Es kommt selten vor, dass wir Beiträge anderer Aktivisten übernehmen. Hier nun aber hat jemand ein extrem wichtiges Problem angesprochen: Den Missbrauch der Nazikeule um demokratischen, emanzipierten Bürgerprotest gegen den ESM und den Euro-Wahnsinn zu diskreditieren. Wir haben exakt die gleiche Erfahrung hinter uns wie die Autorin. Auch wir haben uns entschlossen, unseren Weg der Selbstbestimmung und des Widerstands gegen die aufziehende Euro-Diktatur fortzusetzen: Für die Menschen, ganz gleich welcher Religion oder Nationalität sie angehören. Unsere offene Frage ist nur: Für welche Werte, für welche Gesellschaft stehen eigentlich jene Menschen in der Politik und in den Medien, die mit Vorsatz missbräuchlich die Nazikeule schwingen? Demokratie, Freiheit und Respekt vor dem Menschen ist es sicher nicht und auch Solidarität kann es nicht sein.

Wir bringen diesen Beitrag auch deshalb, da wir aus verschiedenen Gründen einen verschärften missbräuchlichen Einsatz der „Nazikeule“ bis hin zu inszenierten Untaten in den nächsten Monaten für möglich halten: 1. Mit Blick auf die BVerfG-Entscheidung Anfang September. 2. Mit Blick auf einen möglichen Volksentscheid nächstes Jahr. Es ist ganz wichtig, dass wir, die Bürger, unabhängigen Medien und engagierten Organisationen als Demokraten gegen die missbräuchliche Nazikeule zusammenstehen.

Der Orginalbeitrag findet sich unter diesem Link. Im Orginalartikel finden sich viele interessante Links, die wir hier nicht wiedergeben. Die Wiedergabe erfolgt mit Erlaubnis der Autorin (angefragt).

#StoppESM … und täglich grüßt die Nazikeule

by JennyGER

Sie versuchen es immer wieder. Es vergeht kein Tag, keine Woche und kein Monat, an dem nicht irgendein Propagandist die Nerven verliert und mit der Nazikeule um sich schlägt. Rundumschläge und Generalverdächtigungen haben den Nachteil, dass auch jene getroffen werden, die es nicht verdient haben. Die Nazikeule ist ein sehr durchschaubares Instrument, dennoch sitzen die Schläge von ihr ziemlich tief. Eine Nazikeule entkräftet Sachargumente und zeugt oft von Alternativlosigkeit durch den Angreifer. Wer keine Sachargumente mehr findet greift zur Nazikeule. Damit erkennt man Qualität von Populismus. Falsche Nazivergleiche verharmlosen echte Nazis. Es ist eine traurige Schande, dass man sich gegen Nazikeulen wehren muss, nur weil man ein demokratisches Europa will.

Ich habe die Nazikeule schon oft gespürt. Neulich wurde ich in Twitter als „Germanen Jenny“ bezeichnet, weil mein Nickname „JennyGER“ lautet. Es fasziniert mich immer wieder, was manche Leute für eine Fantasie haben. Das „GER“ hinter „Jenny“ steht für „Germany“. Den Nickname habe ich seit 2007 und damit lange bevor ich überhaupt wusste, wie man das Wort Politik überhaupt schreibt! Der Name stammt aus dem SocialGame Utherverse, in dem ich nebenher ein bisschen (virtuell) arbeite. Damit neue User, die Hilfe benötigen, gleich sehen, dass ich neben Englisch auch Deutsch spreche, habe ich, wie viele andere Bedienstete in Utherverse auch, das Länderkürzel im Nickname. Mit Germanenkult hat dies nichts zu tun! Man könnte mich auch danach fragen, bevor man die Nazikeule schwingt. Für mich ist diese Keule stets eine Gewaltausübung; sie tut nicht nur seelisch weh, sondern stellt auch eine Verleumdung dar. Ein weiterer Twitternutzer hat vor Wochen in die Welt gezwitschert, dass er mich nicht leiden kann. Gut, das kann ich verstehen, denn die einen kennen mich und die anderen können mich (Zitat, K. Adenauer). Ich fragte ihn, an was es liegt und er meinte, „du bist irgendwie rechts“. Ich fragte ihn, wie er darauf kommt, aber er konnte es nicht begründen. Daraufhin wollte ich einen Aufruf starten: Wer in Artikeln auf meinem Blog rechtsradikale oder rechtspopulistische Inhalte und Aussagen findet bekommt 500€ in bar. Diesen Aufruf habe ich dann aber nicht gestartet, denn man könnte sowas sicherlich in manche Sätze hinein fantasieren. Man sieht nur was man sehen will. Viele Follower haben sich dann hinter mich gestellt, was ich ziemlich genial fand. Sie stellten klar, dass ich eher links, absolut pinksliberal und keinesfalls rechts bin. Manchmal bin ich populistisch, denn Populismus kommt von poppen und auch das ist ein Thema, über das man mal schreiben darf. Ich finde es sogar irgendwie „typisch deutsch“. Bei echten Nazis schaut man weg und bei ganz normalen Demokraten schwingt man die Nazikeule.

