Was ist echte Demokratie?

Im ADD diskutierten wir gestern über diese Frage: Was ist eigentlich gute, direkte Demokratie?  Und wir arbeiten derzeit an einem Text, der unsere Haltung dazu ausdrücken wird. Wer Interesse hat: Am Montag, den 3. September werden wir ab 19.30 h in der Friedenau, Rotenbergstraße 127, Stuttgart-Ost einen Vortrags- und Diskussionsabend zu dieser Frage veranstalten.  

Eine der Fragen war: Wie kann man die Attraktivität der Idee „Direkte Demokratie“ auf einen Satz bringen? Und wir wollen hier einfach einmal eine wilde Mischung von Sätzen bringen, die assoziativ dem Autor dieser Zeilen dazu einfallen: 

– Demokratie soll die Herrschaft des Volkes sein, so stark und so weitreichend wie möglich.

– Die repräsentative Demokratie ist zu einem Demokratiefeudalismus degeneriert.

– Die repräsentative Demokratie hat eine neue Herrschaftsgruppe hervorgebracht: Die Demokratiefeudalherren und -frauen.

– Direkte Demokratie ist der nächste Level der Demokratie.

– Ein Bürger ist nur dann selbstbestimmt, wenn die politischen Strukturen unter denen er lebt, unmittelbar auf seinen Willen zurückgeführt werden können, die politische Realität dieser Idee ist die direkte Demokratie.

– Direkte Demokratie ist, wenn das Volk bestimmt!

– Direkte Demokratie ist das notwendige Korrektiv gegen die Verselbständigung und die Selbstsucht der Eliten.

Und noch viele andere gute und weniger gute Ideen mehr…

Unser Anliegen ist: Denken wir über die Idee der direkten Demokratie nach! Was bedeutet sie für uns? Weshalb ist sie attraktiv?  Der politische Wandel beginnt mit dem Wandel unseres Denkens. Beginnen wir das negative schwarze Loch des ESM hinter uns zu lassen. Und denken wir mehr über das nach, wofür wir konstruktiv stehen, stehen wollen! Und jede(r) ist eingeladen, seine Ideen beizutragen. Wobei, wie der Volksmund richtig sagt (schon wieder eine Bestätigung für die Idee der direkten Demokratie!)  in der Kürze die Würze liegt…

Und ansonsten gilt natürlich: Auf zur Demo, da kann man auch diskutieren!

Info & Kontakt: Kontakt@aktionsbuendnis-direkte-demokratie.de.

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Kommentare zu: "Was ist echte Demokratie?" (8)

  1. KaWe schrieb:

    „Direkte Demokratie ist, wenn Wir bestimmen!“

    Würde ich so nicht sagen, denn da stellt sich dann gleich wieder die Frage: wer ist „Wir“.

    „Basisdemokratie: Millionen Fliegen, die über Scheiße kreisen, können nicht irren“

    Das ist auch nicht gerade ein freundlicher Satz.

    Aber was anderes: ich finde, man sollte nicht immer von „Eliten“ sprechen. Sicher, nur ein Genie kann sich so einen Plan ausdenken und durchführen, aber eine Bande, die einen genialen Bankraub durchzieht, bezeichnet man ja auch nicht als Elite.

  2. KaWe schrieb:

    Paßt jetzt nicht zum Thema, aber das ging mir heute morgen durch den Kopf:

    Eines verstehe ich nicht: wieso glauben alle, die da so fleißig an der Katastrophe für Europa arbeiten und sehenden Auges auf den Abgrund zulaufen, sie beträfe das alles nicht ?

    Gut, Merkel hat keine Kinder, dafür angeblich eine Farm in Südamerika oder Nordamerika oder beides; dahin kann sie sich vielleicht noch rechtzeitig vor dem Showdown flüchten und von dort aus gemütlich zuschauen und sich schlapp lachen.

    Bei Schäuble stelle ich mir vor, dass ihn der Wunsch nach maßloser Rache am deutschen Volk antreibt. Er scheint’s ja auch besonders eilig zu haben, gerade so, als ob er sicherstellen will, dass er das Finale auch wirklich nicht verpasst.

    Aber Gabriel, zum Beispiel, ist gerade Vater geworden. Und Von der Leyen; was wird sie ihren 7 Kindern sagen, warum sie das Deutschland angetan hat ?

    Vor allem aber das ganze Fußvolk an Bankstern, Journalisten, Richtern, Beamten und sonstigen Schreibtisch-Tätern; wieso glauben die alle, sie beträfe das Unheil nicht, das sie da anrichten ?

  3. Wolf schrieb:

    Zur Demokratiediuskussion in Deutschland

    Zur Zeit erschöpft sie sich im Ankreuzen von „vorgegebenen Kreisen“ im Wahllokal.
    Was inhaltlich in konkreten Fragestellungen dann die nächsten 4 Jahre passiert, bleibt den „ vorgegebenen Kreisen/Parteien überlassen, das nächste Kreuz 4 Jahre später gibt wiederum nur vor, welcher Machtkonstellation wir die nächsten 4 Jahre zuschauen dürfen……….usw.

