Wir sind Pro-Europäer!

Gesunden Menschenverstand hat jede(r). Und trotzdem ist er in der ganzen aberwitzigen Euro- / EU- / Weltuntergangsdiskussion selten. Manchmal aber sagt jemand einfach nur das, was eigentlich offensichtlich ist: Dass Europa wirklich von seiner Vielfältigkeit lebt. Dass ESM und  Euro-Wahnsinn im Ergebnis der Versuch sind, den kreativen, innovativen, vielfältigen und zauberhaften Urwald Europa zu roden, plattzumachen, in eine blitzblanksaubere Sklavenplantage zum Nutzen der neuen Euroherrschafter(innen) zu machen…

Wer die Einheit in der Vielfalt Europa’s erhalten will, ist ein echter Pro-Europäer. Wer die Vielfalt Europas durch gleichmacherische Herrschaftsmechanismen zerstören will, ist der echte Anti-Europäer, der Gegner-der-Europäer…

Doch lest einfach selbst, was Jenny’s Blog zu dem Thema zu sagen hat und die Vieles von dem ausdrückt, was wir in der Sache auch denken und für richtig halten:

„Es kann nur Pro-Europa geben

Ich werde oft in die Ecke der Europagegner gedrängt. Dabei bin ich zu tiefst europäisch und liebe diesen Kontinent. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man gegen Europa sein kann. Kein anderer Kontinent auf dieser Erde glänzt mit einer derartigen Vielfältigkeit und Schönheit wie unserer.

Im Süden ist das Mittelmeer mit seiner einzigartigen Kultur, seiner Flora und seinem leckeren Essen. Im Westen das schöne Frankreich, wo die Götter wohnen und in früheren Zeiten die Wiege von Kunst und Wissenschaft zu Hause war. Im Zentrum liegen die Länder der Deutschen, ein Flickenteppich unterschiedlicher Mentalitäten und Kulturen. Im Norden erhebt sich die Schönheit Skandinaviens und im Osten endet Europa in den endlosen Weiten atemberaubender Landschaften. Seien es die Alpen, faszinierende Seelandschaften oder malerische Städte und Metropolen: Europa hat vieles zu bieten! Es gibt keinen Grund gegen Europa zu sein. Der abendländische Kontinent ist nicht nur die Heimat vieler unterschiedlicher Menschen, die sich gegenseitig respektieren. Europa beheimatet auch eine ungeheure Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Kein anderer Kontinent der Erde bietet so viele verschiedene klimatische Bedingungen auf so engem Raum. Auch deshalb ist Europa etwas besonderes. Geographisch gesehen ist Europa ein Subkontinent der Eurasischen Platte. Dennoch wird Europa als eigenständiger Kontinent gesehen, denn die Sprachen und Kulturen grenzen sich nach Osten hin Stück für Stück ab. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus beschrieb der griechische Schriftsteller und Geograph Herodot diesen imaginären Unterschied von Europa zu Asien. Der Name „Europa“ kommt aus dem Griechischen und heißt ungefähr „Frau mit der weiten Sicht“. Diese Frau hat der griechischen Mythologie zur Folge in Stierform den Götterkönig Zeus auf eine Insel entführt und dort verführt. Das mythologische Bild von Verführung ist in Europa immer noch aktuell. Mehrere (Ver)führer haben in der Vergangenheit den Kontinent in Angst und Schrecken versetzt. Doch die Europäer haben sich immer wieder aufgerafft und zu ihren Wurzeln gefunden.

Europäer haben es in der Geschichte bis auf wenige schlimme Ausnahmen geschafft, in Friede miteinander zu leben ohne ihre Individualität und natürliche Kultur zu verlieren. Europa ist schön! Alles andere ist nur dreckige Politik. „Pro-Europa“ heißt für mich, Europa als Kontinent zu akzeptieren. „Pro-Europa“ heißt auch, die Menschen in ihrer Vielfältigkeit zu respektieren. Grenzen und Mauern sind hierbei nur hinderlich. Seien es echte Grenzen oder auch künstliche Brandmauern aus virtuellem Geld. Diese Hindernisse stehen der Idee Europa im Weg. Das Erfolgsrezept Europas war nie die Gleichschaltung von Mensch, Wirtschaft, Politik, Geld und Medien. Es war vielmehr der Individualismus und die Freiheit der Menschen, die uns dahin gebracht hat, wo wir heute stehen. Die Stärke der Menschen liegt in ihrem dezentralen Wirkungskreis. Verantwortung und Kompetenz ist dort am besten zu Hause, wo auch die Betroffenen wohnen. Dezentrale Demokratie, in besonderer Weise auch Basisdemokratie genannt, stärkt die Menschen vor Ort und gibt ihnen weggenommene und zentralisierte Macht zurück. Die Machtstrukturen in Europa sollten so unterschiedlich wie die Menschen sein. Jede Region ist anders, jede Kommune ist anders und jeder einzelne Mensch ist anders. Das System sollte sich den Bürgern anpassen und nicht anders herum. Pro-Europa zu sein bedeutet für mich, den Lebensraum Europa so zu akzeptieren wie er geschaffen ist. Deshalb demonstriere ich am 08.09 in Karlsruhe! Für Europa, für Freiheit und für Direkte Demokratie. Europa ist keine Ideologie sondern ein Kontinent. Die einzige Ideologie an die ich glaube, bin ich selbst. Nur Sklaven und Soldaten sind gleich. Wer oder was wollen Europäer sein? Lasst sie uns doch einfach mal fragen!“ (Hervorhebungen ADD, reblogged mit Erlaubnis der Autorin)