Vor allem beim Thema „Euro-Rettung“ ist die Nazikeule ein oft gebrauchtes Instrument. Lange Zeit galten alle, die vor z.B. dem ESM und der Entdemokratisierung Europa warnten, als rechtspopulistisch. Inzwischen hat sich dieses Blatt aber gedreht. Besonders die Partei die Linke, Organisationen wie Attac, der Steuerzahlerbund und jetzt auch die Piratenpartei sehen die undemokratischen Entwicklungen in Europa sowie die skandalösen Fakten rum um den neuen ESM. Das Thema hat viele Trittbrettfahrer aus der „ESO- und Naziszene“. Auch die NPD hat etwas gegen den ESM. Deshalb sind aber noch nicht alle ESM-Kritiker Anhänger der NPD. Diesen Fehler hat auch das Piraten Vorstandsmitglied Klaus Peukert gemacht, als er mich („ESM-Jenny“) und andere als „Nazi-Eso-Spinner“ bezeichnet hatte. Wenig später kam eine offizielle Pressemitteilung der Piraten, in der klargestellt wird, dass die Piraten die Entdemokratiesierung Europas sowie den ESM ablehnen. Die Nazikeule von Peukert wurde somit entkräftet und hat ihn ins Lächerliche gezogen. Er hat den Fehler gemacht, den viele tun. Der ESM ist keine Verschwörungstheorie sondern ein Gesetz über das gerade das Bundesverfassungsgericht zu entscheiden hat. Nicht alle Befürworter eines demokratischen Europas sind auch Eurogegner und nicht alle Eurogegner sind auch Rechtspopulisten. Man muss hier ganz genau unterscheiden, denn Beschimpfungen und unangebrachte Nazikeulen bringen uns nicht weiter. Schön zu sehen war neulich auch im ZDF, wie eine Nazikeule geschwungen wurde. Es wurde ein Beitrag über „Nazis im Web“ gebracht. Es wurde gezeigt, wie Nazis mit bestimmen Themen die Leute locken wollen. Der Sprecher sagte dann ganze trocken, dass vor allem Rechtspopulisten vor der Eurodiktatur warnen. Somit sind wieder alle Eurokritiker mit der Nazikeule getroffen. Wir werden alle in einen Sack gesteckt. Ich wehre mich dagegen, denn ich sehe es nicht ein „irgendwie rechts“ sein zu müssen, nur weil ich schon frühzeitig den ESM als undemokratisches Monster gesehen habe. Auch der Euro ist nicht unser Problem. Die USA, Japan und viele andere Staaten sind auch überschuldet und können ihre Schulden niemals tilgen. Das Problem ist nicht der Euro sondern das Geldsystem. Das Problem ist mathematisch! Genau diesen letzten Denkschritt machen Rechtspopulisten und auch systemtreue Propagandisten, die alles und jeden mit der Nazikeule verleumden, nicht.

Der ESM ist ein Ermächtigungsgesetz. Ich sehe es nicht ein, einen anderen Begriff für den ESM zu verwenden. Warum soll man es schön schreiben? Man muss die Dinge beim Namen nennen und der ESM ist nun mal nichts anderes als ein Ermächtigungsgesetz. Dies ist kein Nazivergleich, denn ich schreibe „ein Ermächtigungsgesetz“ und meine damit nicht „das Ermächtigungsgesetz aus 1933“, sondern diese Gesetzesart im allgemeinen. Wikipedia schreibt dazu: „Mit einem Ermächtigungsgesetz erteilt das Parlament der Regierung außergewöhnliche Vollmachten“. Genau das wurde gemacht! Mit dem ESM wurden Kompetenzen vom Parlament an die neue Behörde übertragen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Definition ist erfüllt und demnach ist auch der Begriff Ermächtigungsgesetz angemessen. Bis 1933 gab es in Deutschland mindestens 11 Ermächtigungsgesetze. In 1933 kam es dann zum historisch berühmten „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“. Dieses eine Ermächtigungsgesetz hat mit dem ESM nichts zu tun und auch ein Vergleich hiermit ist nicht korrekt oder sinnvoll. Ich bleibe dabei: Der ESM ist EIN Ermächtigungsgesetz – aber er ist nicht DAS 1933er-Ermächtigungsgesetz. Die Begriffe „Rettungspaket“ und „Stabilitätspakt“ lehne ich ab. Es handelt sich hier um Marketingbegriffe. Rettung und Stabilität sind schöne Dinge, die das wahre Gesicht verdecken. Viele Menschen wachen so langem aus dem Merkelkoma auf und stehen für ein demokratisches Europa ein. Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir dieses Feld nicht den echten Nazis überlassen. Man muss den Leuten erklären, dass man nicht rechtspopulistisch ist, wenn man vor der Eurodiktatur und entmündigten Parlamenten warnt. Die ESM-Kläger, wie viele Professoren, die Linke und viele andere sind keine Rechtspopulisten oder Verschwörungstheoretiker. Für manch einen systemtreuen Denkverweigerer ist alles eine Verschwörungstheorie, was er nicht innerhalb von 3 Minuten versteht oder, was nicht in der BLÖD-Zeitung steht. Die Euro-Rettung begann einmal in Jahre 2010 mit einem Griechen-Rettungspaket über 15 Mrd€. Heute haften wir für 712 Mrd€. Hätte dies damals schon jemand gesagt, dann wäre es keine Verschwörungstheorie, sondern die Wahrheit gewesen. Ich plädiere dafür, dass mit Nazikeulen und anderen Verleumdungen sensibler umgegangen wird. Ich lasse mich nicht in eine vorgefertigte Politikschublade stecken! Diesen „alle, die nicht EUtschland EUtschland über alles, singen sind Nazis“-Wahn finde ich erbärmlich und armselig. Größte Chancen, die aktuelle Zeit für sich zu nutzen, sehe ich nur bei der schubladenfreien Piratenpartei, wenn man mal von dem einen Vorstandsmitglied absieht. Mehr dazu gibt´s hier.“

Großartig.

Danke für diese klaren Worte.

Info: Kontakt@aktionsbuendnis-direkte-demokratie.de

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Kommentare zu: "Reblogged: #StoppESM … und täglich grüßt die Nazikeule" (13)

  1. frank küchler schrieb:

    die aktualität dieser klarstellung ist um so wichtiger, wenn man die tägl. verdummungsreden der regierenden bezügl eurorettung .und die verbreitung durch die meisten medien verfolgt.

  2. danke für´s rebloggen ;-)

  3. Dirkee schrieb:

    super Artikel, besten Dank!

  4. Super Mario schrieb:

    Schön, dass die Nazikeule hier auch diskutiert wird…das ist wie eine schlimme Krankheit, die in dieser Form nur in Deutschland zu finden ist.! Ihrer Hilfe bedienen sich tausende Autoren und Publizisten jeden Tag. Und gerade beim ESM halte ich jeden, der das tut für wirklich dumm! Das Volk MUSS wenigstens befragt werden, wenn die Nation demnächst staatsrechtlich nicht mehr relevant ist. Und sowieso…irgendwie war da sowas mit Artikel 146 GG, dass das deutsche Volk sich erst einmal eine Verfassung geben muss…aber das ist wieder ein anderes Thema. Ich weiß nicht warum und wieso, aber anscheinend hat man in Deutschland wohl Angst vor seiner eigenen Bevölkerung. Womöglich werden wir alle für Untergrundnazis gehalten, denen man am besten so wenig Rechte wie möglich, aber so viel Verantwortung für Europa gerade nötig, auferlegt. Es muss eine Kampange in der Öffenbtlichkeit zur Nazikeule geben! Es gibt angeblich Meinungsfreiheit in der Republik und auf internationaler Ebene hatte ich auch mal was von freier Selbstbestimmung gehört. Der ESM ist ein Vertragsbruch zwischen Volk und Regierung und ist weder legal, noch legitim!

  5. Norbert Tegge schrieb:

    Hallo liebe ESM Kritiker,

    dies gehört leider zur Propaganda einiger weniger, aber leider sehr Mächtigen. Ich bin ein
    sozialdenkender, freiheitlicher und solidarischer Mensch. Habe mich nie von irgendwem, für irgenwas einfach einspannen lassen. Ich reagiere nur auf das reale Geschehen um mich herum.

    Jedes Gesetz ob im Bund, Land oder Städte und Gemeinden, die hinter verschlossenen
    Türen einfach durchgewunken werden, sind sehr kritisch zu hinterfragen.

    Ob Einheitsgemeinden, Hartz IV Gesetze, Täuschung um die völkerrechtswidrigen Kriege
    in Afghanistan, Irak, Kosovo, Sudan ein Überwachungsstaat ala G. Orwell, ein völlig unnötiges Verwaltungssstem, dass mehre hundert Milliarden Euro verbrennt. Kranke Menschen erhalten kaum noch notwendige Untersuchungen, Therapieren, werden einfach wegverwaltet. Menschen die 15,20 Jahre in dieses verlogene system eingezahlt haben finden sich plötzlich in ALG II wieder. Werden erniedrigt, bevormundet. Nur weil deren Arbeitgeber Ihre Arbeitsplätze outgescourced haben (um Steuern und Abgaben zu sparen).

    Warum gab es keine Aufklärung zum ESM Vertrag? Warum wird alles schnell durchgepeitscht, so dass der Bürger dem ganzen nicht mehr folgen kann? Ich spreche seit Wochen Menschen auf den ESM Vertrag an. Nicht einer wusste um was es geht. Egal ob gebildet oder nicht, ob arbeitslos oder beschäftigt, ob Unternehmer oder Beamter.

    Ich unterstütze die direkte Demokratie. In der Hoffnung, dass Täuschungen nicht mehr so einfach durchzusetzen ist. Das Aufklärung wieder zur Tagesordnung wird.
    Das Menschen wieder lernen zu Vertrauen.

    Ich bin für eine europäische Gemeinschaft, anstatt europäische Union. Wo Solidarität, soziales Engagement, Freiheit und Frieden auf der obersten Agenda stehen.

    Es gibt kein links oder rechts. Es gibt keine bestimmte Religion die vor allen steht.
    Es gibt keinen Besitz der nur einem gehört.
    Weniger BWL, mehr Naturlehre. Mehr Mitgefühl und Wärme. Das Bankingsystem ist unnötig. Wir laufen nur virtuellem Geld hinterher. Lassen uns von anderen für Dinge vereinnahmen die wir eigentlich nicht wollen. Wir lassen uns hetzen, treiben und verlieren die wirklichen, wunderschönen Dinge aus den Augen.

    Auch wenn ich jetzt viel negative Rückmeldungen erhalten werde. Ich höre mir als Demokrat jeden Menschen an und zu. Egal welcher Partei zugehörig ( —, ADD). So lange Parteien und Menschen die von mir erwähnten Ideale mittragen.

    Wir leben in einem wunderschönen Deutschland, in Europa. Lasst uns für den Frieden eintreten. Am besten schon vor Ort. Da müssen wir als erstes anfangen. Lasst uns wieder Menschen gewinnen.

    MfG

    Norbert tegge

  6. H.-W. Graf schrieb:

    Interessant, dann ist Tritti(h)n ein Nazi, denn er war nach eigenem Bekunden ’nie stolz darauf, ein Deutscher zu sein‘ und würde auch ’niemals das Deutschlandlied singen‘.
    Deine Gedanken sind klar und Du klingst sehr authentisch. Laß Dich von keinem Idioten irritieren. Herzliche Grüße – und nicht aufgeben! H.-W. Graf

  7. capt.jacob schrieb:

    Kranke Gesellschafft, noch kränkere Journalisten und an der Spitze unserer oberkranken Politiker: Schäuble, Merkel und Co.!

