Gestern Abend wurden wir Zeuge eines sportlichen Krimis. Beste Unterhaltung auf höchstem Niveau. Der Bayern München gegen Chelsea im Endspiel der Champions League in München. Welch ein Spiel! Welche eine Dramatik! Spielerisch und kämpferisch haushoch überlegene Bayern. 4 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit endlich das Tor für München, dann der Ausgleich durch Drogba Minuten später. In der Verlängerung der verschossene Elfmeter von Robben und dann dieser Cech, ein Titan im Tor. Jedes Mal in der richtigen Ecke. Nur mit extrem gut geschossenen Elfmetern zu überwinden. Schließlich Schweinsteiger, der den fünften Elfer verschießt, Drogba der verwandelt und der FC Bayern München hat im eigenen Stadium verloren…

Ein großartiges Spiel!

Warum schreiben wir hier darüber?

Nun, zumindest einer von uns konnte die Parallelen zum Euro-Rettungswahnsinn nicht übersehen.

Eine deutsche Mannschaft, die sich bis auf das Letzte abkämpft, arbeitet wie verrückt, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Wir dachten dabei an die Millionen Arbeitnehmer und Rentner, die viele Jahre lang in ihren Betrieben hart und diszipliniert gearbeitet haben, und denen die Früchte ihrer Arbeit „unter der Nase weg“ durch den Euro-Rettungswahnsinn gestohlen werden; deren Lebensleistung, ohne dass die meisten Menschen das heute realisieren würden, ihnen durch verschleiernde Finanzakrobatik entwunden wird.

Wir sahen in Schweinsteiger nach dem verschossenen Elfmeter gestern Abend, wie er sich unter seinem Trikot versteckte und auf dem Rasen lag, den Arbeitnehmer der Zukunft, der in einigen Jahren, ebenso wie gestern Abend Schweinsteiger, auf dem Boden liegen wird, realisieren wird, dass er Vieles, wenn nicht Alles verloren hat.

Eine weitere Parallele sahen wir in der Aufopferung, mit der das Team von Bayern München fruchtlos um den Sieg rang. Angriff auf Angriff, aber am Ende nur eine glückliches Tor durch Müller.

Uns erinnert das an den deutschen Einsatz für Sparsamkeit und wirtschaftliche Vernunft in der Eurozone. Die deutsche Politik legt das gesamte bundesdeutsche Volksvermögen auf den Tisch, um die politische Fiktion des Euro „zu retten“. Sie ist bereit, die eigene Bevölkerung zu entrechten, zu entmündigen, zu enteignen. Doch was erreicht sie damit? Nichts. Sie erreicht nur, dass sie an der Mauer der Realität abprallt. Der Realität, dass viele Länder durch den Euro ihre industriellen Kern verloren haben, dass viele Länder der Eurozone nie wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen werden, solange der Euro-Wahnsinn weiter geht, dass die Verschuldungsspirale und die Spirale des Abbaus der industriellen Kapazität in der Eurozone schon längst den „Punkt ohne Wiederkehr“ überschritten hat (und ganz zuletzt auch und vor allem die deutsche Industrie erfassen wird, die jetzt noch in irgendwelchen Überlegenheitsphantasien schwelgt).

Zuletzt erinnerte uns Didier Drogba und der FC Chelsea an die Griechen und andere wirtschaftlich schwache Länder. Über fast die gesamte Spieldauer sahen sie aus wie Verlierer. Am Ende jedoch konnte Drogba durch einen entschlossenen Kopfball (der im Übrigen im Gegensatz zum Tor Müllers ein echter, gekonnter Kopfball war, kein Duseltor) das Blatt wenden. Uns kommt hier das Bild Griechenlands in den Sinn, dass einfach sagt: Jetzt ist es genug! Entweder ihr zahlt unbestimmt weiter oder wir lassen die Eurozone hoch gehen! Wir sind fest davon überzeugt, dass Merkel, Schäuble und die große Einheitspartei vonCDUbisGrüne am Ende den Forderungen der Griechen nachkommen werden. Wer Alles riskiert hat, der wird jetzt nicht aufhören – bis, ja bis das Spiel endlich ein Ende findet, die Verluste notwendig bei denen aufschlagen, die noch glauben, über Vermögen zu verfügen.

Am Ende zählen im Fußball die Tore. Chelsea war vor dem Tor und durch den Torwart einfach effizienter, besser. Deshalb geht für den einen von uns der Sieg für Chelsea auch in Ordnung.

In der Eurozone zählt am Ende was die Eurokraten und was die meisten Mitgliedstaaten wollen. Die Eurokraten wollen die EU-Diktatur. Die wirtschaftlichen schwächeren Länder wollen Eurobonds und die Transferunion. Und am Ende zählt das Abstimmungsergebnis im ESM-Rat und im EZB-Rat.

Und die Bundesrepublik wird dort alleine stehen (sofern dort überhaupt jemand für die Interessen der Bürger der Bundesrepublik sprechen wird). Alle, oder fast alle anderen Staaten, gegen sich. Die Bundesrepublik hat den Kampf um das Vermögen und die Rechte ihrer Bürger praktisch schon verloren. Und das Schlimmste daran ist: Genau das ist unserer Meinung nach von Merkel und Schäuble auch so gewollt, nur um den Euro-Zentralstaat durchsetzen zu können.

An dieser Stelle nun liegt wenigstens ein Unterschied vor zum Spiel gestern Abend: An der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit von Ulli Hoeneß und Jupp Heynckes besteht nicht der geringste Zweifel.

Machen wir weiter mit unserem Spiel, dem Widerstand gegen den ESM! Und daher: Auf zur Demo! Am 16.6.! In Karlsruhe!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

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