Yup, lasst sie uns doch einfach mal fragen, zum Beispiel durch einen Bürgerentscheid über den Euro-Wahnsinn…

Advertisements

Kommentare zu: "Wir sind Pro-Europäer!" (10)

  1. KaWe schrieb:

    „Europäer haben es in der Geschichte bis auf wenige schlimme Ausnahmen geschafft, in Friede miteinander zu leben“.

    Also, das ist mir jetzt aber ganz neu. In Europa gab’s doch vielmehr seit 2000 Jahren Gemetzel und davor wahrscheinlich auch. Gegen wen hat man hier nicht schon alles gekämpft: gegen die Römer, die Hunnen, die Araber, die Türken, die Schweden, Franzosen, Russen und auch die Deutschen Völker untereinander, dazu noch die „Heilige“ Inquisition… die Liste ist ziemlich lang.

    Die eigentliche Frage ist ja auch nicht, ob man den Kontinent Europa mag, sondern ob man die europäischen Institutionen mag.Und da muss ich sagen: auch wenn viel geschimpft wird, Tatsache ist, dass es keiner Generation von Deutschen jemals materiell so gut ging. Tatsache ist auch, dass wir seit Jahrzehnten in Frieden leben. Nicht nur die Teilung Deutschlands, sondern auch die Teilung des Kontinents wurde aufgehoben und mein Eindruck ist, dass die Lebensverhältnisse auch in den östlichen Nachbarländern besser werden.

    Aber dass bisher alles relativ gut verlaufen ist, ist keine Selbstverständlchkeit, sondern es hat immer auch Leute gegeben, die sich dafür eingesetzt haben, Katastrofen für Europa zu verhindern, sowie es auch immer Leute gibt, die Unheil für Europa planen.

    • Ist ok, über die Formulierung lässt sich streiten. Was vermutlich ausgedrückt werden soll, ist, dass unser Bild vom kriegerischen Europa nur die eine Seite der Medaille ist. Über die in der Tat sehr langen Friedenszeiten spricht hingegen keiner. Tatsächlich ist es wahr: Die meiste Zeit waren die meisten Völker Europas in Frieden miteinander und wenn es Krieg gab, dann meistens weil die Eliten das so wollten, nicht die Bürger und Bürgerinnen. Frage ist: Was lernen wir daraus?

  2. ProTest schrieb:

    ich möchte auch eine Seite in diesem Zusammenhang empfehlen:

    http://www.europolis-online.org/

  3. Pro Europa ! Der Text ist ein nützlicher und hervorragender Beitrag, wenn man ihn um geistesgeschichtliche Dimension und deren Zukunftsperspektive erweitert, denn erst mit dieser Erweiterung wird die anstehende Widerstandsaufgabe gegen einen verschleierten, aber offenbarenMachtmoloch zu einem Selbstläufer und dominomächtig und erfolgreich werden. Das europäische Gesellschaftsprojekt, das jetzt abzustürzen droht, war und ist ein universales, evolutionslogisch-globales Projekt. Wir stehen an einer Epochenwechsel- und Wegeentscheidung.

    Deshalb ist der obige Ausflug in die griechische Mythologie k e i n e Nebensächlichkeit, sondern führt n.m.M. ins geistige, evolutionsprozess-logische Zentrum des Europäischen Fortschrittsprojekts – und zur Verpflichtung für die Politik, das zu vollenden, was damals begonnen wurde. Was damals begonnen hat, kann als Macht- und Gewalt-Minimierungs-Projekt bezeichnet werden, das erst im ‚Reich der Freiheit‘ vollbracht ist.

