History Repeats itselfe but will history repeat itself?

In der Vergangenheit ließ sich tatsächlich beobachten, dass Geschichte dazu neigt sich zu wiederholen. Recht gut hat dies Nicholò Machiavelli formuliert. Seine Geschichtswahrnehmung basiert auf einem stetigen Kreislauf in der Gesellschaft. Hochkulturen entwickeln sich verfilzen, verfallen und zerfallen wieder, nur damit sich aus einem dunklen Zeitalter heraus wieder neue Hochkulturen entwickeln können. Wenn dies der Fall ist, stellt sich doch die Frage, wo wir uns gerade auf solch einem Zyklus befinden und ob wir dazu verdammt sind diesem Zyklus zu folgen.

Angenommen wir befinden uns im Bereich des Verfalls einer Hochkultur, dann werden wir laut Machiavelli unaufhaltsam in Richtung eines dunklen Zeitalters zusteuern. Wenn dem so ist, können wir diesen Kreislauf durchbrechen? Vorweggenommen kann diese Frage mit JA beantwortet werden, denn wie schon Doc Brown (in „Zurück in die Zukunft“) sagte: „Marty, deine Zukunft ist noch nicht geschrieben“. Weiterhin stellt sich aber die Frage, wie dieser Verlauf verhindert werden kann. Um diese Frage zu beantworten, muss eine Annahme über die treibende Kraft hinter diesem Zyklusverlauf getroffen werden.

Hypothese: Die treibende Kraft ist die Eigenverantwortlichkeit!

Eigenverantwortlichkeit, muss immer erfolgen, wenn niemand bereit ist zu helfen und viel auf dem Spiel steht. Wenn man z.B. alleiniger überlebender eines Flugzeugabsturzes in der Wüste ist, ist Eigenverantwortlichkeit die einzige und letzte Möglichkeit zu überleben. Demnach fördert große Not die Eigenverantwortlichkeit. Unter der Annahme, dass Eigenverantwortlichkeit Wohlstand und Freiheit fördert, könnte dies tatsächlich die Treibende Kraft hinter Machiavellis Zyklen sein.

Zurück zu der Frage, wie ein Ausbruch aus dem Zyklus erfolgen kann. Ganz einfach, handeln wir eigenverantwortlicher. Wenn es darum geht, dass irgendwo eine Aufgabe erledigt werden muss, dann sollten wir „Hier! Ich kann das machen!“ rufen, bevor wir uns Gedanken darüber machen, wer das bloß erledigen könnte. Verstärken wir die stetige Bemühung, das Leben selber in die Hand zu nehmen. Dem entgegen steht die stetige Bequemlichkeit, dass es ja nicht lebensnotwendig ist, dass wir so eigenverantwortlich handeln. Es gibt so viele Institutionen, Experten und Regierungen, welche uns mit Freuden „aushelfen“.

Beim Rückfall in diese Verhaltensweisen, sollte man sich aber erneut Machiavelli vor Augen rufen und sich genau überlegen, wo wir uns auf seinem Zyklus befinden. Wenn wir uns tatsächlich schon wieder auf dem Weg in ein dunkles Zeitalter befinden, dann werden wir irgendwann dazu gezwungen werden eigenverantwortlich zu handeln. Das Leben eines jeden einzelnen kann dabei auf dem Spiel stehen. Aus diesem Grund sollte jeder Versuchen, so eigenverantwortlich und selbstständig wie möglich zu handeln und sich gegen jeden Eingriff in die eigenen Entscheidungen zur Wehr setzen. Ob man sich frei entscheiden darf zu welchem Preis man tauscht oder handelt, ist letztlich genau so bedeutend wie die Entscheidung ob man leben oder sterben darf. Wenn das eine Privileg nicht verteidigt wird, wird zwangsläufig das Letztere irgendwann zu verteidigen sein, es ist eine Frage der Zeit.

Stoppen wir den Kreislauf! Break the Circle! Ja! Hier! Ich mache das! und Nein! Finger weg! Ich kann mir die Schuhe selber zubinden! muss die Devise sein. Eigenverantwortlichkeit kann die Brücke schlagen zur nächsten Hochkultur ohne den Umweg über ein dunkles Zeitalter.

Abschließend scheint es noch wichtig anzufügen, dass Eigenverantwortlichkeit nicht die Übernahme von Verantwortlichkeit anderer bedeutet. Niemand sollte die Verantwortung für irgendjemanden im Vorhinein übernehmen. Warum „im Vorhinein“? Weil es menschlich ist, anderen zu helfen, wenn diese einen Fehler machen, aber unmenschlich und dumm ihnen vorher diese Hilfe zu versichern. Damit nimmt man diesen Menschen und Institutionen Ihre Eigenverantwortlichkeit und steuert damit zum Niedergang bei.

Also Marty, deine Zukunft ist noch nicht geschrieben, schreib sie selber!

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Kommentare zu: "Gastbeitrag: Breaking The Circle" (3)

  1. eckes/Bernd schrieb:

    Wer ist denn der anonyme Gast?

  2. Christian schrieb:

    Wenn ich vielleicht aus theistischem Blickwinkel…….aber nur, wenn sich Atheisten bitte nicht provoziert fühlen! In der Religion gibt es ja die Prophezeiung (z.B. Offenbarung des Johannes mit der Weltdiktatur), aber eine Prophezeiung ist eine Wahrscheinlichkeit, niemals eine Unabänderlichkeit. Man sollte persönlich immer so handeln, daß das eigene Handeln nicht dem eines dunklen Zeitalters entspricht (Eigen-verantwortlichkeit! Egal, was der „Rest“ macht.). Ein freier Wille in einem unabänderlichen Weltlauf macht keinen Sinn. So hat Machiavelli zwar gut beobachtet, aber die falschen Schlüsse gezogen: In einem dunklen Zeitalter kannst Du Böses tun, um „Gutes“ zu bewirken. Welch fataler Irrtum! Selbst wenn wir den allgemeinen Kreislauf nicht stoppen könnten, sollten wir so handeln, daß wir den persönlichen Kreislauf (in der östlichen Lehre Wiedergeburt) stoppen würden. Tun dies genug Individuen, ändert sich der Lauf der Geschichte….
    „Aus Lüge und Gewalt kann niemals etwas Gutes entstehen“ (Gandhi). Das ist etwas anderes als Machiavelli, oder? Ein jeder fühle in sein Herz, welchem Weg er folgen möchte….

    • Christian schrieb:

      Ich möchte hinzufügen, daß die heutigen Staatenlenker ja wohl recht offensichtlich dem machiavelischen Prinzip folgen. Daraus entstehen dann fragwürdige Schlüsse wie: Krieg führen, um Frieden zu erschaffen.

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