  8. Stefan Bauer schrieb:

    Man sollte schon so ehrlich sein und zugeben, daß der Begriff Ermächtigungsgesetz eine klare Assoziation erzeugt und der Substanz nach somit selbst ein Schwinger mit der Nazikeule ist. Interessanterweise trifft die Bezeichnung aber auch in ihrer Verknüpfung zu und kommt einem kapitalen Volltreffer ins Munitionslager gleich.

    Was ist der ESM? Ein Gremium? Nein, ein Rudel habgieriger, grauer Männer, die jenseits aller rudimentär-parlamentarischen Kontrolle, ausgestattet mit kompletter Immunität, ohne uns zu fragen über unser Geld verfügen, um es anderen ebenso raffgierigen Bankstern zuzuschanzen.
    Sicher, das ist kein klassischer Einzelherrscher, der mit seiner Handfläche gen Himmel im Fond eines Cabriolets sitzt oder vom Balkon aus Löcher in die Luft schießt. Es ist die Völker hassende Despotenclique, die nichts weiter im Sinn hat als Geld und Macht; es sind Antidemokraten und damit Faschisten.

    An diesem Punkt schließt sich der Kreis. ESM, das ist nur eine weitere Spielart antidemokratischer Herrschaft. Nicht das selbe, aber das gleiche erlebte man hierzulande bereits zweimal. Im Resultat trifft der Vorwurf absolut zu: sowohl in der Sache als auch im Kontext der Personen handelt es sich um ein Ermächtigungsgesetz.

    Und ganz ehrlich, es ist mir völlig gleichgültig, ob man mich Nazi nennt. Wenn es so einfach ist Nationalsozialist zu werden; wenn dazu kaum mehr notwendig ist als Engagement gegen den ESM, dann hat die Keule aus dieser Richtung ihre Wirkung komplett eingebüßt.

    Die kapitolinischen Gänse haben zu oft gegackert, nun glaubt man ihnen nicht mehr. Braucht jemand Gänsedaunen? :)

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Bauer

    • EURO schrieb:

      @Stefan Bauer

      Sie schrieben: „Man sollte schon so ehrlich sein und zugeben, daß der Begriff Ermächtigungsgesetz eine klare Assoziation erzeugt und der Substanz nach somit selbst ein Schwinger mit der Nazikeule ist…“

      Ist Ihnen entgangen, das Hitlers Truppe in diesem Land immer als „Faschisten“ (die es in Italien gab) oder abgekürzt als „Nazis“ bezeichnet wird, obwohl sie sich selbst „Nationalsozialisten“ nannten? Haben Sie schon einmal darüber gesonnen, weshalb das „sozialistische“ im Zusammenhang mit der Diskussion über die Zeit von 1933 -1945 immer verschwiegen wird? Wissen Sie, das schon Goebbels von „sozialer Gerechtigkeit“ schwafelte?

      Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie das wussten. Und ich habe außerdem den Eindruck – er mag trügen (dann mögen Sie mir verzeihen)- dass Sie weder den ESM-Vertrag noch den Fiskalpakt gelesen haben. Sonst würden Sie wohl nicht solch abstruse Fragen stellen?

      Der ESM kommt übrigens gerade nicht „antidemokratisch“ sondern ganz „demokratisch“, nämlich mittels Unterstützung eines gewählten Parlaments, man nennt das hier Bundestag, zustande!

      DIESE Demokratie, in der das Recht mit Füßen getreten wird und in der es bald, so steht zu befürchten, auch kaum mehr individuelle Freiheit (was die Meinungsfreiheit einschließt) geben wird, ist doch gerade eines der Probleme.

      Wir müssen alle miteinander endlich beginnen zu lernen, dass die Begriffe „Recht“, „Freiheit“ und „Demokratie“ eben keine Synonyme sind. Demokratie – von den meisten Menschen verstanden als Entscheidung der Mehrheit als letztgültiges und jede Minderheit verpflichtendes Urteil- sichert eben weder Recht noch Freiheit. Eine solche „Demokratie“ kann totale Unterdrückung sein. Bekommen wir das nicht jetzt zu spüren?

      Nicht ohne Grund gab sich die letzte sozialistische Diktatur auf deutschem Boden den Namen „Deutsche DEMOKRATISCHE Republik“. Und jetzt sind wir auf dem Weg in eine ebenso demokratische „Europäische Union“ oder „Eurozone“. Ohne Recht, ohne Freiheit. Beides könnten die Funktionäre und Bürokraten bei der Verwirklichung ihrer „demokratischen“ Ziele ja nur stören!