    Es ist meine sichere Erkenntnis, dass sich die Euro-Krise als der machtpolitische Hebel erweisen, mit dem der globale, immer noch verschleiert herrschende Machtmoloch gestürzt werden wird – um dem (r)evolutionäre ‚Reich-der-Freiheit-‚Projekt wieder den Platz im gesellschafltichen Fortschrittdiskurs zurückzugeben.

    Um die revolutonäre Dimension des EURO-Krisen-Hebel zu erkennen, d.h. den Widerstand gegen ESM usf. nicht in den Details unterzubuttern, sollten die Widerstandsbewegungen sich hier kundig machen. Es reicht nicht, sich auf e in e Protestziel zu verbeißen.

    Mehr dazu auf meiner Webseite der DIE KREATIVEN …www.die-kreativen-partei.de

  4. KaWe schrieb:

    Noch eine kleine Anmerkung: in Ihrem Text hört es sich so an, als ob Europa den Zeus entführt und verführt hat. Es war aber umgekehrt: Zeus hat in Stiergestalt die Europa entführt.

  5. Ich sage es nur als persönliches Bekenntnis: ich nicht.

    Ich bin pro Mensch, d.h. ich möchte jedem Menschen mit Respekt und Achtung begegnen, ich möchte Frieden mit allen Nationen der Welt und jede freiwillige Kooperation von Völkern. Aber die volle Souveränität muss bei den gewachsenen Nationen bleiben. Europa als freiwillige Kooperation wie die EG, gern. Aber alle Macht muss bei den gewachsenen, historischen Nationen bleiben. Ich sage das (trotz Bismarck Icon) durchaus nicht aus Deutschland-Fanatismus, sondern weil ich glaube, dass Freiheit und Demokratie am besten in kleinen, regionalen Zellen funktionieren, die so viel Autarkie wie möglich haben müssen, und nur gewisse soziale und menschliche Grundstandards müssen dann global sein. Eine EU als Regierung oder Superstaat lehne ich persönlich klar ab. Je größer ein Staat, desto kleiner und Ameisenhafter ist darin ein Mensch, siehe USA, Rußland oder China. Großstaaten sind immer für Demokratie und Transparenz der Todesstoß, weil in einem so großen Gebilde die Verflechtungen und die Korruption kaum mehr zu bremsen sind. Was man ja an der EU klar sieht.

    Ich bin daher Regionalist und klar gegen jede überregionale Autorität. Großstaaten erscheinen mir als unbeherrschbar und irrational. Aber das ist wie gesagt nur meine Einzelnmeinung. ;)

  6. legalizesoundmoney schrieb:

    Zitat von KaWe:
    „Tatsache ist, dass es keiner Generation von Deutschen jemals materiell so gut ging. Tatsache ist auch, dass wir seit Jahrzehnten in Frieden leben“

    zum Wohlstand:
    Der ist nicht durch Politiker entstanden! Politiker haben überhaupt keinen Anteil daran, denn ein Staat hat nichts – außer das was er den Bürgern abgenommen hat.
    zum Frieden:
    Frieden ist der natürliche Zustand und nichts was man gütigerweise von Politikern geschenkt bekommt. Jeder hat ein Recht auf Frieden. Wenn alle Politiker nichts tun würden, gäbe es automatisch Frieden.
    Was ist mit dem Afghanistankrieg, an dem die Bundeswehr seit 10 Jahren beteiligt ist? Was war mit dem Jugoslawienkrieg? Ich erinnere an Joschka Fischer, Rudolph Scharping und Gerhard Schröder:

  7. KaWe schrieb:

    Den Frieden bekommt man nicht von Politikern geschenkt – das ist wohl wahr, aber von selber kommt er auch nicht; dazu bedarf es schon Leute, die sich dafür einsetzen – oder eben von Leuten, die sich gegeneinander aufhetzen lassen.

  8. KaWe schrieb:

    Und noch was zum Wohlstand: klar, den haben die Leute erwirtschaftet, aber früher war es so üblich, dass der Wohlstand alle paar Jahre sich im Kanonenrauch aufgelöst hat. Dass dies im Moment nicht so ist, sondern dass wir ihn genießen können, verdanken wir ebenfalls Leuten, die sich für diesen Zustand eingesetzt haben, denn auch diesen Zustand bekommt man nicht geschenkt.

  9. KaWe schrieb:

    Und zum Film „Spiegel TV Reportage“. Hinterher wissen die Journalisten immer ganz genau wie alles wirklich war; nur in dem Moment, da alles passiert, da berichten sie nichts, da wissen sie nichts, da verbreiten sie nur Lügen und machen „Hofberichterstattung“. Und die Leute hier akzeptieren das auch zum großen Teil, durchschauen nichts und schreien erst auf, wenn es heißt „Schach Matt“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke