Wir sind verwirrt: Das Banken-Handelsblatt beendet eine Bestandsaufnahme zum Euro mit den folgenden Sätzen:

„Keine Frage: Wenn es so (Auflösung des Euro, Rückkehr zu nationalen Währungen, Anm. ADD) kommt, tritt Europa einen Schritt zurück. Doch die ökonomischen Vorteile wären enorm. Die Länder könnten wieder auf- und abwerten, ihre Wechselkurse die wirtschaftlichen Unterschiede ausgleichen – und die Ecu bildete die Klammer für ein neues Währungsgefüge.

Der Euro hat ökonomische und politische Vorteile. Sein Ende wäre eine Blamage, die zunächst weltweit Zweifel an der politischen Handlungsfähigkeit Europas wecken dürfte. Allerdings wären viele positive Entwicklungen auch ohne Euro eingetreten – umgekehrt wurden viele Hoffnungen, die man an den Euro knüpfte, enttäuscht.

Zudem deutet alles darauf hin, dass Euro-Land zu einer Transferunion verkommt, in der sich reformresistente Schuldenstaaten durchfüttern lassen. Die Währungsunion birgt für Deutschland somit hohe Risiken.“

Diese Aussagen sind in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen ist das zentrale Argument, um den Euro nicht aufzulösen, der inhaltlich sinnfreie Hinweis auf eine „Blamage“. Zweitens wird anerkannt, dass die ökonomischen Vorteile der Auflösung der Eurozone „enorm“ wären.

Wir sind einigermaßen erstaunt: Das Handelblatt teilt im Ergebnis (lassen wir die Details mal beiseite) unsere Ansicht, dass der Euro das ideologische Projekt einer abgehobenen nicht-Elite ist, das zur Verarmung der Menschen in Europa führt.

Was uns verwirrt ist, dass zugleich Meldungen verbreitet werden, dass Deutschland doch Eurobonds zustimmen wird, dass es zur Rettung des Euro keine Denkverbote mehr geben dürfe. Wir erwarten daher nach wie vor, dass Merkel & Co. in diese Richtung gehen werden. Der Artikel im Handelsblatt hat vermutlich die gleiche Funktion, wie ähnliche Artikel vor Beschluss der ersten Griechenland-„hilfen“ (Hilfen zum Selbstmord) vor dem April 2010. Dennoch überrascht uns die Klarheit der Sprache und des Urteils. Es heißt nicht mehr „vielleicht“ oder „Am Ende ist der Euro doch toll“… Nein, es wird zutreffend und klar der Kern der Wahrheit ausgesprochen: Der Euro ist ein Wahnsinn.

Deutet sich hier also möglicher Weise doch ein kaum für möglich gehaltener Politikwechsel weg vom Euro und hin zur Demokratie an?

Nun, wir wagen kaum es zu hoffen.

In jedem Fall gilt jetzt um so mehr für jeden Bürger: Bestärken wir die wirtschaftlichen, medialen und politischen Kräfte, die die Wahrheit aussprechen! Gehen wir auf die Straßen und demonstrieren wir gegen den Euro-Wahnsinn und für echte, direkte Demokratie!

In Berlin am 8.6.!

In Karlsruhe am 16.6.!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokrati@email.de.

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Kommentare zu: "Handelsblatt… Ein Anfall von Ehrlichkeit?" (4)

  1. Marianne Wolf schrieb:

    Im Handelsblatt erscheinen immer mehr Artikel gegen die Transferunion und den ESM. Gefühlte 90% der Kommentare schreiben massiv gegen den ESM an.
    Heutiger Artikel von Herrn Prof. Henkel:
    http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/henkel-trocken-nur-die-apo-kann-den-esm-noch-verhindern-seite-all/6707130-all.html
    Auszug:
    Mit dem ESM wird nicht nur die Transfer- und Schuldenunion zu Lasten deutscher Steuerzahler unwiderruflich eingeführt, es handelt sich um ein skandalöses finanzielles Ermächtigungsgesetz mit dem Ziel, unsere Demokratie zu untergraben. Hier sind vier Beispiele:
    1. In dem der ESM sein Stammkapital von sich aus jederzeit erhöhen kann, annulliert er faktisch das Budgetrecht des Deutschen Bundestages.
    2. Da der ESM ohne demokratische Kontrolle über Finanzhilfen an Eurozonenländer entscheiden kann, wird er zum geheimen finanziellen Politbüro der EU.
    3. Da seine „Gouverneure“ ihr eigenes Gehalt festsetzen können, darauf keine Steuern zahlen und es nicht veröffentlichen müssen, wird der ESM zu einem Selbstbedienungsladen, der jeder Bananenrepubliken zur Ehre gereicht.
    4. Dazu passt, dass die Akteure mit voller Immunität gegenüber juristischen Nachstellungen ausgestattet werden. Das gibt es, wie man inzwischen weiß, nicht mal für unseren Bundespräsidenten.
    Der Deutsche Bundestag wird tatsächlich mit großer Mehrheit seiner eigenen Entmachtung zustimmen, und die sogenannte Elite findet das alles auch noch gut, die Medien vorneweg. Statt die demokratischen Defizite des ESM zu skandalisieren, schießen sich fast alle Blätter auf die Kritiker des ESM ein.
    …..
    Gestern:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/felix-zulauf-im-interview-es-wird-unendliches-leid-ueber-europa-gebracht/6699746.html
    Auszüge:
    Die im Gouverneursrat des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) versammelten Finanzminister der Euro-Zone könnten am Parlament vorbei jederzeit in die deutsche Haushaltskasse greifen. Wird der Bundestag gegen den ESM aufbegehren?
    Nein, das glaube ich nicht. Die SPD ist ja auch völlig verblendet. Sie versteht die Situation überhaupt nicht und trägt auch nur den Euro als Dogma vor sich her. Und wenn Frau Merkel ihre Partei direkt neben der SPD positioniert, fehlt natürlich die Opposition im Bundestag. Die FDP hat einige Personen, die das bringen könnten. Doch das ist noch eine sehr junge Mannschaft. Die haben nicht dieses Gewicht. Das ist schade und nicht ganz ungefährlich. Ich gehe davon aus, dass der ESM im Bundestag durchkommt.