      ADD hat im Ansatz schon recht. Wir brauchen die unmittelbare Bestimmung (nicht nur „Mitbestimmung“) der Gestaltung unserer Lebensverhältnisse. Und das möglichst weitgehend dezentralisiert; bis hinunter auf die Kommunen. Die Schweiz bietet eine Orientierung.
      Wer, wie die EU-Phantasten in CDU/CSU/FDP/GRÜNE/SPD/DIE LINKE weitere Zentralisierung will, zerstört endgültig Freiheit und Recht!

      Unser jetziger Wohlstand ist ohnehin verloren. Das liegt aber nicht allein am Euro, sondern am Wohlfahrtsstaat selbst und daran, dass jeder der Politiker immer mehr von unserem Geld ausgibt als er uns mittels Steuern weggenommen hat. Ein erbärmliches Verbrechen gegenüber uns, unseren Kindern und Enkeln. Auch das will in diesem Land der Staatsgläubigen kaum jemand hören; geschweige denn, begreifen!

      Wir haben es aber in der Hand, zu bestimmen, ob es 2 bis vielleicht 4 Jahre dauert, bis wir uns nach dem überhaupt nicht mehr zu vermeidenden Crash wieder aufrappeln oder ob wir die nächsten 40 – 50 Jahre in einem totalitären und kollektivistischen, also letztendlich sozialistischen, System verkümmern wollen!

      Darum geht es!

  9. Stefan Bauer schrieb:

    @ Euro

    Zwischen Ihren Bemerkungen zur Geschichte und meinem Beitrag vermag ich keinen Zusammenhang zu erkennen. Vielleicht arbeiten sie das noch ein wenig aus. Was Sie indes über Demokratie schreiben verdient das Prädikat haarsträubend, kommt es doch äußerst grotesk daher, daß unser gewähltes Parlament – ausgerechnet im Kontext ESM – nach demokratischen Vorgaben entscheiden soll. Und natürlich gibt es keine verschiedenen Formen der Demokratie, die Quintessenz lautet schließlich generell: das Volk herrscht oder es herrscht nicht; diese Herrschaft ist kongruent mit dem Mehrheitswillen.

    Beim ESM und vielen anderen Themen ist das auf exzessive Weise nicht der Fall, das Volk übt keine Herrschaft aus. Unsere politische Klasse arbeitet somit aktiv gegen die Mehrheit des Volkes und ist somit definitiv antidemokratisch.

    O-Ton Euro: “ (…) Demokratie – von den meisten Menschen verstanden als Entscheidung der Mehrheit als letztgültiges und jede Minderheit verpflichtendes Urteil- sichert eben weder Recht noch Freiheit. Eine solche “Demokratie” kann totale Unterdrückung sein. Bekommen wir das nicht jetzt zu spüren? (…)“

    Ich will gar nicht wissen, was Sie unter Demokratie verstehen, denn in der Tat, die Entscheidung einer Volksmehrheit ist (wie oben erwähnt) semantisch und per Definition Kerngedanke der ”Volksherrschaft”. Das Parlament indes ist aktuell die Antithese des Volkes. Daraus abzuleiten, wir bekämen nun gewissermaßen eine Unterdrückung durch uns selbst zu spüren, ist einfach nur absurd. Mehr noch, Sie stellen es so dar, als handle sich um einen Webfehler der Demokratie, wenn sich die politische Klasse vom Volk lossagt. Ist es die Schuld des Passagiers, wenn der Taxifahrer ein anderes Ziel verfolgt? Nein. Die Lehre daraus kann nur lauten: Wir übernehmen das Steuer und kündigen dem Fahrer.

