicht von der Wirtschaft diktieren lassen muss, was sie zu tun hat.

    Und erneut darf es das Aktionsbündnis hier nicht verwundern, dass man kein breites Bündnis gegen den ESM aufbauen kann, wenn man wie hier den Protest gegen den ESM mit (… ADD) und Kleinstaaterei verbindet.

    • 1. Man kann schon für den EU-Zentralstaat sein, das ist OK. Der Punkt ist: Er muss direkt und unmittelbar durch die Völker beschlossen werden.
      2. Ein solcher Volksentscheid setzt eine offene Dikussion der Alternativen voraus – sonst ist er nur Implementation einer vorherigen Entscheidung (die wer getroffen hat?).
      3. Alternativen haben ist das Gegenteil von Alternativlosigkeit (das ist der zentrale Punkt des Artikels).
      4. Arbeiten Sie in einem Unternehmen? Wenn ja, dann wüssten Sie, dass Unternehmen kein Problem damit haben, sich unterschiedlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Für die Unternehmen ist Vielfalt kein Problem. Vorteile von der internationalen Gleichmacherei haben nur ein paar Riesenkonzerne, die aber sowieso keine Arbeitsplätze schaffen.
      5. Schauen Sie sich Europa an: Je weniger die Länder mit der EU zu tun haben, um so erfolgreicher sind sie. Wichtig ist nur der Zugang zum Binnenmarkt – und den würde gerade in einer direkten Demokratie niemand in Frage stellen.
      6. Lesen Sie einfach was wir geschrieben haben richtig, bevor Sie mit Nationalismus und Kleinstaaterei kommen. Was wir beschreiben ist tatsächlich das Gegenteil von Nationalismus. Es ist radikale Demokratie. Und dann sollen sich die Menschen den Staat geben, den sie wollen. Ob sie den Euro-Staat wollen, den Welt-Staat, den deutschen oder bayerischen… So sei es!
      Im Ergebnis spricht aus Ihnen genau die ideologische Verblendung, die gedankliche Schließung, die wir hier kritisieren.

  3. Victor Zander schrieb:

    Das von Brüssel gelenkte und von unseren deutschen Blockparteien protegierte Europa ientstammt der Ideologie einer kapitalistischen Ausbeutung mit Hilfe sozialistscher Egalisierung. Ein gefährliches Gebräu! Indem alle gewachsenen Kulturwerte zerstört werden und eine multikulturelle Demographie geschaffen werden, wollen diese hierfür verantwortlichen Wirtschaftsbosse und ihre politischen Lakaien die Lebenskraft der Nationen und ihrer Völker brechen und zerstören. Es geht deshalb den Tätern nicht um ein menschliches Zusammenleben in Frieden und Freiheit in Europa, sondern im Gegenteil um die bestmögliche Ausbeutung und Versklavung der Menschen durch soziale und kulturelle Gleichschaltung und politische Entmündigung der Menschen zunächst in diesem Europa und dann auf dieser Erde.

  4. helga bodenhagen schrieb:

    Warum plötzlich europa—-und europäer?????was haben unsere volkstreter vor????es ging doch vorher auch—und sogar besser ,als jetzt-Was soll der ganze scheiß????

  5. Reblogged this on Rationalist und kommentierte:
    Fakt: uFakt: Um so größer Verwaltungseinheiten werden, um so undemokratischer werden sie. Demokratie gedeiht in regionalen Strukturen.

    • EURO schrieb:

      Dazu passend:

      „Das Maß aller Dinge ist der Mensch, nicht die Menschheit, die Gesellschaft, die Nation oder der Staat. Da der Mensch klein ist, müssen auch seine Institutionen – Familie, Betrieb, Wirtshaus, Spital, Dorf, Stadt, Gesangverein – relativ klein bleiben, wenn sie ihn nicht zerquetschen sollen. Aus demselben Grund ist die beste Regierung nicht die stärkste, sondern die schwächste, die gerade ausreicht, dem Bürger ein aristotelisch gutes Leben zu sichern; eine Regierung, die nicht am meisten für ihn tut, sondern sich am wenigsten in seine Privatsphäre einmischt und ihn in Ruhe läßt.“ – Leopold Kohr

      http://www.deutschland.net/content/das-maß-aller-dinge-ist-der-mensch

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