    Sind Sie auch so sicher wie Bundespräsident Joachim Gauck, dass der ESM auch vor dem Bundesverfassungsgereicht besteht?
    Vielleicht bemängelt das Verfassungsgericht den ESM, wenn Klagen eingingen. Grundsätzlich ist es aber doch so, dass heutzutage das Top-Management der Großindustrie, die hohe Politik und die hohe Justiz eng miteinander verbandelt sind. Man wird sich arrangieren. Da wird nicht mehr sehr demokratisch entschieden. Wir nennen uns zwar Demokratie, aber die Demokratie ist in den meisten Industrieländern im Niedergang. Und der Stimmbürger spürt, dass an seinen Interessen vorbei regiert wird.

    Gauck sagt, die Rettungsschirme würden von der deutschen Bevölkerung akzeptiert.
    Der Großteil der Bevölkerung weiß überhaupt nicht, worum es geht. Möglicherweise versteht auch der Bundespräsident die ganze Komplexität und die Folgen daraus nicht.

    Sollte man die Bevölkerung in dieser Frage nicht direkt abstimmen lassen, wie es in der Schweiz üblich wäre?
    Dann kämen die Fakten ans Licht, aber das will die Politik nicht. Die Politik geht davon aus, dass der Euro ein Integrationsprojekt ist. So wird das auch der Bevölkerung immer wieder verkauft. Sicher: Es sind jetzt über sechs Jahrzehnte ohne Krieg ins Land gegangen, das haben wir der europäischen Integration zu verdanken. Aber die europäische Integration ist nicht auf den Euro angewiesen.

    *****************************************************************************************************
    Ich befürchte, dass die Massen erst aufwachen, wenn es zu spät ist.
    Dann kann unser sehr geehrter Herr Bundespräsidentenpfarrer noch eine schöne pathetische Grabrede zur Beerdigung von Deutschland und Europa halten. Er ist ja auch so überglücklich, dass er jetzt an dieser Position ist, und wird sich den Parteien gegenüber als dankbar erweisen.
    Ist ja auch keine Voraussetzung für so ein Amt, dass man etwas von Volkswirtschaft und Währung verstehen muss. Der Mann sollte dringend aufgeklärt werden!!

  2. Nonkonformer schrieb:

    Nein, ich glaube auch nicht an ein Wunder, vielmehr wird es so sein, daß nun den Macht=
    habern doch mehr und mehr dämmert, daß sie es mit dem Wähler „verschissen“ haben, sie bald nicht mehr argumentieren können, was heißt „argumentieren“, sie haben ja nur Lügen verbreitet! Seis drum, solche Ausrutscher wie im Handelsblatt sind meiner festen Überzeugung nur dazu da, etwas den Dampf aus dem Kessel zu nehmen und/oder Hoff=
    nungen in unseren Kreisen keimen zu lassen, eben mit dem gleichen Zweck, durch Ablassen von „Widerstandsdampf“ selbst ein wenig aus dem Blickfeld zu kommen.
    Sensationell war ja das ARD-Tagesthemen-Interview von Karen Miosga mit dem DeuBA-
    Chefvolkswirt Thomas Mayer, hörbar Schwabe, letzte Woche über Sarazzins neues Buch!
    mayer hat Sarazzin zum Entsetzen der ARD-Journaille in allem bis auf eines recht gegeben, das war natürlich am Schluß zur Frage der Erpressung durch Holocaust, Mayer
    fand das polemisch, „natürlich hat er da nicht recht.“
    Wenn ein offizieller Banker – nach dazu der DeuBa – so etwas von sich geben darf, dann ist dies mit absoluter Sicherheit v. Chef Ackermann genehmigt worden, der wahrscheinlich auch noch mit Merkel telefoniert und ihr dies Interview avisiert hat, wie aber gesagt, alles dient aber nur dem Dampfablassen, nicht der Lösung der Probleme. Man will einfach den Haß mindern oder ablenken auf andere Probleme, so wie man nach Sarazzins Erstling
    „Deutschland schafft sich ab“ von dem großen Problem auf „Integration“ abgelenkt hat,
    die probleme der falsch geregelten Einwanderung aber nach wie vor nicht angegangen werden. Dieses System kann gar nicht anders als abzulenken und vor sich her zu schieben, ein Schuldeingeständnis und wirkliche Problemlösung käme einem totalen Umsturz sprich Revolution gleich, das wollen sie aber um jeden Preis verhindern!

  3. Vielen Dank für den wertvollen Hinweis auf den Handelsblatt-Artikel!
    Habe ich gleich in meinem Blog übernommen:
    http://eurowahnsinn.wordpress.com/2012/04/12/euro-wahnsinn/#Ausstieg

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