    Die oben genannte Quintessenz der Demokratie ist von der Politik verraten worden; deren Aufgabe wäre es Recht und Freiheit nach Maßgabe des Volkes zu schützen und zu realisieren. Im Resultat ist das Konzept politischer Vertretung komplett gescheitert, keineswegs aber die Demokratie. Was wir also jetzt zu spüren bekommen ist die Abwesenheit von Demokratie, nicht ihr Scheitern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Bauer

  10. Stefan Gesinger schrieb:

    @Euro und Stefan Bauer

    Und schon geht es los – das intellektuelle Gehacke, das….ich-MUSS-mich-über-den-anderen-stellen. “ Sie müssen mir das schon näher erklären“, “ Ihnen ist wohl entgangen“, „sehe beim besten Willen keinen Zusammenhang“ und und und. Fehlt nur noch das obligatorische Hinweisen auf Interpunktionsfehler und dass das ja die Todsünde schlechthin ist und man alleine schon deswegen keinerlei Anspruch auf zwischenmenschliche Achtung hat geschweige denn als gleichwertiger Leidensgenosse angesehen wird.
    Genau deswegen ist diese Gesellschaft so wie sie heute ist – bis aufs letzte zerrissen, einer dem anderen sein Teufel. Und genau deswegen konnten ausnahmslos alle Poltiker mit den Leuten das machen, was sie getan haben.

  11. EURO schrieb:

    @Stefan Gesinger,@ Stefan Bauer

    Nein, keiner muss sich über den anderen stellen, lieber Herr Gesinger!

    Aber wir brauchen den Streit, die Diskussion, den Diskurs, die Debatte, oder wie Sie es auch nennen wollen. Wir brauchen den Austausch von Argumenten. Sonst kommen wir nicht voran.

    Und wenn Herr Bauer und ich uns hier beharken, dann ist das gut. Ich wollte mit meinem Beitrag sogar provozieren; Provokation kann Geist wecken!

    Allerdings gebe ich Ihnen, Herr Gesinger, insoweit recht: man kann den Diskurs freundlicher führen.

    Hier ist leider nicht der Raum, um all die Fragen, die Sie, sehr geehrter Herr Bauer in Ihrem Beirtarg, aufwerfen, zu beantworten. Aber einige Aspekt möchte ich aufgreifen und deshalb folgende Fragen und Statements an Sie und uns alle richten:

    Ich hatte in meinem Beitrag keine eigene Definition von „Demokratie“ dargeboten, sondern lediglich geschildert, was nach meinem Eindruck in unserem Land von einer Mehrheit darunter verstanden wird. War die Darstellung aber falsch? Ist es nicht so, dass in diesem Land jede Mehrheit mit noch den abenteuerlichsten Themen Minderheiten unterdrücken kann? Soll ich Beispiele nennen?

    Sie schreiben : “Und natürlich gibt es keine verschiedenen Formen der Demokratie, die Quintessenz lautet schließlich generell: das Volk herrscht oder es herrscht nicht; diese Herrschaft ist kongruent mit dem Mehrheitswillen.“
    Das ist schlicht und einfach falsch: selbstverständlich gibt es „verschiedenen Formen“ der Demokratie“. Es gibt die z.B. die parlamentarische, repräsentative Demokratie. Und es gibt die direkte Demokratie. Das ist –was jeder weiß, der sich hier tummelt- ein Anliegen des ADD. Was wollen Sie in diesem Forum, wenn Sie nur das als Demokratie sehen, was wir in diesem Staat haben? Ich verstehe Sie nicht.
    Ihre weitere Aussage verstehe ich so, dass Sie meinen, die Herrschaft, also Bunderegierung und das was Opposition sein sollte (die Einheitsfront aus CDU/CSU/SPD/GRÜNE/FDP und auch (mit Abweichungen) DIE LINKE) sei mit der Forderung nach dem ESM und EU-Sozialisten-Zentralstaat „ kongruent“ mit dem Mehrheitswillen der Bürger in diesem Land. Das glauben Sie? Weshalb meinen Sie das ? Wurden die Bürger dazu –mit ehrlichen Fragen und nach hinreichender Information- jemals befragt? Nach meiner Wahrnehmung war das nie der Fall!

    Sie sagen, in der Demokratie herrsche immer das Volk. Hier und jetzt auch? Ich gehöre zu diesem Volk, herrsche aber nicht. Herrschen Sie?.

    Aber in der Quintessenz sei der Mehrheitswille entscheidend, sagen Sie. Heißt das dann, dass die Mehrheit jedes Recht hat, jede Minderheit zu unterdrücken?

    Ich lasse es damit bewenden und empfehle Ihnen, zB den neuer Sarrazin oder das Buch „Die Pleite-Republik“ zu lesen. Dort ist in etwa beschrieben, was ich meine.

    Herr Gesinger, war das jetzt hinreichend freundlich und harmonisch ?

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