Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de.

„Wir haben die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit, oder Überfluss und Knechtschaft.“ Dieses Zitat ist von Thomas Jefferson, dem 3. Präsidenten der USA. Es trifft den Nagel fast auf den Kopf, abgesehen davon, dass es nicht mehr um „Überfluss“ geht, sondern nur noch um die Tiefe des absehbaren Absturzes. Trotzdem, soweit, so gut. Wirklich bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Bundespräsident mit diesem Zitat seine Rede in Lindau beendete.

Überhaupt lohnt sich die Lektüre dieser Rede. Der Originaltext findet sich hier (Dank an Holger Röhlig für den Hinweis auf seinem Blog). In anderen Worten finden sich darin tatsächlich einige Gedanken auch aus unseren Texten wie dem „Stuttgarter Manifest“ oder der Beschreibung unserer Motivation hier im Blog wieder (z.B. „Nein“ zur modernen Schuldsklaverei = Versündigung an der jüngeren Generation).

Dass wir einmal eine Rede dieses Bundespräsidenten empfehlen würden, hätten zumindest wir nie gedacht und ist daher schon in sich selbst höchst bemerkenswert. Die eigentliche Frage ist aber: Was bedeutet diese Rede – auch und gerade im Zusammenhang mit dem „Erwachen“ einiger Systemmedien?

Wir sehen drei Möglichkeiten.

1. Sowohl die Rede des Präsidenten als auch die Medienberichterstattung soll den Bürgern „echte Demokratie“ vorgaukeln. Ziel ist, das Volk ruhigzustellen, indem die etablierten Mächte Widerspruch und Widerstand vorspielen. Wenn dann die EURO-Diktatur doch beschlossen wird, ist es erstens für den Widerstand des Volkes zu spät  und zweitens kann behauptet werden, die Beschlüsse wären doch demokratisch legitimiert (weil ja sogar der Bundespräsident dagegen war…). Natürlich werden in die Beschlüsse dann ein paar Änderungen eingebaut, die substanziell gar nichts ändern, aber eben als große Leistung und Bestätigung der Herrschaftsverhältnisse verkauft werden.

2. Die Mächtigen wollen tatsächlich den EURO-Rettungswahnsinn beenden und Deutschland aus dem EURO führen.

3. Die Rede bedeutet gar nichts, außer dass ein Bundespräsident ein wenig „populärer“ werden, oder sein Image in der Geschichtsschreibung retten will und deshalb das Schauspiel „Bürgernähe“ aufführt.

Alle Erfahrung der Vergangenheit spricht gegen die zweite Möglichkeit. Die deutsche Politik hat über mehrere Jahre zielstrebig den Ausverkauf Deutschlands verfolgt und dabei jeden rechtlichen oder moralischen Skrupel abgelegt. Dennoch kann die zweite Option nicht völlig ausgeschlossen werden. Die dritte Option ist zwar ebenfalls denkbar, aber mit Blick auf unsere Anliegen als Aktionsbündnis wenig bedeutsam.

Die Frage für das Aktionsbündnis ist: Was bedeutet das für uns?

Tatsächlich ändert sich am Auftrag des Aktionsbündnisses und der Notwendigkeit des Protests nichts: Ist die erste oder dritte Alternative zutreffend, so ist Bürgerwiderstand zur Erhaltung der Demokratie um so wichtiger, dringlicher und notwendiger. Ist die zweite Alternative richtig, so sollten wir Bürger diese Weichenstellung aktiv und lautstark unterstützen – und dadurch mithelfen sicherzustellen, dass diese Weichenstellung sich nicht wieder ändert. Was die Rede weiter auf jeden Fall unterstreicht: Es geht beim EURO-Wahnsinn nicht um Kleinigkeiten, sondern in der Tat um die fundamentale Gestaltung unserer Gesellschaft.

Kontakt & weitere Infos: aktion-direkte-demokratie@email.de.

Kommentare zu: "Bundespräsident überrascht uns zutiefst…" (3)

  1. […] Direkte Demokratie ein lesenswerter Artikel mit z.T. ähnlichen Gedanken veröffentlicht: Bundespräsident überrascht uns zutiefst… Bewerten: Like this:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Artikel wurde […]

  2. BadSch schrieb:

    Es ist anzunehmen, dass inzwischen auch beim Bundespräsidenten die um sich greifende Empörung und Fassungslosigkeit in der Bevölkerung über die Politik der Rettungsschirme (und wie sie dem Volk „verkauft“ wird) angekommen ist.
    Die Frage ist, welche Handlungsalternativen sieht er denn wirklich und wird er diese auch einfordern, wenn Gesetze über Bürgschaften und Euro-Bonds ihm zur Unterschrift eingereicht werden. Das ist nämlich die einzige konkrete Macht, die ein Bundespräsident in unserem System hat: er muss zur Inkraftsetzung von Gesetzen, diese unterschreiben. Wird er unterschreiben?

  3. […] wir ihm im August noch Respekt ausgesprochen, löst diese Position wieder alle Hoffnung auf. Netzwerke und Korruption in der Politik unterbinden […]

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