Original Text aus dem Reutlinger Blog:

Das konnte selbst die “Alles-nicht-so-schlimm”-Bildungsbürger-Beruhigungs-Bibel Süddeutsche nicht mehr ignorieren: “Stiftung Familienunternehmen protestiert – Lobby gegen Rettungsschirm formiert sich” schreibt sie am letzten Freitag.

Die Elite des deutschen inhabergeführten Mittelstands ist hier versammelt, die Trumpf-Tochter Nicola Leibinger-Kammüller, S.E. Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell, S.H. Karl Friedrich, Fürst von Hohenzollern, Johannes Kärcher (ja, der, den Sarko zitiert hat), Andrea Prym-Bruck (die vom Druckknopf, ein netter Artikel über deren 3-Mio-Euro-Problem hier) sind die Namen, die mir bekannt vorkommen, unter Führung des Stuttgart Anwalts Brun-Hagen Hennerkes.

Diese Stiftung ist nun mit zwei “Berliner Eklärungen” (hier die erste vom JUN 2011 und hier die zweite vom 08.06.2012)  in der Presse mit Sätzen wie “Die Politik will den Euro um jeden Preis retten. Und wenn der Preis Europa ist?” oder “Die Legende vom Euro-Profit: Eine  Klarstellung” oder “Der ESM darf so nicht kommen” und “Eine bedingungslose Rettung des Euro, wie von den Südländern gefordert, brächte Europa an den Rand des Scheiterns.”

Wir danken für diese Rehabilitierung nicht nur aus der Mitte unserer Gesellschaft, sondern, wenn man vor dem Faktum Elite nicht die Augen verschließen möchte, von der Spitze unserer Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft her.

Man könnte natürlich fragen: warum so spät? Alle Personen, die hier als Vorstand und Kuratorium genannt werden, haben junge, top-fitte, studierte Mitarbeiter in ihren Stäben, die sie schon spätestens letzten Sommer mal einen ESM-Vertragsentwurf hätten lesen lassen können. Die alle haben beste Verbindungen zu CDU und FDP ganz oben, die wären schon an Vertragstexte gekommen, als noch keine Presse und keine Zivile Koaliton und niemand davon auch nur ahnen konnte. Warum mahnen die jetzt wenige Tage vor Verabschiedung? Haben die so wenig Kontakte zu “ihren” Abgeordneten, daß in CDU und FDP immer noch so wenig “Abweichler” sich trauen, den Mund aufzumachen?

Aber, nochmal: Danke! Was die als “Verschwörungstheoretiker” oder “Tea-Party-Anhänger” oder “zurück-zum-Nationalstaat-Europafeinde” oder “Sozialstaats-Abschaffer” oder sonstwie Gescholtenen holprig formuliert haben, kommt jetzt kostenlos von einer der prominentesten Wirtschaftskanzleien Deutschlands (jetzt weiß ich auch, wem das schöne Haus in Degerloch oben gehört, Bild siehe hier unten) – bei denen hätten wir nicht mal eine Beratungsstunde bezahlen können, wenn wir je einen Termin bekommen hätten.

Was ist die Funktion? Wollen die den ESM-Widerstand nur bündeln, sich an die Spitze setzen, beruhigen? Oder wirklich noch was aufhalten? Wir sind gespannt – wir fassen das als moralische Rückenstärkung auf und machen weiter!

Auf zur Demo! In Karlsruhe! Am kommenden Samstag, den 16.6. ab 12.00 h, auf dem Marktplatz!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

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Kommentare zu: "Die Familienunternehmer gegen den ESM" (5)

  1. Sebastian schrieb:

    Für mich sieht es nach einem Täuschungsmanöver aus. Nach dem Motto: „Seht her Leute, es waren nicht alle Etabilierten für den ESM, aber leider hat es am Ende nicht gereicht!“

  2. Sebastian schrieb:

    Ich habe mir die Seite genauer angeguckt: Tatsächlich wurde die erste Berliner Erklärung im Juni 2011 eingereicht. Dessen Archiv verrät, dass sie beim Bundesverfassungsgericht erfolglos Beschwerde gegen Euro-Rettungsschirm und die Griechenland-Hilfen gelegt haben. Sie haben sich auch mit allen wichtigen deutschen Politikern getroffen – kein Wunder kaum ein der ca. 50 Unternehmen macht weniger als 100 Mio. Jahresumsatz.
    „Die Stiftung Familienunternehmen verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Ziele“ ist natürlich reinster Bockmist, sie haben höchstvermutlich Angst, dass die Banken zuviel vom Kuchen bekommen. Eine Frage stellt sich:
    Dem steht gegenüber, dass sie keinerlei Parteispenden (über 50.000 Euro) gemacht haben, obwohl sie zweifellos die Mittel verfügen, dutzende Millionen zu spenden.

    Ich bin mir unseins Hier kann man nur spekulieren.

  3. Ich habe einen Autoaufkleber entwickelt, den ich zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen kann.

    Jetzt gerade hatte ich noch eine bessere Idee: Litfasssäulen!

    Wer weiß, wie/wo man solche Flächen in guter Lage mieten kann?

    Und möglichst kostenfrei, so, wie manche Geschäfte für einen bestimmten Zeitraum kostenlos zu haben sind, bevor der neue Mieter einzieht.

    • Bringen Sie Ihren Aufkleber doch am 16.6. mit und bieten Sie ihn an.

      • Da kann ich leider nicht. Aber ich könnte die Aufkleber gerne zur Verfügung stellen, wenn sie jemand bestellt – und falls das mit der Lieferung überhaupt noch klappt bis dahin.

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