    Früher signierten Analphabeten mit Kreuzen.

    Die Parteien, Gremien, Ausschüsse, Parlamente mit ihren grossen und kleinen Vorsitzenden,
    Abgeordneten, Fraktionen, Präsidenten, das gesamte politische System, scheint sich zunehmend um sich selbst, um Eigeninteressen, Parteiinteressen und Lobbyeinflüsse zu drehen.
    Der Bürger wird nicht motiviert, zu konkreten Fragen entscheidend Stellung zu nehmen. Man räumt ihm keine Form direkter Demokratie ein.
    Ich lebe als Deutscher seit 20 Jahren in der Schweiz und erlebe deren Version von Demokratie, einerseits im Kontext des eigenen Erlebens und andererseits als Vater zweier Kinder, die hier geboren wurden.
    Um den Rahmen hier nicht zu sprengen, möchte ich meine Erfahrungen thesenartig formulieren, im Wissen, dass die abwägende Differenzierung fehlt :

    – Demokratie realisiert sich hier im demokratischem Bewusstsein der Bürger.
    Bereits Kinder und Jugendliche werden in die Fragen, die sie unmittelbar betreffen, einbezogen. Demokratie zeigt sich hier nicht als theoretisches Konstrukt, sondern entwickelt sich in der Übernahme von Verantwortung im unmittelbaren Lebensumfeld.

    Bürger, die von klein an gewohnt sind, sich mit Argumenten verschiedener Interessengruppen und Sichtweisen auseinander zu setzen und sich, im Hinblick auf eine konkrete Entscheidung, eine Meinung zu bilden, lernen Verantwortung wahrzunehmen.

    Dies beginnt auf lokaler Ebene und erweitert sich um kantonale und eidgenössische Vorlagen. Ein in Verantwortung geförderter ( und geforderter ) Bürger ist durchaus in der Lage, aus Einsicht sogar gegen die eigenen finanziellen Interessen zu entscheiden.

    Demokratie, wie ich sie hier erlebe, ist in einem längerfristigen Prozess entstanden und wird als Selbstverständnis von Eltern und pädagogischen Institutionen weitergetragen.
    Im Vordergrund steht die lebensbegleitende Erfahrung, Einfluss nehmen zu können auf die Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfeldes.

    Ich denke, die Einführung direkter Demokratie sollte auch unter diesem Entwicklungsaspekt stärker thematisiert werden.

    Viel Erfolg, falls ihr es ernst meint :)

    • KaWe schrieb:

      Für Deutschland wäre es ja schon ein Fortschritt, wenn es wenigstens zu wichtigen Themen eine Volksbefragung gäbe, so wie es in anderen Ländern der Europäischen Union üblich ist, z.B. Dänemark, Irland, Frankreich, Niederlande. Allerdings: wenn in diesen Ländern das Ergebnis der Volksbefragung nicht wunschgemäß ausfällt, wird die Befragung 1-2 Jahre später wiederholt und in der Zwischenzeit eine große Medienkampagne gestartet und siehe da: beim zweiten Durchgang ist das Ergebnis wunschgemäß. Oder aber es wird ein juristischer Trick angewendet, um entweder erst gar keine Befragung durchführen zu müssen, oder das Ergebnis wird durch einen juristischen Winkelzug ignoriert.

      Herr Norbert Tegge hat ja an anderer Stelle bereits geschildert wie es in Deutschland und der Europäischen Union abläuft: nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Die Texte kommen aus Brüssel, wohlgemerkt Brüssel, also aus einer Stadt(!), denn in Wirklichkeit stammen sie wohl eher aus amerikanischen Anwaltskanzleien oder sogenannten „Think Tanks“; die Texte werden dann an die nationalen Ministerien und andere „Entscheidungsträger“ weiterverteilt und für die Bevölkerung umformuliert.

      Von echter Demokratie sind wir also ganz weit weg.

    • „Bürger, die von klein an gewohnt sind …“

      Was schlagen Sie Deutschland als ersten Schritt für den optimalen Weg in diese Gewöhnung vor?

  4. freidenker schrieb:

    Also ich will nicht, dass über ALLES die Mehrheit entscheidet. Persönliche Freiheit geht für mich immer noch vor! Direkte Demokratie hat ihre Stärken auf kommunaler Ebene. Auf EU-Ebene sollte niemand entscheiden und auf Bundesebene sollte eine freiheitliche Verfassung regieren – keine Politiker und auch keine Mehrheit. Diese Verfassung muss halt einmal ausgearbeitet und per Referendum verabschiedet werden.

    • „Also ich will nicht, dass über ALLES die Mehrheit entscheidet.“
      Deliberative Demokratie könnte für Sie interessant sein. Kurzübersicht bei mir.

  5. Werner schrieb:

    Dazu ein kleiner Denkanstoss hier :
    http://www.zerohedge.com/news/art-cashin-new-normals-new-populism-165-million-state-dependents
    Andere Leute haben sich mit solchen Problemen auch schon herumgeschlagen .

    mfg. Werner

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