UDSSR, USA und EURO-Zone


Es geht um einen Vergleich zwischen 1988 und 2011.

„1988 bewarb ich mich um einen Studienplatz bei einer internationalen „Top-Hochschule“, wie es so schön heißt. Im Bewerbungsverfahren wurde mir eine sehr, sehr gute Frage gestellt. Hintergrund der Frage war, dass ich zufällig im Jahr davor, also 1987-1988, sowohl in der UDSSR als auch in den USA war und in beiden Ländern mehrere Regionen besucht hatte. Die Frage, die mir gestellt wurde, war: ‚Worin sehen Sie den größten Unterschied zwischen der UDSSR und den USA?‘ Man muss nun wissen, dass ich mir diese Frage vorher nie gestellt hatte. Weiter muss man wissen, dass im Kopf eines 22jährigen damals die UDSSR ebenso stabil und unverrückbar erschien wie die USA. Nun, meine Antwort nach kurzem Überlegen war ‚Die USA bilden eine kulturelle Einheit, die UDSSR nicht.‘ In den 35 Bundesstaaten, durch die ich in den USA gekommen war, war immer deutlich eine gemeinsame Kultur spürbar. Immer. Überall. Sogar in den Slums von New Orleans. In der Sowjetunion genau das Gegenteil: Die Russen hatten nichts mit den Georgiern gemein. Die Georgier hassten – und ich meine: Hass – die Sowjetunion. Die Ursache waren, wie mir im Moment, als ich über die mir gestellte Frage nachdachte, klar wurde, die unterschiedlichen Kulturen, die durch einen Zwangsstaat in eine Wirtschaft und ein politisches System gezwungen wurden.

Ich kann heute nicht beurteilen, ob für die USA noch mein damaliger Eindruck gilt. Ganz sicher habe ich aber aus dieser Erfahrung für die heutige Situation in der EURO-Zone gelernt: Zwangsstaaten erzeugen Hass – auf dem Gebiet der Sowjetunion in der Folge bis zum Krieg. Weiter habe ich gelernt: Kulturen sind stärker als Staaten – selbst wenn es sich um „Supermächte“ handelt. Und man erinnere sich: Die Ideologie des Kommunismus galt sehr lange bei sehr vielen Menschen als sehr attraktiv.

Die Parallelen zur EURO-Zone und gerade den heutigen Meldungen aus Paris, dass jetzt die EURO-Einheitsregierung kommen soll, sind offensichtlich: Die Völker Europas sind stolz auf ihre Kulturen. Man kann sie mit Macht, Finanzgewalt und dem Geschwätz von Alternativlosigkeit so wie in der Sowjetunion unter ein Regime stellen, ihnen eine Währung verschreiben und sogar auch noch eine „Rote Armee“ geben… Am Ende aber werden die Menschen Wege finden, ihre Kultur auszuleben. Bis dahin mögen mehr oder weniger viele Menschen ihre wirtschaftliche Existenz verloren haben und mehr oder weniger viele ‚Apparatschiks‘ in Vermögen, Macht und Sex schwelgen – das Ende des Ganzen steht schon heute fest: Die Menschen werden sich Staaten geben, die es ihnen ermöglichen, nach ihrer Facon zu leben – und nicht nach irgend einer EU- oder EURO-Ideologie.“

Aus Sicht des Aktionsbündnisses bleibt nur hinzuzufügen: Direkte Demokratie ist der Schlüssel zur Selbstbestimmung der Bürger! Diese als staatliche Realität in Deutschland umzusetzen, ist unser Auftrag.

Demo in Stuttgart am 17.9.!

Weitere Infos: aktion-direkte-demokratie@email.de.

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Kommentare zu: "Unsere Leser und Wir: Bernhard Seitz" (4)

  1. Libertäre Stimme schrieb:

    Hervorragender Artikel! Raus aus dem Euro und direkte Demokratie vor Ort, dass ist die logische Konsequenz aus diesem Euro-Wahn. Deshalb bin ich persönlich auch bei der Partei der Vernunft! Mit dem jetztigen Parteienkartell werden wir auf alle Fälle verraten und verkauft.

  2. EU-Diktatur schrieb:

    Stuttgarter OB Wolfgang Schuster mit einem Gastkommentar bei WELT ONLINE:

    EU-Finanzpolitik: Die nationale Idee hat keinen Platz mehr in Europa

    Aus dem Versagen der nationalen Regierungen muss eine klare Konsequenz gezogen werden: eine wirtschafts- und finanzpolitische Führung aller EU-Länder.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13549639/Die-nationale-Idee-hat-keinen-Platz-mehr-in-Europa.html

  3. BadSch schrieb:

    DIe Beobachtung, dass ein Wirtschafts- und Währungsraum nur wirklich funktioniert, wenn er über eine einheitliche Sprache oder doch wenigstens (Minimum) ähnliche Kulturen und Mentalitäten geprägt ist, ist natürlich absolut richtig. Auch in den USA gibt es ja mindestens 2 Sprachen (englisch, spanisch), aber trotzdem ist von einer Kultur auszugehen. Ebenso z.B. Kanada (englisch, französisch).
    Insofern war die Konstruktion der Euro-Zone mit Portugal, Griechenland, Spanien als Mitgliedsländern absolut falsch.
    Trotzdem ist es zumindest eine interessante Frage, ob die Währungsunion in einem Kerneuropa (Benelux, Italien, Frankreich, Deutschland) nicht doch funktioniert hätte. Ich bin der Meinung, dass man eine solche Währungsunion hätte riskieren können, ohne in diese obrigkeitsstaatlichen Prozesse hineinzugeraten, wie sie sich uns leider gerade bieten.

  4. Norbert schrieb:

    Jeder politisch Interessierte nimmt die Ratlosigkeit der politischen und wirtschaftlichen Eliten wahr. Stuttgart21 in einen Topf mit diesen Themen zu werfen, bedeutet für mich: Die notwendige „Re-Demokratisierung“ – die Reform der repräsentativen Demokratie deutscher Prägung – ist ein Thema, das leider die Neue Rechte für ihre Zwecke seit einiger Zeit instrumentalisiert und hoffentlich in Stuttgart kein Trittbrettfahrer ist Sieht man sich mal deren Website an, kommen da Zweifel auf. Aber: Legitim ist das schon. Um so bedauerlicher ist es, wenn das nur wenige merken. Wenn jetzt jemand mit dem Finger auf Belgien, oder Spanien, oder gar Nord-Irland zeigt, was soll man dazu sagen? Trifft die „Kulturenthese“ zu? Oder kann man basisdemokratische Interessen mit dem abstrakten Gemeinwohl in Einklang bringen? Ich glaube nicht, dass die Finanzkrise Griechenlands etwas mit der Kultur der Griechen zu tun hat, das wäre fast wie die Genetik-These eines gewissen Herrn Sa…Wer weiter darüber nachdenkt, wird der Kulturenthesen nicht auf dem Leim gehen, sondern staatliches Haushaltsmanagement klar vom Vorwurf eines EU-Kulturimperialismus abgrenzen. Wer nur Politik konsumiert, der ist für das Europa der Regionen auch nicht ansprechbar bzw. erreichbar, oder unterschlägt die Möglichkeiten der politischen Einflussnahme und holt sich damit die Stimmen der Inaktiven und Nicht-Wähler ab. Das finde ich frustrierend und destruktiv, weil es keine konstruktive Problemlösung transportiert.

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