Gauck und der Euro-Wahnsinn

Wulff ist weg. Gauck kommt.

Die Personalien interessieren uns nicht. Was uns interessiert, sind die Wirkungen auf den Euro-Rettungswahnsinn und den Versuch, eine Euro-Staatlichkeit herbei zu putschen.

Und da sind wir skeptisch, dass Gauck eine Verbesserung darstellt. Im Gegenteil, denn er ist von SPD und Grünen aufgestellt worden, die bekannter Weise noch Euro-fanatischer sind, als der CDU-CSU-FDP Teil, der ganz großen Blockpartei. Diesen schuldet er sein Amt. Diesen wird er sich verpflichtet fühlen und – mehr oder weniger – gefällig sein. Weiter wird Gauck nachgesagt, dass er wenig von Ökonomie und der Euro-Krise versteht. Ein Blick in seinen Lebenslauf (Pastor, Bürgerrechtler, Stasi-Behördenleiter) bestätigt das. Dieser Mann denkt und handelt politisch. Wenn ihm verdeutlicht wird, dass eine Handlung „politisch notwendig“ ist, dann wird er sie wohl vollziehen. Sicher mag er Charakterstärke haben. Die Frage mit Blick auf den Euro-Wahnsinn ist aber, ob sich diese „Stärke“ hier nicht gerade in eine Schwäche gegenüber den Bürgern und ihrer Rechte verkehrt.

Und soweit er sich zum Euro-Krise geäußert hat, verheißt das wenig Gutes. Aus radio-utopie:

„Gauck: Debatte über Kapitalismus “unsäglich albern”

16. Oktober 2011, “Zeit Matinee” in den Hamburger Kammerspielen (4). Joachim Gauck äußert hinsichtlich der weltweiten Proteste gegen das international gesetzfreie Finanz- und Wirtschaftssystem Kapitalismus, das in keiner einzigen Verfassung eines Staates der Welt zwingend vorgeschrieben ist, daß er schon die ganze Debatte darüber für “unsäglich albern” halte. Der Traum von einer Welt, in der man sich der “Bindung” der Geldmärkte entledigen könne, sei eine “romantische Vorstellung”. Es werde keine dauerhafte Protestbewegung gegen die Banken und das Finanzsystem geben, so Gauck:

“Das wird schnell verebben”.

Der oft als “ex-DDR-Bürgerrechtler” titulierte Gauck zieht die Proteste gegen die Diktatur des Kapitals, gerade im Euro-System, in die Nähe der Diktatur des DDR-Regimes:

“Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.”

Nun gut. Vertrauen in die etablierte Politik ist sowieso fehl am Platz. Vertrauen sollte jede(r) in sich selbst haben. In das eigene Urteil. Und danach handeln.

Für uns heißt das: Demonstrieren! In Karlsruhe! Am 31.3.!

Info & Kontakt: aktion-direkte-demokratie@email.de.

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Kommentare zu: "Gauck und der Euro-Wahnsinn" (7)

  1. Hannes Ziener schrieb:

    Man rede ihn jetzt mal nicht künstlich schlecht.

    Gerade ein Bürgerrechtler kann m.E. die Aushebelung der Demokratie durch den ESM sehr gut erkennen. (Ein Ökonom würde auch tendenziell eher die gigantische Vernichtung von Prosperität und Wohlstand durch diesen erkennen.)

    Seine Äußerungen zu Occupy und Kapitalismus müssen doch gerade jedem Freiheitlichen gefallen – die bei Occupy verbreitete Sicht, Kapitalismus sei etwas böses, ist schließlich in der Tat falsch und naiv. Kapitalismus als „freie Marktwirtschaft in Verbindung mit Privateigentum auch und gerade an Produktionsmitteln“ hat schließlich als die einzige gewissermaßen „natürliche“ und freie Wirtschaftsordnung zu gelten. Dass durch gesetzliches Währungsmonopol für durch ein 1-%-Teilreservesystem kreiertes Fiatgeld das sog. Finanzkapital unsäglich protegiert wird, steht auf einem anderen Blatt und hat mit Kapitalismus/freier Marktwirtschaft i.Ü. nichts zu tun.

    Mich freut, dass Gauck sich traut, hier wider den „Occupy-ist-total-toll“-Zeitgeist zu reden.

    Und genau das lässt mir einen klitzekleinen Rest Hoffnung, dass genau er den ESM so nicht unterschreiben wird.

    Ich hoffe in der Tat, dass sich hier eine reelle Chance auftut, das Schlimmste zu verhindern – drum lasst uns weiterstreiten für Freiheit, Selbstbestimmung und wirtschaftliche Vernunft und uns weiterhin Aufklärung betreiben!

    • Danke Hannes Ziener! Endlich mal jemand, der nicht „Mainstream“ denkt. Occupy kennt den Protest aus Ressentiment, Lösungen bieten die auch nicht an. Auch ist die Kapitalismuskritik falsch platziert, wie Sie sehr richtig ausführen. Ein System oder der Markt kann niemals Schuld haben. Es sind immer nur konkrete Menschen, die die Möglichkeiten des Systems überapannen oder mißbrauchen (siehe Lehmann Brothers). Wenn Menschen sich in einem Lokal schlecht benehmen, ist nicht gleich das ganze Lokal schlecht. Wenn Menschen den Finanzmarkt „mißbrauchen“ und im Handel gegen alle Regeln des Risiko-Managements verstoßen, dann müssen sie eben Pleite gehen. Daran ist dann nicht der Markt schuld sondern sie selbst. Ich stimme Ihnen zu:“lasst uns weiterstreiten für Freiheit, Selbstbestimmung und wirtschaftliche Vernunft und uns weiterhin Aufklärung betreiben!“

      Andy Trader

      (bei facebook unter diesem Namen)

    • Herr Ziener,

      ich teile Ihre Auffassung bzgl. der Occupay-Bewegung. War ja auch interessant zu sehen, wer aus dem Kreis der „eurorettenden“ Planwirtschaftler Sympathien für jene antiliberale Bewegung äußerte.

      Ob Herr Gauck den Mut findet, sich gegen die beabsichtigte Errichtung der ESM-Bank als weiteren Baustein des EU-Kollektivismus zu stellen? Warten wir es ab.

      • Wir teilen die Skepsis gegenüber Occupy. Keine Frage. Aber das war nicht Thema unseres Kommentars, sondern Gauck. Was wir an ihm kritisieren, ist die Selbstgefälligkeit mit der er den Protest von Menschen als „albern“ bezeichnet. Wird ein Mensch, der die absolt berechtigte Wut der Menschen (die ja auch uns antreibt!) über die Banker- und Politikkaste als „albern“ bezeichnet, zögern den ESM-Vertrag zu unterzeichnen?

        Nein. Wird er nicht.

        Es ist ein ganz hintertückischer Schachzug, einen „Bürgerrechtler“ den Vertrag zur Euro-Diktatur untschreiben zu lassen. Machicavelli wäre stolz.

        PS: Gauck ist offenbar auch Mitglied der „Atlantikbrücke“.

        • Hannes Ziener schrieb:

          … Gauck hat nicht die Occupy-Proteste als „albern“ bezeichnet, sondern Kapitalismuskritik und den Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne. Zur Occupy-Bewegung und den wetweiten Protesten gegen die heutigen Missstände überhaupt sagte er, er sei der Meinung, dass diese Proteste schnell wieder abebben werden. Das ist zwar noch lange keine Aussage in Richtung „gesetzliches Währungsmonopol/Fiatgeld/Teilreservesystem“, aber doch etwas anderes, als sie als „albern“ zu bezeichnen.

          Dass er Mitglied der „Atlantikbrücke“ ist, kann einen zwar in der Tat aufstutzen lassen, aber ich finde, genauso, wie man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, solle man ihn auch nicht vor diesem verdammen.

          Wir müssen versuchen, mehr von Gauck bzgl. seiner Einstellung zum Eurorettungswahnsinn, EU-Zentralismus, Entdemokratisierung, ESM zu erfahren – so lange mir hier rein gar nichts Konkretes vorliegt, schwanke ich persönlich zwischen Hoffnung und Skepsis und will ihn weder hochloben noch verdammen.

  2. […] waren entgegen vieler Anderer von Anfang an sehr skeptisch, was die Person Gauck angeht (Link). Unsere Skepsis wurde heute auf das nachdrücklichste bestätigt. Zitat aus “Gauck: […]

  3. […] waren entgegen vieler Anderer von Anfang an sehr skeptisch, was die Person Gauck angeht (Link). Unsere Skepsis wurde heute auf das nachdrücklichste bestätigt. Zitat aus “Gauck: […]

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